845 Tarife im Vergleich: Die beste private Krankenversicherung - Seite 4

845 Tarife im Vergleich: Die beste private Krankenversicherung

Worüber sich Privatversicherte beschweren Quelle: BaFin; PKV-Ombudsmann
Worüber sich Privatversicherte beschweren (Beschwerden beim PKV-Ombudsmann in Prozent; Klicken Sie für eine detallierte Ansicht bitte auf die Grafik) Quelle: BaFin; PKV-Ombudsmann

Nach dem BGH-Urteil änderten die PKV-Anbieter flugs ihre Tarifklauseln für Neuverträge. "Einige Versicherungen haben sogar versucht, bestehende Verträge einseitig zu ändern, obwohl dies rechtlich unzulässig ist", sagt Anwalt Bluhm.

Wenn Vertragsänderungen nicht funktionieren, suchen Versicherungen nach einem juristischen Hebel, um sich von zu teuer gewordenen Privatpatienten zu trennen. Wie schnell das geht, musste Beate Friesike aus dem niederrheinischen Neukirchen-Vluyn erfahren. Gleich zwei Mal verlor die im Dezember vergangenen Jahres verstorbene Hausfrau den Versicherungsschutz.

Die erste Kündigung kam 2009, als sie bei der Halleschen versichert war. Zuvor war sie laut Diagnose ihrer Ärzte an Rheuma erkrankt. Sechs Wochen musste sie in einer Rheuma-Klinik verbringen. Die Hallesche kündigte im November den Vertrag, unter anderem, weil sie eine Pollenallergie verschwiegen hätte. "Wir haben dem Makler die Allergie gemeldet, der hat jedoch die Vorerkrankung als unerheblich abgetan", sagt Witwer Knut Friesike heute.

Der 53-jährige Maschinenbauingenieur organisierte seiner Frau zum 1. Januar 2010 eine neue Police bei der Barmenia. Im Januar musste Beate Friesike erneut ins Krankenhaus. Die Ärzte stellten fest, dass sie an Krebs litt, nicht an Rheuma.

Selber Anbieter, Neuer Tarif

Als die Barmenia herausfand, dass Beate Friesike im November und Dezember 2009 mehrere Wochen nicht versichert war, kündigte sie den Vertrag. "Der Vermittler hat davon gewusst und dies offensichtlich nicht gemeldet", beteuert Friesike. Erst nach einer Beschwerde des Bundes der Versicherten gab die Barmenia nach und nahm die Kündigung zurück.

Versicherte, deren Prämien durch die Decke gehen, können in einen günstigeren Tarif ihres Anbieters wechseln. Problemlos ist der Wechsel in einen Tarif, der gleiche oder geringere Leistungen anbietet. Dann darf der Versicherer keine erneute Gesundheitsprüfung verlangen und keinen Risikozuschlag erheben.

Schwieriger wird es, wenn der neue Tarif zwar insgesamt weniger Leistungen enthält, aber in einzelnen Punkten mehr bietet als der alte. Dann droht eine erneute Gesundheitsprüfung mit möglichem Risikozuschlag. Dieser lässt sich aber umgehen, indem der Versicherte auf die zusätzliche Leistung verzichtet. Wenn diese medizinisch nicht ins Gewicht fällt, wie zum Beispiel Behandlungen beim Heilpraktiker, sollte dies problemlos möglich sein.

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Auch Peter Knipprath hatte versucht, in einen günstigeren Tarif zu wechseln. Sein Versicherer machte ihm zwei Alternativangebote, die ihm 112,16 Euro oder 73,17 Euro monatlich ersparen sollten. Doch beide überzeugten den Unternehmer nicht: "Ich hätte auf das Ein- und Zweibettzimmer im Krankenhaus verzichten müssen, zudem hätte die Versicherung deutlich weniger bei ambulanten ärztlichen Leistungen erstattet." Die Abschläge bei den Leistungen fielen für ihn stärker ins Gewicht als die eingesparte Prämie.

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Kommentare | 14Alle Kommentare
  • 24.05.2011, 16:35 Uhrpedro

    98 % der Kassen dicht machen und die nächsten 10 Jahre sind gesichert.
    Viele Vorstände kosten viel und wenn sie unfähig sind, noch mehr.

  • 24.05.2011, 21:38 UhrJoh. Meinerth

    Privatpatienten sind die Milchkühe der Ärzte. Es ist eine Schande, welch unverschämte Rechnungen viele Ärzte und Zahnärzte schreiben. bald sind die Privatpatienten weg, dann ist nichts mehr zu melken.
    Natürlich wollen die Sozis an die üppigen Rückstellungen der PKVs ran und diese schnell umverteilen, pervers...

  • 24.05.2011, 22:01 UhrPrivatpatient

    Das Gerücht, die PKV steigere ihre beiträge stärker als die GKV ist nicht auszurotten! ich kann mich erinnern, dass die GKV vor nicht einmal 10 Jahre rd 11% vom bruttoeinkommen bekam. Heute 15%. Ds sind 36%. Zusätzlich wir regelmäßig verschwiegen, dass die GKV bei allen Versicherten, die weniger als Pflichtversicherungsgrenze verdienen - das ist die Mehrheit - an jeder Einkommenserhöhung beteiligt sind. Meine PKV hat in den letzten 10 Jahren den beitrag um weniger als 30% erhöht. und ich zahle immer noch weniger als den Höchstbeitragssatz in der GKV fällig wären. Und das bei Null Zuzahlung im Krankheitsfall. Also hört auf zu meckern!

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