Altersvorsorge: Auslaufmodell Lebensversicherung?

Altersvorsorge: Auslaufmodell Lebensversicherung?

Bild vergrößern

Kündigungsschreiben für eine Lebensversicherung

von Annina Reimann

Wie die Branche um ihre Kunden kämpft, wie sie ihr Geld im Umfeld von Bankenpleiten und drohenden Staatsbankrotten anlegt.

Niedrige Zinsen und ein teurer Vertrieb machen es den Lebensversicherern schwer, hohe Überschüsse für ihre Kunden zu erwirtschaften. Und nun auch noch die Turbulenzen um Griechenland, England, Spanien: Die Anlageprofis der Versicherer müssen plötzlich auch noch Länderpleiten einkalkulieren. Welche Risiken drohen in der Kapitalanlage und damit für die Altersvorsorge der Kunden? Mit welcher Rendite können Sparer in Zukunft überhaupt noch rechnen?

Bisher hat kein Kunde in der Finanzkrise Geld mit seiner Lebensversicherung verloren. Ob das so bleiben wird, diskutierten fünf Top-Experten am runden Tisch der WirtschaftsWoche.

Anzeige

Klumpenrisiken

Die Portfolios der Branche sind alles andere als Witwen- und Waisenfest: "60 bis 70 Prozent der Kapitalanlagen sind derzeit Bankenrisiken. Die Krise hat verdeutlicht, dass diese Quote zu hoch ist", räumt etwa Jürgen Meisch, Kapitalanlage-Chef der Gothaer Versicherung, ein. Tim Ockenga, Versicherungsspezialist bei der Ratingagentur Fitch, sagt: "Die Versicherer versuchen jetzt, Klumpenrisiken zu reduzieren, das heißt, große Positionen gegenüber einzelnen Banken abzubauen und stärker zu diversifizieren, vermehrt auch auf europäischer Ebene."

Ohne die Stützungsaktion für die Banken hätten die Versicherer ein Problem gehabt, so der Ökonom Klaus Jaeger. Doch das sei nicht das einzige Problem der Lebensversicherer: "Die Unsicherheit hat zugenommen, Anleger wollen sich weniger langfristig binden – auch, weil die Arbeitswelt und Einkommen nicht mehr so sicher sind." Der Anleger wolle daher eher kurzfristig verfügbare Investments. "Deshalb bekommen die Lebensversicherer ein Problem."

Immer weniger wollen sich binden

Die Zahlen geben ihm recht: So wollen sich immer weniger Bürger an langlaufende Verträge mit regelmäßiger Beitragszahlung binden. "Ein gewisser Sparzwang" sei jedoch  "erforderlich“, wenn man fürs Alter vorsorgen wolle, so  Johannes Lörper, Versicherungsmathematiker und Vorstand der Ergo Lebensversicherer.

"Das Grundübel der Planung von Altersvorsorge ist mangelndes Wissen. Für viele ist schon Zinseszinsrechnung ein Fremdwort", hält Stefan Albers, unabhängiger Versicherungsberater, Anlegern den Spiegel vor. Die Vermögensverwaltung bei einer Versicherung oder Bank sei prinzipiell ein Ausweg - aber einfach "zu teuer".

Lesen Sie der neuen WirtschaftsWoche (Heft 16/2010, ab Montag am Kiosk), was für und gegen ein Engagement in eine Lebensversicherung spricht, wie die Versicherer ihre 707,4 Milliarden Euro schweren Kapitalanlagen derzeit und in Zukunft steuern wollen, welchen unabhängigen Einblick in die Zahlen Versicherungsanalyst Ockenga gewährt – und wie ein Ökonom und ein Berater gegen die Argumenation der Branche halten.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%