845 Tarife im Vergleich: Die beste private Krankenversicherung - Seite 5

845 Tarife im Vergleich: Die beste private Krankenversicherung

"Es ist Teil der Verhinderungsstrategie von Versicherungen, Wechselwilligen zunächst unattraktive Angebote zu machen", warnt Angela Baumeister, Versicherungsberaterin aus Kaarst. Schließlich hätten die Anbieter kein Interesse daran, weniger einzunehmen.

Baumeister rät Versicherten, auf weitere Angebote zu bestehen. "Wenn Versicherte in einen günstigeren Tarif wechseln, dann sollten sie aber darauf achten, dass die Abstriche bei den Leistungen nicht zum finanziellen Risiko werden", empfiehlt Baumeister. Dies sei beispielsweise bei geringeren Gebührensätzen für ärztliche Leistungen oder nicht erstatteten Heil- und Hilfsmitteln der Fall.

Zu den Heil- und Hilfsmitteln gehören Massagen, Krankengymnastik, Herzschrittmacher oder Geräte zur Heimdialyse. In der Regel listen die PKV-Tarife alles auf, was der Versicherer erstattet. Was nicht in der Liste steht, muss der Versicherte selbst zahlen. Häufig unterschätzen Versicherte das Risiko, auf eines dieser Hilfsmittel angewiesen zu sein, und lassen sich von der niedrigeren Prämie blenden.

Frau zahlt weniger

Im kommenden Jahr könnte der Tarifwechsel für viele Versicherte besonders interessant werden. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat alle Versicherer verpflichtet, Männern und Frauen spätestens im Dezember 2012 bei neuen Verträgen gleich hohe Beiträge zu berechnen.

Die Versicherer werden daher voraussichtlich spezielle Unisex-Tarife schaffen. Günstiger dürften diese neuen Tarife vor allem für jüngere Frauen werden, die bislang wegen höherer Gesundheitskosten auch höhere Beiträge zahlen müssen – obwohl die Kosten für Schwangerschaft und Geburt schon seit 2008 auf alle Versicherten umgelegt werden. Jüngere Männer hingegen sollten lieber noch die alten Tarife wählen, die nach Geschlecht unterscheiden und für sie günstiger sind.

"Durch das Wechselrecht können aber faktisch auch alle Bestandskunden auf die neu zu schaffenden Unisex-Tarife umsatteln", sagt Stefan Bause, Versicherungsexperte der Unternehmensberatung Towers Watson. Versicherer müssten daher schon vorab einkalkulieren, dass viele Altkunden wechseln werden, die in den neuen Tarifen weniger zahlen – wie zum Beispiel die jüngeren Frauen.

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Rechnen die privaten Versicherer in den Unisex-Tarifen daher von Anfang an mit hohem Frauenanteil und entsprechend hohen Kosten, könnten die neuen Tarife jungen Frauen weniger Einsparungen bringen als erwartet.

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