Agrarwetten: Reis vor Preis-Rally

Agrarwetten: Reis vor Preis-Rally

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Händler an der US-Börse Chicago Mercantile Exchange (CME)

von Martin Gerth und Frank Doll

Wie Anleger mit Zertifikaten auf Trends bei Getreide und Soja setzen.

An der Chicagoer Terminbörse CBoT wetten Profihändler auf Schweinebäuche, gefrorenen Orangensaft oder Weizen. Auch Privatanleger mit starken Nerven können über Zertifikate auf einzelne Agrargüter mitzocken.

Besonders viel Musik ist derzeit bei Weizen drin. Nach der Flut im Osten Australiens könnten bis zu 40 Prozent der Weizenernte nur noch als Futtermittel taugen. Normal wäre ein Ausschuss von etwa zehn Prozent. Australien ist in diesem Jahr mit voraussichtlich 14,3 Millionen Tonnen der viertgrößte Weizenexporteur. Im vergangenen Jahr exportierten die Australier noch 16,9 Millionen Tonnen. Zudem stocken Algerien und Indonesien ihre Lager auf und nehmen so Weizen vom Markt.

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Ähnlich gut wie beim Weizen sind derzeit die Aussichten für Sojabohnen. In Argentinien, dem drittgrößten Exportland, könnte die Ernte laut Commerzbank wetterbedingt um ein Viertel schlechter ausfallen als 2009. Steigende Nachfrage heizt den Sojapreis zusätzlich an.

China importiert 60 Prozent der weltweit gehandelten Sojabohnen. Auch bei Mais drehen die Chinesen an der Preisspirale: Die Importe aus den USA steigen in diesem Jahr voraussichtlich von 1,5 Millionen auf 7,0 Millionen Tonnen. Der Boom der Biospritbranche stützt ebenfalls den Maispreis. Gingen 2005 nur zwölf Prozent der US-Maisproduktion in den Tank, waren es im vergangenen Jahr schon knapp 40 Prozent. Laut Welternährungsorganisation FAO könnte die Weltproduktion von Bioethanol bis 2017 auf 125 Milliarden Liter steigen – doppelt so viel wie 2007.

Asiens Liebling

Bei den Getreidesorten liegt einzig Reis noch weit unter seinem Preishoch von 2008. Doch auch der Preis für das Lieblingsgetreide Asiens könnte nun Fahrt nach oben aufnehmen, weil die Nachfrage als Ersatz für den teuren Weizen zunehmen wird. Knapper Reis in einzelnen Staaten lockte, wie schon 2007/08, staatliche und private Spekulanten an. Der weltgrößte Reisexporteur Thailand könnte abermals ein Exportverbot verhängen, Bauern würden ihre Ernte in Erwartung steigender Preise zurückhalten. Spekulanten könnten dann den Preis des Grundnahrungsmittels für Milliarden Menschen weiter nach oben treiben. In Chicago gehört Reis allerdings nicht zu den bevorzugten Spielzeugen der Spekulanten. Rein in den Markt kämen sie wohl noch, aber mangels Liquidität nicht schnell wieder raus.

Wetten mit Agrar-Zertifikaten sind, anders als Investments in Agraraktien, eine Sache von Wochen oder Monaten: Wenn Wetterextreme Ernten in einer Saison verhageln, können Farmer in der nächsten Saison das dann knappe Gut anbauen, die Preise würden dann schnell wieder fallen.

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