845 Tarife im Vergleich: Die beste private Krankenversicherung

845 Tarife im Vergleich: Die beste private Krankenversicherung

Bietet der alte Versicherer keine attraktive Tarifalternative, können unzufriedene Kunden auch den Anbieter wechseln. Dabei sollten sie sich aber von ihrem Vermittler nicht zu einem Schnellschuss drängen lassen. "Häufig sind die hohen Provisionen für den Vertrieb Schuld an einem unnötigen Anbieterwechsel", sagt Anwalt Bluhm.

Derzeit kassieren Vermittler bis zu 18 Monatsbeiträge für einen Vertragsschluss. Union und FDP wollen die Provisionen deckeln. Im Gespräch sind neun bis zwölf Monatsbeiträge als Obergrenze. Zudem soll die Frist, innerhalb derer Vermittler Provisionen zurückzahlen müssen, wenn der Versicherte kündigt, von zwei auf fünf Jahre verlängert werden.

Umzusatteln lohnt in der Regel nur für Privatpatienten, die erst seit 2009 in der PKV sind. Sie können einen Teil ihrer Alterungsrückstellungen mitnehmen. Alle übrigen Versicherten verlieren ihre kompletten Rückstellungen. Entsprechend hoch sind ihre Einstiegsprämien beim neuen Versicherer. "Diese restriktive Regelung lässt keinen funktionierenden Wettbewerb zwischen den PKV-Anbietern zu", kritisiert Gesundheitsökonom Wasem. Sie komme vor allem den Interessen der Versicherungswirtschaft entgegen. Das Gros der Versicherten bleibe so ungewollt bei einem PKV-Anbieter gefangen.

Flucht aus der Kasse

Rund fünf Millionen Deutsche sind derzeit freiwillig bei den gesetzlichen Krankenkassen versichert. Da sie mehr als 49 500 Euro brutto im Jahr verdienen, könnten sie in die PKV wechseln. Mussten Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren noch drei Jahre über dieser Grenze liegen, können sie sich seit Jahresanfang schon nach einem Jahr mit höherem Einkommen privat versichern. Wer zum Jobeinstieg direkt mehr verdient, darf sofort in die PKV.

Viele, die könnten, wechseln trotzdem nicht, etwa weil ihre Kinder in der GKV kostenlos mitversichert sind oder sie Vorerkrankungen haben, die eine private Krankenversicherung unerschwinglich machen.

"Oft ist Wechselwilligen nicht bewusst, dass die günstigen PKV-Tarife in einigen Sparten weniger leisten als die gesetzlichen Kassen", sagt Versicherungsberater Roland Harstorff aus Hamburg. Abstriche machten private Billigtarife etwa bei Leistungen für Psychotherapie.

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Nicht zuletzt die Pleite der Krankenkasse CityBKK und die finanzielle Schieflage der Vereinigten IKK mit insgesamt 1,7 Millionen Versicherten dürften jedoch die Wechsellust beflügeln. Belegen die beiden Fälle doch, dass allein Zusatzbeiträge die GKV nicht stabilisieren. Weiter steigende Kassenbeiträge sind wahrscheinlich.

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