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Versicherungsportale : Verbrauchertäuschung online

von Anke Henrich

Die Suche nach der günstigsten Versicherung ähnelt einer Schnitzeljagd. Internetportale gaukeln unabhängige Vergleiche oft nur vor. Jetzt will die Versicherungswirtschaft ein eigenes Portal gründen.

Bis Ende November müssen Quelle: dpa-tmn
Bis Ende November müssen Autofahrer kündigen, um zum neuen Jahr mit einer günstigeren Kfz-Versicherung einen Vertrag zu schließen Quelle: dpa-tmn

Gerade bei standardisierten Produkten wie einer Kfz- oder eine Haftpflichtversicherung, für die kaum jemand persönliche Beratung braucht, scheinen Online-Portale optimal zu sein, um den persönlich günstigsten Tarif zu finden. Bei der Kfz-Versicherung läuft geschätzt jeder zweite Abschluss über ein Portal. Was kaum ein Kunde weiß: Trotz hunderter Vergleichstarife offeriert kaum ein Portal wirklich alle Angebote des Marktes.

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Entscheidend für die Aufnahme in die Angebotsliste ist nicht die Relevanz aus Kundensicht, sondern die Höhe der Abschlussprovisionen, die die Versicherungsunternehmen dem Portal zahlen, sobald über sie ein Abschluss zu Stande gekommen ist. Im Schnitt sind es 75 Euro, oft über 100 Euro.

Volle Briefkästen dank Online-Abschluss

Verbraucherschützer bemängeln das seit Jahren, geändert hat sich an selektierten Angeboten einschließlich florierendem Adresshandel nichts. Denn hinzu kommt: Egal, um welche Versicherungsart es geht, müssen Suchende oft eine Vielzahl von persönlichen Daten eingeben, um überhaupt ein Angebot zu bekommen. Diese Daten lassen sich weiterverwerten, in dem die Portale abgleichen, was dem auskunftsfreudigen Online-Nutzer noch alles anzudienen ist. Das füllt nicht nur online seinen E-Mail-Eingang, sondern oft auch den häuslichen Briefkasten. Selbstredend muss jeder Kunde seine Adresse rausrücken und er wird oft anschließend mit aus dem Nirwana auftauchenden Angeboten beglückt. Die Portalbetreiber behalten ihre Kunden im Auge, womöglich lässt sich ihnen in den nächsten Jahren noch mehr verkaufen.

Auch der Versicherungswirtschaft ist das ein Dorn im Auge, zumindest den Unternehmen, die die Provisionsschneiderei nicht weiter betreiben wollen. Da der gesamten Branche derzeit ohnehin ihre hohen Provisonszahlungen an Makler um die Ohren fliegen, nehmen sie jetzt auch die Portale mit ins Visier. HUK-Coburg, Talanx, R+V und Directline verhandeln mit mehreren Portalbetreibern über eine Übernahme.

Für die Kunden ist es dann ein Gewinn, wenn wenigstens dieses Portal wirklich alle Anbieter mit allen in Frage kommenden Tarifen auflistete.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.11.2010, 18:25 UhrAnonymer Benutzer: thomas

    Wie begründet sich die Vermutung, daß ein Portal, das von HUK & Co. betrieben wird, tatsächlich "alle Anbieter mit allen in Frage kommenden Tarifen auflisteten" würde - und nicht nur ein erweitertes Angebot der betreiber und diesen nahestehender bzw. befreundeter Unternehmen?

  • 25.11.2010, 16:30 UhrAnonymer Benutzer: Eine Frage

    Die initiative ist sicher sehr hilfreich. ich frage mich nur, warum die verbraucherschutzzentarlen oder die Stiftung warentst nicht schon lange völlig unabhängige Vergleichsportale online btreiben. Technik und Pflege können nicht teuer sein - und die Unabhängigkeit und interessenfreiheit ist in der Frage von Vergleichsportalen sicher am wichtigsten.

  • 25.11.2010, 12:02 UhrAnonymer Benutzer: Andrea

    sehr hilfreich!

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