Altersarmut: Niedrige Rente bedeutet nicht gleich Altersarmut

KommentarAltersarmut: Niedrige Rente bedeutet nicht gleich Altersarmut

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Die Aufregung um die Mini-Renten ist ein schönes Beispiel, wie mit isolierten Statistiken Stimmung gemacht wird - auf Kosten der Wahrheit: Der Anteil der Armutsgefährdeten an den über 65-Jährigen ist niedriger als in der Gesamtbevölkerung.

von Max Haerder

Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst interpretiert hast... Die Aufregung um Mini-Renten offenbart, wie mit isolierten Zahlen die Wahrheit verschleiert wird.

Bei den nackten Zahlen erfasst viele erst einmal die nackte Angst: Fast jeder zweite Rentner in Deutschland bekommt nur maximal 700 Euro Rente im Monat, so berichtet es die BILD-Zeitung unter Berufung auf Statistiken der Deutschen Rentenversicherung. 2012, so der exakte Wert, waren es 48,22 Prozent. Unter den Neurentnern, die letztes Jahr also zum ersten Mal ihre Altersbezüge bekamen, lag die Quote sogar bei rund 55 Prozent.

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Ist die Rente also Armut per Gesetz, wie viele Sozialverbände argwöhnen? Leistet die staatliche Alterungssicherung - die doch eigentlich mit dem Versprechen antritt, den Lebensstandard mehr oder weniger abzusichern - mittlerweile kaum mehr als Hartz IV? Ist die Rente überhaupt noch sicher?

Gemach. Die Aufregung um die Mini-Renten ist ein schönes Beispiel, wie mit isolierten Statistiken Stimmung gemacht wird - auf Kosten der Wahrheit. Aus ihr lässt sich eben noch lange nicht ableiten, dass jeder zweite Rentner wirklich nahe oder unter der Armutsgrenze lebt. Um das zu verstehen, muss man aber den Kontext kennen.

Die Rentenversicherung selbst sah sich genötigt, die aufgeregten Pressemeldungen zu kommentieren. Die Höhe der Renten alleine "kann keine Auskunft über die Einkommenslage von Rentnerhaushalten geben". Warum? Die gesetzliche Rente funktioniert nach dem Prinzip: Wer mehr einzahlt, erhält später auch mehr. Das bedeutet auch: Wer wenig oder gar nicht einzahlt, bekommt im Ruhestand auch wenig bis nichts - zumindest nicht aus der Rentenkasse.

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Dafür gibt es zahlreiche Gründe: Die Generationen von Hausfrauen, die kaum oder gar nicht gearbeitet, sondern sich der Familie gewidmet haben, bekommen zum Beispiel  wenig Rente (die Union will mit Verbesserungen bei der Mütterente deshalb gerade in den Wahlkampf ziehen). Selbstständige sind von der Pflicht zur Beitragszahlung befreit, ebenso Beamte. Keine Einzahlung, keine staatliche Rente.

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