845 Tarife im Vergleich: Die beste private Krankenversicherung - Seite 7

845 Tarife im Vergleich: Die beste private Krankenversicherung

Wenn individuell alles für einen Wechsel zu den Privaten spricht, sollten Versicherte möglichst vor dem 40. Geburtstag umsatteln. Schließlich müssen Privatpatienten erst Alterungsrückstellungen aufbauen, anderenfalls gehen die Prämien im Alter durch die Decke. "Unabhängig von den Rückstellungen sollten Privatversicherte etwa 100 Euro monatlich ansparen, um sich die Beiträge im Alter leisten zu können", rät Harstorff.

Nicht jeder, der wechseln möchte, kann die Kassen ohne Weiteres verlassen. Derzeit blockieren Ersatzkassen und AOKs einen Wechsel von freiwillig gesetzlich Versicherten, wenn diese in einem Wahltarif sind. Wahltarife bieten die Möglichkeit, die Prämien mit Selbstbehalten zu drücken oder sich Beiträge erstatten zu lassen, wenn die Versicherten wenig Leistungen in Anspruch nehmen. Dafür binden sie sich bis zu drei Jahre an den Wahltarif.

Will nun ein freiwilliges Kassenmitglied vor Ablauf der Bindungsfrist aus dem Wahltarif in die PKV wechseln, stellt sich ein Teil der Kassen quer. Dass das Bundesversicherungsamt diese Praxis für unzulässig hält, interessiert die Kassen nicht.

Ende der Vollversicherung

Noch können sich freiwillig versicherte Kassenpatienten und Selbstständige in eine PKV flüchten, die allen, die es sich leisten können, ein Rundum-sorglos-Paket liefert. Allerdings gibt es immer wieder Pläne, sowohl in der Branche selbst als auch in der Politik, aus der privaten Vollversicherung auszusteigen und nur noch auf private Zusatzpolicen zu setzen.

So drängten Allianz, Ergo und Axa 2008 auf ein Ende der privaten Vollversicherung. Hintergrund war die von der großen Koalition angestoßene Gesundheitsreform. Am Ende blieb es beim Säbelrasseln. Nur einige kleinere Anbieter wie die Bayerische Beamtenversicherung zogen sich aus dem PKV-Neugeschäft zurück.

Das könnte sich aber rasch wieder ändern. Aktuell bringt die SPD eine Bürgerversicherung ins Gespräch, die das Ende der PKV in ihrer bisherigen Form wäre. Der Berliner Rechtswissenschaftler Hans-Peter Schwintowski zweifelt generell an der Zukunft der privaten Krankenversicherung: "Als echte Vollversicherung hat sie keine Zukunft". Die Einstiegshürden seien zu hoch, und es gebe zu wenig neue Versicherte. Er rechnet daher mit einer Einheitsversicherung, die PKV und GKV vereint.

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Unternehmer Knipprath beunruhigt die Diskussion nicht, er setzt darauf, dass sein Vertrag Bestandsschutz genießt. Selbst wenn er dürfte, würde er nicht in die GKV wechseln: "Gerade im Alter, wenn die Gebrechen zunehmen, will ich eine Top-Versorgung. Vorausgesetzt, ich kann mir die Prämien dann noch leisten."

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Kommentare | 14Alle Kommentare
  • 24.05.2011, 16:35 Uhrpedro

    98 % der Kassen dicht machen und die nächsten 10 Jahre sind gesichert.
    Viele Vorstände kosten viel und wenn sie unfähig sind, noch mehr.

  • 24.05.2011, 21:38 UhrJoh. Meinerth

    Privatpatienten sind die Milchkühe der Ärzte. Es ist eine Schande, welch unverschämte Rechnungen viele Ärzte und Zahnärzte schreiben. bald sind die Privatpatienten weg, dann ist nichts mehr zu melken.
    Natürlich wollen die Sozis an die üppigen Rückstellungen der PKVs ran und diese schnell umverteilen, pervers...

  • 24.05.2011, 22:01 UhrPrivatpatient

    Das Gerücht, die PKV steigere ihre beiträge stärker als die GKV ist nicht auszurotten! ich kann mich erinnern, dass die GKV vor nicht einmal 10 Jahre rd 11% vom bruttoeinkommen bekam. Heute 15%. Ds sind 36%. Zusätzlich wir regelmäßig verschwiegen, dass die GKV bei allen Versicherten, die weniger als Pflichtversicherungsgrenze verdienen - das ist die Mehrheit - an jeder Einkommenserhöhung beteiligt sind. Meine PKV hat in den letzten 10 Jahren den beitrag um weniger als 30% erhöht. und ich zahle immer noch weniger als den Höchstbeitragssatz in der GKV fällig wären. Und das bei Null Zuzahlung im Krankheitsfall. Also hört auf zu meckern!

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