Ablaufrenditen: Am Ende der Lebensversicherung ist immer weniger Geld übrig

Ablaufrenditen: Am Ende der Lebensversicherung ist immer weniger Geld übrig

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Die Regierung will die Beteiligung der Kunden von Lebensversicherungen an deren Bewertungsreserven beenden

von Saskia Littmann

Wird eine Lebensversicherung fällig, ist das immer weniger Anlass zur Freude - erneut sind die Ablaufleistungen der Versicherer gesunken. Bei welchen Anbietern die Renditen dennoch ordentlich sind.

Früher war der Tag, an dem die Lebensversicherung ausbezahlt wurde, für viele ein Festtag. Plötzlich war viel Geld da. Diese Hochstimmung am Zahltag wird fast von Jahr zu Jahr geringer, ist nicht mehr viel da, das Image von Lebensversicherungen hat unter den niedrigen Zinsen stark gelitten. Auch in diesem Jahr müssen Lebensversicherte niedrigere Auszahlungen bei Fälligkeit ihrer Police hinnehmen.

Wie eine am Donnerstag veröffentlichte Analyse des Branchendienstes map-Report zeigt, ist die tatsächliche Ablaufleistung von Lebensversicherungen weiter gesunken. Bei einem Versicherungsvertrag, in den 30 Jahre lang jeweils 100 Euro monatlich eingezahlt wurden, fiel die sogenannte Ablaufrendite im Branchenschnitt von 5,05 Prozent 2013 auf nun 4,79 Prozent und lag damit erstmals unter der Marke von fünf Prozent. Dabei gilt: je länger die Laufzeit, desto höher die Rendite. Bei einer nur zwölf Jahre laufenden Police lag die Ablaufrendite 2014 nur noch bei 3,16 Prozent.

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Diese Versicherer bieten die höchsten Ablaufrenditen (Laufzeit: 30 Jahre)

  • Rang 5

    Unternehmen: Süddeutsche

    Ablaufleistung: 90.386 Euro
    Rendite: 5,42 Prozent

    Quelle: map-Report

  • Rang 4

    Unternehmen: Debeka

    Ablaufleistung: 93.369 Euro

    Rendite: 5,60 Prozent

  • Rang 3

    Unternehmen: Cosmos

    Ablaufleistung: 95.754 Euro

    Rendite: 5,74 Prozent

  • Rang 2

    Unternehmen: Europa

    Ablaufleistung: 96.224 Euro

    Rendite: 5,76 Prozent

  • Rang 1

    Unternehmen: HUK-Coburg

    Ablaufleistung: 96.810 Euro

    Rendite: 5,80 Prozent

  • Marktdurchschnitt

    Ablaufleistung: 80.539 Euro

    Rendite: 4,79 Prozent

Die Ablaufrendite gibt den tatsächlichen Ertrag des Kunden auf seine eingezahlten Beiträge erhalten hat. Dazu gehören unter anderem auch der Garantiezins und die Beteiligung an den Überschüssen.

Die niedrigsten Renditen bei 30-jähriger Laufzeit

  • Rang 5

    Unternehmen: Generali

    Ablaufleistung: 76.318 Euro

    Rendite: 4,49 Prozent

    Quelle: map-Report

  • Rang 4

    Unternehmen: Mecklenburgische

    Ablaufleistung: 76.049 Euro

    Rendite: 4,47 Prozent

  • Rang 3

    Unternehmen: Alte Leipziger

    Ablaufleistung: 75.570 Euro

    Rendite: 4,43 Prozent

  • Rang 2

    Unternehmen: Nürnberger Leben

    Ablaufleistung: 75.292 Euro

    Rendite: 4,41 Prozent

  • Rang 1

    Unternehmen: AXA

    Ablaufleistung: 73.363 Euro

    Rendite: 4,27 Prozent

Bei einigen Versicherern kommen allerdings auch mehr als die 4,79 Prozent zusammen. So liegt bei den 30-jährigen Verträgen in diesem Jahr die Huk-Coburg mit einer Ablaufrendite von 5,8 Prozent ganz vorne, gefolgt von der Europa und der Cosmos Versicherung. Branchenprimus Allianz schafft es mit 4,97 Prozent gerade so über den Marktschnitt und liegt auf Platz 9.

Diese Versicherer bieten die höchsten Ablaufrenditen (Laufzeit: 20 Jahre)

  • Rang 5

    Unternehmen: Targo

    Ablaufleistung: 39.896 Euro

    Rendite: 4,62 Prozent

    Quelle: map-Report

  • Rang 4

    Unternehmen: HUK-Coburg

    Ablaufleistung: 42.088 Euro

    Rendite: 5,09 Prozent

  • Rang 3

    Unternehmen: Cosmos

    Ablaufleistung: 42.210 Euro

    Rendite: 5,11 Prozent

  • Rang 2

    Unternehmen: Debeka

    Ablaufleistung: 43.013 Euro

    Rendite: 5,28 Prozent

  • Rang 1

    Unternehmen: Europa

    Ablaufleistung: 43.573 Euro

    Rendite: 5,39 Prozent

  • Marktdurchschnitt

    Ablaufleistung: 37.207 Euro

    Rendite: 4,01 Prozent

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4 Kommentare zu Ablaufrenditen: Am Ende der Lebensversicherung ist immer weniger Geld übrig

  • Vielleicht wäre für Frau Littmann ein Word-Grundkurs angeraten. Dort erfährt sie dann auch vom Stilmittel "Tabelle", das anstelle von Aufklapp-Buttons in Dokumente eingefügt werden kann.
    Den Artikel selbst habe ich natürlich nicht gelesen, da keine Lust habe, wie ein durch die WiWo dressiertes Äffchen auf besagten Buttons herumzuklicken

  • Realistisch betrachtet konnte das Versicherungsmodell "Kapitallebensversicherung" über Jahrzehnte niemals im Interesse des Versicherungskunden funktionieren. In der Regel zahlt man Jahrzehnte ein bevor ausbezahlt wird. Während der Einzahlungsphase wird ein Teil des Beitrages für den eigentlichen Versicherungszweck (Todesfallsumme während der Laufzeit) abgezweigt. Der größere Rest (Sparanteil) wird "in geheimen Algorithmen" der Versicherung verwaltet, im Wortwörtlichen Sinn. Abgezweigt vom Restbetrag des Beitrages werden alle "Kosten des Versicherungsunternehmens", wie Verwaltungskosten, Glaspaläste in besten Lagen, Dividenden für Aktionäre und Bonuszahlungen für die Verwaltungsspitzen und nicht zu vergessen, die unternehmensinterne zusätzliche Altersvorsorge für die Versicherungsmitarbeiter. Alles intransparent, nach Gutdünken der Gesellschaft und nicht nachvollziehbar für den Kunden. Da nun nach mehreren Jahrzehnten Laufzeit dieses Schneeballsystems nicht nur die Einzahlungen wegen erwiesener "Geldvernichtung für die Kunden" ausbleiben, also kaum neues Kapital nachkommt, nun aber die starken Jahrgänge mit relativ hohen Auszahlungssummen ihr Geld wollen, gerät man wie bei jedem Schneeballsystem in Schwierigkeiten. Ist doch klar, das bei den "hohen Verwaltungskosten" während der langen Laufzeit es am Ende nicht mehr für alle reicht. Jetzt werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, die Kunden in der Auszahlungsphase noch weiter zu betrügen. Faktisch sollen die jetzt noch das "Auszahlungsrisiko für die verbleibenden Versicherungskunden" durch Auszahlungskürzungen übernehmen. Man kann nur allen jüngeren Menschen raten, niemals Verträge abzuschließen, die jahrzehntelang laufen, unkündbar oder nur mit hohen Verlusten kündbar sind. Dazu gehören auch alle privaten Altersvorsorgeverträge. Die einzige Altersvorsorge die dort abgesichert wird ist die der Versicherungsbeschäftigten. Staatsanleihen und Bankaktien kann ich auch selbst kaufen ohne Versicherungsvertreter zu beteiligen

  • Schade,dass Gier kein Gedächtnis kennt,sonst könnte man solche Abzockvereinigungen,die konsequent und Hand in Hand mit dem Finanzminister gegen das Interesse der eigenen Kunden,aber im Interesse der Aktionäre handeln,mal in Zukunft gründlich spüren lassen,wie süß Rache ist.
    Aber wahrscheinlich gehen wieder massenhaft unbedarfte Anleger diesen Versicherungen auf den Leim.
    Versicherungen tragen übrigens mehr und nachhaltiger dazu bei,dass dieses Geldsystem zum Schaden der Unter und Mittelschicht auf der ganzen Welt funktioniert.

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