Altersvorsorge: Lebensversicherung: Wie wenig Rendite noch?

Altersvorsorge: Lebensversicherung: Wie wenig Rendite noch?

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Lebensversicherungen: Keine andere Form privater Altersvorsorge ist bei Deutschen beliebter

von Annina Reimann

Harte Zeiten für Kunden einer Lebensversicherung: Die Branche kämpft weiter mit niedrigen Zinsen, schwankenden Börsenkursen und hohen Versprechen. Jetzt rechnet auch noch die Ratingagentur Fitch mit weiter sinkenden Überschussbeteiligungen.

Fitch-Analyst Tim Ockenga malt ein düsteres Bild: Für 15 der 23 bewerteten Unternehmen vergibt seine Agentur einen negativen Ausblick. "Den deutschen Lebensversicherern bleibt keine Atempause, die Branche steht vor ernsten Herausforderungen", sagte er in Frankfurt. Zwar habe sich die Erholung am Kapitalmarkt zunächst positiv auf die Ergebnisse ausgewirkt, doch besonders die weiter niedrigen Zinsen seien ein Problem für die Branche, so Ockenga. Finanzschwache Versicherer mit einem schwachen Neugeschäft "dürften schon bald gezwungen sein, die Beteiligungen deutlicher abzusenken".

Derzeit zahlen Versicherer im Schnitt eine Überschussbeteiligung von 4,2 Prozent. Die bekommen Kunden, wenn der Versicherer ihre Beiträge so gut angelegt hat, dass der Gewinn über dem gesetzlich garantierten Zins von derzeit 2,25 Prozent liegt. Dazu kommt am Ende des Vertrages der Schlussüberschuss und - sofern vorhanden - die Hälfte der Bewertungsreserven. Sie entstehen, wenn der Marktwert der Kapitalanlagen über dem Wert liegt, mit dem sie in der Bilanz verbucht sind.

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Auch Maximilian Zimmerer, Vorstand der Allianz Lebensversicherung, rechnet in nächster Zeit nicht mit steigenden Renditen: "Die Zinsen am Kapitalmarkt werden - solange die Wirtschaft nicht stark anzieht - niedrig bleiben", sagt er im WirtschaftsWoche-Interview. Die Zentralbanken hielten die Zinsen derzeit durch die hohe Liquidität künstlich unten, was Inflationsrisiken berge.

Versicherer schichten um

Als Reaktion auf das niedrige Zinsumfeld schichteten viele Versicherer in der Finanzkrise ihre Anlagen um. Heute halten die Konzerne mehr Staats- und Unternehmensanleihen als früher. Fitch geht davon aus, dass Ende 2009 rund 19 Prozent (2008: geschätzt 14 Prozent) der Kapitalanlagen der Branche in Staatsanleihen investiert waren, der Großteil davon weiterhin in deutschen Bundesanleihen.

Zu schaffen machen der Branche  auch die Kundenstornos. Für das vergangene Jahr erwartet Fitch einen Stornoquote von 6,3 statt 5,5 Prozent wie im Jahr 2008. Kunden wollen sich derzeit nicht an lang laufende Verträge binden. Wachstum kam bei vielen Versicherern vor allem aus dem Einmalbeitragsgeschäft. Das heißt, dass Kunden eine große Summe einmalig einzahlen. Dabei bucht der Versicherer oft das Geld aus einer abgelaufenen Lebensversicherung statt auf das Kundenkonto in einen neuen Vertrag um und der Kunde bekommt im Gegenzug zum Beispiel ab sofort monatliche Rentenzahlungen statt die gesamte Summe aus der abgelaufenen Lebensversicherung. Während Versicherer 2008 in diesem Segment 4,2 Prozent zulegten, rechnet Fitch für 2009 mit einer Steigerung um 45 Prozent. Für die Branche geht es dabei oft darum, Kundengelder zu halten - der Traum vom frischen Geld sieht wohl anders aus.

"Nötige Produkte fehlen"

Zwar könne, so Fitch, bei kurz laufenden Anlagen eine "Vertragsverlängerungen in einigen Fällen dazu geführt haben, dass Einmalbeiträge mehrfach in die Kalkulation des Gesamtneuzugangs eines Jahres eingegangen sind". Das Einmalbeitragsgeschäft ist derzeit wohl trotzdem ein willkommender Ausgleich des schwierigen Neugeschäfts. Doch wer dauerhaft wachsen will, braucht vor allem Produkte, die auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind: So sieht auch Fitch, dass manch einem Versicherer "schlicht die nötigen Produkte und Vertriebskanäle für ein nachhaltiges und rentables Neugeschäft fehlen". Die Produkte der Lebensversicherer müssten flexibler werden und sich an die Lebensphasen der Kunden anpassen.

Eine gute Nachricht  hat Ockenga zu den sogenannten freien RfB, den freien Rückstellungen für Beitragsrückerstattung. Diese Finanzpuffer bauen Versicherer auf, um dem Versicherten auch in schlechten Zeiten eine Überschussbeteiligung zu bezahlen. Immerhin erwartet Fitch hier für 2009 "keine weitere Abschmelzung der freien RfB". In Zukunft hat die Branche also noch einen Puffer für schlechte Zeiten.

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