Altersvorsorge: Falsche Beratung schmälert die Rente

Altersvorsorge: Falsche Beratung schmälert die Rente

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Viel Papierkram: Wer einen Rentenvertrag abschließt, sollte auf einige Kennzahlen genau achten.

Riestern oder betrieblich vorsorgen? Eine Studie zeigt, dass Sparer im Rentenalter monatlich bis zu 100 Euro mit dem falschen Vertrag verlieren. Viele Deutsche machen es sich bei der Altersvorsorge zu leicht.

Wer für das Alter vorsorgen will, fühlt sich seinem Berater schnell ausgeliefert. Zu kompliziert sind die Berechnungen, zu verwirrend die Fachsprache. Die vermeintlich besten Tarife entstehen in einer Blackbox. Bei der Entscheidung zwischen betrieblicher Altersvorsorge (bAV) oder Riesterrente galt deshalb lange die einfache Regel: Bis 2500 Euro Gehalt riestern. Wer mehr verdient, sollte betrieblich vorsorgen. Eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) zeigt, dass es sich die Deutschen damit zu einfach machen.

Gegen die Regel

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Die Forscher des Instituts, das von der Versicherungswirtschaft finanziert wird, haben in 34 Musterfällen die Rentenleistungen von Riester und bAV verglichen. Heraus kamen teilweise erhebliche Unterschiede von bis zu 100 Euro monatlich. "Grundsätzlich gilt die Regel", sagt Klaus Morgenstern vom DIA. Die Entscheidungsgrenze von 2500 Euro sei allerdings kritisch.

So komme ein Single ohne Kinder und einem monatlichen Einkommen von 800 Euro mit einer betrieblichen Altersvorsorge erheblich besser weg als mit der Riesterrente. Umgekehrt könnten Arbeitnehmer mit einem Gehalt monatlichen von mehr als 3000 Euro von der Riesterrente profitieren - wenn sie drei oder mehr Kinder haben. In beiden Fällen besagt die Regel genau das Gegenteil.

Wie finde ich heraus, ob ich eine solche Ausnahme von der Regel darstelle? Vorsorgeexperte Morgenstern setzt bei der Beratung an. "Es wird häufig mit Bruttorenten beraten", sagt er. Dabei sagt das noch nichts darüber aus, wie viel Versicherte im Rentenalter in der Tasche haben. "Von der Bruttorente gibt es erhebliche Abzug in der Rentenphase", sagt Morgenstern.

Fragen Sie nach dem Netto!

Der Vorsorgeexperte weiß auch: "Die Bruttorenditen sehen natürlich schöner aus." Entscheidend ist aber die Nettorente. Und die kann bis zu 17 Prozent unter dem Bruttobetrag liegen. Verbraucher sollten deshalb bei der Beratung darauf bestehen, diese Kennzahl berechnen zu lassen. An dieser Stelle offenbart sich in der Rentenphase ein entscheidender Unterschied zwischen Riesterrente und bAV. Auf letztere entfallen zusätzlich Sozialabgaben.

Wer sich um die Altersvorsorge kümmert, sollte sich zudem nicht zu stark von der Gegenwart leiten lassen. "Selbst Vermittler achten oft nur auf die Ansparphase", sagt Morgenstern. Natürlich sollten sie die Förderungen und Vergünstigungen bei der Beitragszahlung berücksichtigen. Die zusätzlichen Belastungen in der Rentenphase würden bei der Beratung aber zu oft ausgeblendet.

Garantie vor Prognose

Versicherungen geben für die Auszahlungen in der Rentenphase in der Regel zwei Werte an: eine garantierte und eine prognostizierte Rente. Bei letzterer sind die Einlagen des Versicherers deutlich höher verzinst und der Betrag ist deutlich höher als bei dem gesetzlich festgelegten Garantiezins. Voraussetzung: Es ändert sich nichts an den wirtschaftlichen Umständen.

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So schön das klingt - Thomas Hentschel, Vorsorgeberater der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, rät zur Vorsicht. "Die prognostizierten Werte sind reine Zukunftsforschung", sagt er. "Keiner weiß, wie sich Steuern und Sozialabgaben entwickeln." Er rät den Verbrauchern in seiner Beratung: "Stellen Sie sich auf den Garantiezins ein!" Wie die Studie zeigt, kann das durchaus die Entscheidung für oder gegen die bAV beeinflussen. Denn wo die prognostizierte Rentenhöhe der bAV über der Riesterrente liegt, kann der garantierte Wert darunter liegen.

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2 Kommentare zu Altersvorsorge: Falsche Beratung schmälert die Rente

  • Alle reine Kaffeesatzleserei. Was in 20-40 Jahren jemand an Rente bekommt steht in den Sternen!!! Bis dahin haben wir unsere Währung mindestens einmal zerstört, mit all den negativen Folgen für Sparer. Eventuelle gibt es ein "wirtschaftlich vereintes, zentral gesteuertes Europa mit einheitlicher Altersrente, man darf davon ausgehen, auf niedrigstem Level für die Masse usw. Die einzigen die vom "Sparen der anderen" jährlich gut leben sind die Anlageverwalter. Im Gegensatz zu Ihren Kunden bekommen die jährlich ihren Anteil ausbezahlt während die Einzahler weder wissen was mal rauskommt, ob überhaupt was rauskommt, wie es zu versteuern ist, was der Staat sich noch alles abgreift. Die Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen und untergraben jedes Vertrauen in private Alterssicherung. Mir ist kein Gesetz bekannt, das Altersvorsorgeguthaben eines privaten Anlageinstitutes bei Insolvenz ersetzt. Und bei einem Währungscrash, der ja nicht unwahrscheinlich ist so wie es momentan läuft, dürfte sowie so alles weg sein. Selbst wenn alles einigermaßen gut geht, frisst die "schleichende Inflation" den größten Teil der Ersparnisse auf. Denn, was man sich für die hypothetisch prognostizierten Auszahlungsbeträge in der Zukunft kaufen kann, steht nirgendwo. Da private Altersvorsorgebeiträge keinen "Sonderschutz gegen jedwede Ausfälle" genießen, kann man auch gleich selbst sparen und muss nicht noch die Versicherungswirtschaft mit "durchfüttern". Damit das nicht passiert, hat man von der Politik (mit freundlicher Unterstützung der Versicherungswirtschaft) die "Zwangsverwaltung der Sparbeiträge" durch Versicherungsunternehmen eingeführt. Prämien- Pfändungs- und Harz4-Schutz bekommt nur, wer andere mit teilhaben lässt an der "Vermögensverwaltung". Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Fazit: Man muss nicht nur überlegen was man macht, sonders ob es sich überhaupt noch lohnt in dieses korrupte und gescheiterte "Schneeballsystem" einzuzahlen.

  • Michel, genau so ist es. Der Staat wird die Einkommens-Steuern auf die Renten erhöhen während die Einkommen nicht angemessen mitwachsen. Die Subventionen und Sozialleistungen werden massiv gekürzt ab 2020 wegen der Sparbremse. Die Leistungen aus der Riester-Rente werden zwar formal vom Staat garantiert. Der Staat wird jedoch zuerst die Beamten-Pensionen auszahlen und die liegen laut Herr Prof. Dr. Raffelhüschen kumuliert aktuell bei 10 Billionen EUR Barwert für die aktuell lebende Generation. Addieren Sie auf die Staatsverschuldung bis 2025 nochmal mindestens 2 Billionen EUR drauf. Versprochen wird viel an die Renter, aber kommen wird dann aufgrund von "technischen Schwierigkeiten" oder "Interessenskonflikten" (siehe Beamte) wenig an die Renter, sondern an all diejenigen, die gute "Kontakte" mit den Politikern haben.
    Die Finanz-Krise verschärft die Schmälerung der Kapital-Erträge der Banken und der mit diesen eng verzahnten Versicherungs-Unternehmen. Viele kleinere Versicherer werden die Krise bis 2020 nicht überleben. Die größeren werden massiv einsparen und dann noch vom Staat geschröpft werden. Der Zugang für Neukunden wird weiterhin erschwert und die Zahlungen schlechter. Letztlich überleben die großen Versicherer die Finanzkrise dennoch, wenn diese über ausreichend Eigenkapital verfügen anteilig an Kapitalmärkten in den USA. Dieses schrumpft jedoch im momentan ebenfalls, da die Bildung von Rücklagen in vollem Gange ist. Riesen wie die Allianz überleben diese Krise allein schon durch Bilanzierungstricks ;o

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