Allianz-Studie: Deutsche Sparer leiden unter niedrigen Zinsen

Allianz-Studie: Deutsche Sparer leiden unter niedrigen Zinsen

Die deutsche Finanzbranche beklagt wegen der EZB-Nullzinspolitik die Enteignung der Sparer. Doch neue Zahlen belegen: Selbst in Zeiten hoher Zinsen verlieren Anleger mit Spareinlagen Geld.

Es ist paradox: Obwohl die Zinsen seit Monaten extrem mickrig sind, legen die Menschen in Deutschland ihr Geld bevorzugt auf dem Sparbuch oder dem Tagesgeldkonto an. Um Aktien machen sie hingegen einen Bogen.

Die Deutsche Bundesbank sieht eine „gewisse Risikoaversion“. Doch die Vorliebe für scheinbar sichere Anlagen kommt die Bürger teuer zu stehen: Weil Sparzinsen meist unter der Inflationsrate liegen, verlieren sie real Geld. Experten werfen der Europäischen Zentralbank (EZB) vor, mit ihrer Nullzinspolitik zugunsten kriselnder Euroländer die Sparer hierzulande zu enteignen.

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Das bestätigt auch eine neuen Studie der Allianz. Sie verglich die Zinssätze 2013 mit den Durchschnittszinsen der Jahre 2003 bis 2008. Dann stellte sie durch die gelockerte Geldpolitik „entgangenen“ Zinsen auf der Einlagenseite den Zinsgewinnen bei Krediten gegenüber. Das Ergebnis: Die Menschen in Deutschland verloren 2013 unter dem Strich pro Kopf 67,60 Euro. Hinzu kommt der Inflationseffekt.

„Der Zinsverlust hat sich von 34,20 Euro im Vorjahr fast verdoppelt, weil die Einlagenzinsen stark gesunken sind, vor allem die Baudarlehen aber kaum noch nachgaben“, sagte Allianz-Ökonom Arne Holzhausen. Nach Zahlen des ersten Quartals dürfte der Pro-Kopf-Verlust 2014 sogar auf 71,60 Euro ansteigen. Verstärkt werde der Effekt dadurch, dass immer mehr Geld in kurzfristige Einlagen wie Sparbücher oder Tagesgeldkonten gesteckt werde.

Meinen Sie, dass es zukünftigen Rentnergenerationen besser oder schlechter gehen wird als den derzeitigen Rentnern?

  • 80%

    Ein alarmierender Anteil von 80% der Befragten in Deutschland (n = 1.000, 900 Erwerbstätige und 100 Personen im Ruhestand) ist davon überzeugt, dass es den zukünftigen Rentnern schlechter gehen wird als denen, die heute bereits im Ruhestand sind.

    Quelle: Aegon Ruhestandsstudie 2014

  • 15%

    15% der Grundgesamtheit erwarten keine größeren Unterschiede hinsichtlich der aktuellen und zukünftigen Situation.

  • 3%

    3% waren unsicher, ob es zukünftigen Rentnergenerationen besser oder schlechter gehen wird als den derzeitigen Rentnern.

  • 2%

    Lediglich 2% der Befragten schätzen die Situation zukünftiger Rentengenerationen optimistischer ein und erwarten eine Verbesserung.

In anderen Euroländern profitieren die Menschen hingegen nach früheren Angaben der Allianz von den Mini-Zinsen. Denn Schuldnern spielen niedrige Zinsen in die Karten, während Gläubiger die Verlierer sind. Holzhausen betonte: „Das zeigt, dass die deutschen Haushalte ihren Beitrag für die extrem lockere Geldpolitik der EZB zur Unterstützung der schwächeren Länder zahlen müssen.“

Europas oberster Währungshüter Mario Draghi sagt, er nehme die Sorgen sehr ernst. Doch „die Zinssätze, die wir festlegen, gelten für Banken, nicht für die Menschen“. Der EZB-Präsident betont: „Die Behauptung, wir wollten Sparer enteignen, ist völlig falsch.“ Man wolle genau das Gegenteil: das Wachstum unterstützen. Dann werde auch das Zinsniveau wieder anziehen.

Tatsächlich zeigen Zahlen der Bundesbank, dass Sparer in den vergangenen 40 Jahren immer wieder reale Verluste hinnehmen mussten, wenn sie ihr Geld in kurzfristigen Spareinlagen mit maximal drei Monaten Kündigungsfrist anlegten. Und zwar nicht nur, wenn der Leitzins wie aktuell bei 0,15 Prozent liegt - auch weitaus höhere Zinsen liegen meist noch unterhalb der Inflation, die dann die Rendite auffrisst.

Trotzdem war der Aufschrei selten so groß wie derzeit. „Die anhaltende Niedrigzinspolitik beschädigt die dringend notwendige Altersvorsorge“, wettert etwa Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon. Gerade die Menschen in Deutschland legten ihr Geld traditionell sicher an und litten daher besonders unter den Mini-Zinsen.

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