Alternativen zur BU-Police: Absicherung, wenn Schutz vor Berufsunfähigkeit unmöglich ist

Alternativen zur BU-Police: Absicherung, wenn Schutz vor Berufsunfähigkeit unmöglich ist

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Handwerkliche Berufe mit hohem Risiko einer eintretenden Berufsunfähig werden immer seltener oder nur sehr teuer versichert

von Andreas Toller

Risikogruppen wie Dachdecker oder Krankenschwestern blitzen mit ihrem Wunsch nach Schutz von Berufsunfähigkeit bei den Versicherern oft ab. Doch es gibt Alternativen zur klassischen BU-Police, die das Risiko zwar nicht komplett auffangen, aber zumindest mindern – sogar ohne Gesundheitsprüfung.

Das Urteil des Oberlandesgerichts in Karlsruhe hätte kaum eindeutiger ausfallen könne. Im konkreten Fall hatte ein Bauschlosser wegen eines Rückenleidens auf Auszahlung seiner Berufsunfähigkeitsversicherung geklagt. Seine Versicherung verweigerte die Auszahlung, weil der Handwerker bei Vertragsabschluss Vorerkrankungen und zeitweise Arbeitsunfähigkeit aus den Vorjahren einfach verschwiegen hätte. Die Vorerkrankungen hatten zwar größtenteils nichts mit dem Berufsunfähigkeit auslösenden Rückenleiden zu tun. Aber für das Gericht war das Urteil klar: im Verschweigen schwerer oder chronischer Erkrankungen sei ein arglistiges Täuschungsmanöver des Klägers erkennbar, der Versicherungsvertrag auf betrügerische Weise erschlichen worden. Die Zahlungsverweigerung der Versicherung sei daher rechtens. Einmal mehr bestätigt sich damit: Wer bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen mogelt und Vorerkrankungen verschweigt, riskiert den Verlust seines Versicherungsschutzes – und steht im Bedarfsfall mit Nichts da.

Eine kostspielige Angelegenheit

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Die Gründe des Handwerkers für Täuschung liegen auf der Hand. Sicherlich hatte sich der Bauschlosser durch die Verneinung von Vorerkrankungen während der zehn Jahre vor Vertragsabschluss deutliche Vorteile versprochen. Entweder er fürchtete, überhaupt keinen geeigneten Versicherungsschutz zu bekommen, weil die Versicherung diesen aufgrund der hohen Versicherungsrisiken abgelehnt oder zumindest wichtige Gesundheitsrisiken in der Police explizit ausgeklammert hätte. Oder er erhoffte sich zumindest niedrigere Monatsbeiträge durch die Einstufung in eine günstige Risikoklasse. Schließlich ist der Schutz vor Berufsunfähigkeit eine kostspielige Angelegenheit, deren Nutzen nur dann zutage tritt, wenn der Versicherte tatsächlich berufsunfähig wird und die Versicherung dies auch anerkennt.

Die günstigsten BU-Policen für Bankkaufleute

  • Zielgruppe

    Mann, 30 Jahre, angestellte Bankkaufleute, 1.500 Euro monatliche BU-Rente, BU-Schutz bis Alter 67, Beitragsverrechnung.

    Hinweis: Der Nettobeitrag ist die zu Versicherungsbeginn zu zahlende Prämie. Sie kann während der Vertragslaufzeit vom Versicherer einmal jährlich erhöht werden, maximal aber bis zur Höhe des Bruttobeitrags. Die Veränderung des Nettobeitrags bezieht sich auf die Tarife vor Umstellung auf die geschlechtsneutralen Unisex-Tarife.

    Quelle: Franke und Bornberg, Januar 2013

  • 1. HanseMerkur

    Tarif: SBU Profi Care

    Bruttobeitrag (Unisex): 92,78€

    Nettobeitrag (Unisex): 54,74€

    Veränderung Nettobeitrag (in Prozent): -7%

  • 2. Stuttgarter

    Tarif: BUV-Plus 91

    Bruttobeitrag (Unisex): 104,70€

    Nettobeitrag (Unisex): 62,82€

    Veränderung Nettobeitrag (in Prozent): -2%

  • 3. Nürnberger

    Tarif: Selbstst. BU SBU2600C

    Bruttobeitrag (Unisex): 92,21€

    Nettobeitrag (Unisex): 64,55€

    Veränderung Nettobeitrag (in Prozent): 6%

  • 4. Würtembergische

    Tarif: SBU

    Bruttobeitrag (Unisex): 85,80€

    Nettobeitrag (Unisex): 66,41€

    Veränderung Nettobeitrag (in Prozent): -3%

  • 5. Swiss Life

    Tarif: BUV

    Bruttobeitrag (Unisex): 107,76€

    Nettobeitrag (Unisex): 67,08€

    Veränderung Nettobeitrag (in Prozent): -15%

Urteile wie das aus Karlsruhe sind nicht weiter ungewöhnlich. Versicherer haben nicht nur das Recht, sondern im Interesse der übrigen Versicherten sogar die Pflicht, die Risiken innerhalb der Versichertengemeinschaft möglichst genau zu kalkulieren. Schließlich sind Wirtschaftlichkeit und Stabilität einer Versicherung im Interesse aller Versicherten. Das betrifft nicht zuletzt auch die Beitragsstabilität.

Versicherung für Risikoberufe wird immer teurer

Die Versicherungsanalysten von Franke und Bornberg in Hannover beobachten allerdings, dass es für die Mehrheit der Berufstätigen immer schwieriger wird, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abzuschließen. Während es einen zunehmend intensiven Preiswettbewerb zwischen den Versicherern um die Kunden mit niedrigen Risiken gibt, wird die BU-Police für die typischen Risikoberufe – also körperlich Tätige wie etwa Handwerker – immer teurer. "Für Berufe mit höherem Risiko wie Maler oder Maurer haben sich die Preise in den letzten Jahren aber zum Teil vervierfacht. Monatsbeiträge von 300 Euro und mehr sind keine Seltenheit", konstatierte Michael Franke, Geschäftsführer von Franke & Bornberg, erst Anfang Februar. Die Konsequenz: Wer nicht gleich von den Versicherungen als Kunde abgelehnt wird, sieht sich oftmals mit geforderten Beitragszahlungen konfrontiert, die für ihn unbezahlbar sind.

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4 Kommentare zu Alternativen zur BU-Police: Absicherung, wenn Schutz vor Berufsunfähigkeit unmöglich ist

  • Eine so existenziell notwendige Absicherung aus der gesetzlichen RV zu nehmen war ein Skandal. Menschen mit niedrigem Einkommen können sie sich nicht leisten, wer nicht absolut gesund ist bekommt keine Versicherung oder Beiträge die er nicht zahlen kann oder Ausschlüsse, die einen Abschluss nicht sinnvoll erscheinen lassen. Bei Arbeitslosigkeit können oftmals die Beiträge nicht mehr gezahlt werden usw. Wer neben ausreichender zusätzlicher privater Altersvorsorge noch eine spätere Pflege und die BU absichern soll, muss schon über ein gesichertes Einkommen verfügen, das statistisch maximal 20% der Bevölkerung zur Verfügung steht. So fragt man sich als normaler Bürger, haben die Politiker mal das kleine "Einmaleins" gelernt und beherrschen sie wenigstens noch die Addition von kleinen Zahlen. Wenn dem so wäre, müsste eigentlich auffallen, das die Übertragung von existenziellen Lebensrisiken aus einer Solidargemeinschaft in die private Vorsorge aus verschiedenen Gründen scheitern muss. Letztendlich landet dann der "Hilfebedürftige ohne ausreichende private Absicherung" wieder in der staatlichen Grundsicherung. Es gibt einfach Dinge, die gehören zumindest bis zu einer gewissen Grundabsicherungshöhe in ein Solidarsystem. Es bleibt das Gefühl, dass ein sicheres und funktionierendes Solidarsystem mit tragfähigen Beiträgen und Absicherung für alle, bewusst zu Gunsten von Versicherungsgesellschaften zerstört werden soll.

  • Dieser Artikel wurde wohl von einem Praktikanten geschrieben, daß es für Unfall-Versicherung, Dread Disease oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung keine Gesundheitsprüfung gibt ist völlig falsch.

  • Die Überschrift "Alternativen ohne Gesundheitsfragen" klang interessant, denn häufig steht man als Makler vor dem Problem, dass die BU-Versicherer ablehnen oder nur eingeschränkt annehmen wollen. Die angepriesenen Lösungsalternativen sind aber erstens nicht vergleichbar mit einer BU-Versicherung (z. B. Unfallversicherung) und außerdem werden für alle diese Versicherungen ebenfalls Gesundheitsfragen gestellt, daher hat die Überschrift leider nichts mit dem Inhalt dieses Artikels gemein ... Thema verfehlt, setzten, sechs ...

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