Aktienfonds: Fiat aufgestockt

Aktienfonds: Fiat aufgestockt

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Model, Fiat 500

von Martin Gerth

Wie Aktienfondsmanager auf die derzeitigen Marktschwankungen reagieren, welchen Titeln sie Vertrauen schenken.

Für Aktienfondsmanager ist die aktuelle Schuldenkrise Chance und Risiko zugleich. Auf der einen Seite locken günstig bewertete Aktien aus Krisenländern, darunter Spanien, Griechenland und Italien. Optimist Hendrik Leber, Chef des Frankfurter Vermögensverwalters Acatis, hat bereits zugeschlagen: „Wir haben unter anderem Fiat aufgestockt.“ Leber habe deutlich mehr Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit von Fiat als in die des italienischen Staates: „Italienische Aktien werden völlig zu Unrecht für die Fehler der Regierung in Sippenhaft genommen.“

Andererseits macht die hohe Nervosität an den Aktienmärkten wegen der Schuldenkrise die Auswahl der richtigen Titel nicht unbedingt leichter. Fondsmanager Robert Beer aus Weiden in der Oberpfalz bleibt daher vorsichtig: „Selbst wenn derzeit gute europäische Aktien günstig erscheinen, ist es riskant, sie zu kaufen und einfach liegen zu lassen. Auch diese Titel können in den kommenden Monaten stark unter Druck geraten.“

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Das Depot je nach Marktlage hektisch umzuschichten sei auch keine Alternative. Dafür sei angesichts der hohen Schwankungen das Timing viel zu schwierig. Auch Stopp-Loss-Marken seien kein Allheilmittel. „Da fliegen zu viele chancenreiche Titel raus, bei denen die Anleger dann zu spät wieder einsteigen“, sagt Beer. Sein Rezept: mit Optionen auf den Euro Stoxx einen Teil des Aktienportfolios nach unten absichern. Zudem gewichtet er kriselnde Branchen, darunter Banken und Versorger im Depot unter. Allenfalls Versicherungen, darunter Axa und Allianz traut er mehr als dem Euro Stoxx 50 insgesamt zu.

Banken ganz gezielt

Leber dagegen sieht sein Heil vor allem darin, seine Aktienportfolios möglichst breit zu streuen, darunter auch Banken. Nicht alle Kreditinstitute seien über einen Kamm zu scheren. „Entscheidend ist, wie marktgerecht die einzelne Bank ihre Forderungen gegenüber den Krisenstaaten bewertet hat„, sagt Leber. Je geringer das Volumen risikobehafteter Staatsanleihen und je besser die Kapitalausstattung, desto leichter falle es den Banken, 30, 40 oder 50 Prozent abzuschreiben. Insbesondere bei staatsnahen Banken, darunter KfW, WestLB, Commerzbank oder der Hypo Real Estate Bad Bank, sei der Abschreibungsbedarf nach wie vor hoch.

Anleihen gänzlich zu meiden, hält Leber allerdings für einen Fehler: „Wenn ein solides Unternehmen, beispielsweise Südzucker, fünf Prozent pro Jahr zahlt, dann werde ich die Chance natürlich nutzen.“ Nicht verstehen könne er den Run auf Bundesanleihen. „So toll ist die Zahlungsfähigkeit Deutschlands auch nicht mehr und sie wird sich mit jedem weiteren Rettungsschirm verschlechtern“, sagt der Frankfurter Vermögensverwalter.

Auf Pump Anschluss gesucht

Robert Beer glaubt, dass die Schuldenkrise auf Jahre hinaus Bremsspuren am europäischen Aktienmarkt hinterlassen wird: „Der Geburtsfehler des Euroraums, nämlich das Versprechen auf einheitliche Lebensverhältnisse, lässt sich nicht in ein paar Monaten revidieren.“ Jetzt räche sich, dass Spanien, Italien oder Griechenland auf Pump über ihre Verhältnisse gelebt hätten, um zu den reicheren EU-Staaten aufzuschließen. Anleger müssten weiterhin mit einem stark schwankenden Aktienmarkt ohne klaren Trend nach oben oder unten rechnen.

Beers Kollege Leber ist dagegen zuversichtlicher: „Wenn die EU endlich mit einem schlüssigen Sanierungskonzept um die Ecke käme, dann könnte eine Rally starten, schließlich verdienen viele Unternehmen außerordentlich gut.“ Dass die EU-Staaten schnell handeln werden, hält er allerdings für wenig realistisch: „Die Regierungen werden in den kommenden Monaten zunächst weiter wursteln und den längst überfälligen Schuldenschnitt vermeiden.“ Für Aktien spreche, dass es derzeit keine echte Alternative gebe und viel Kapital in sicheren aber wenig rentierlichen Anlagen gebunkert werde. Schon im Herbst sei daher wieder ein leichtes Plus am Aktienmarkt drin.

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