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Altersvorsorge: Nur ein Riester-Reförmchen

von Martin Gerth

Die Riester-Rente ist kompliziert und lohnt sich selten. Das 19-Punkte-Papier der Unionsfraktion zur Reform ändert nichts daran.

Ein Sparschwein für die staatlich geförderte Riester-Rente Quelle: dpa
Die staatlich geförderte Riester-Rente ist kompliziert und teuer - und wird deshalb immer wieder reformiert. Quelle: dpa

Die geförderte private Altersvorsorge, sprich Riester-Rente, ist eine Dauerbaustelle. Schon mehrfach haben Politiker an diversen Stellschrauben gedreht. Der Erfolg dieser Eingriffe hielt sich bisher in Grenzen. Jetzt hat Klaus-Peter Flosbach, finanzpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, ein 19-Punkte-Papier vorgelegt. Die Vorlage soll der Fahrplan der Bundesregierung für ein Riester-Reförmchen sein.

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Um es kurz zu machen: Es ist nicht der große Wurf. Riester fürs Wohneigentum wird etwas flexibler, nicht nur gesparte Vermögen, auch die Beiträge sollen pfändungssicher sein – und ganz wichtig – es soll künftig ein Produktinformationsblatt geben. Ob das Info-Blättchen den Sparern etwas bringen wird, darf bezweifelt werden. Viele Bank- und Versicherungsberater sind mit den komplexen Förderregularien überfordert. Den Anlegern geht es nicht besser. 

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"Riestern" noch unattraktiver

Gewichtiger ist das, was sich bei Riester bereits zum Jahresanfang geändert hat: Sparer müssen jetzt mindestens 60 Euro monatlich einzahlen. Das gilt auch für nicht berufstätige Ehepartner von Riester-Sparern. Bisher mussten sie keinen Eigenbeitrag leisten. Nur staatliche Zulagen flossen in ihren Vertrag. Hinzu kommt, dass bei neu abgeschlossenen Verträgen Riester-Renten künftig erst ab dem 62. Lebensjahr ausgezahlt werden, statt wie bisher ab dem 60. Riester ist damit ein Stück unattraktiver geworden.

Das eigentliche Manko der Riester-Rente, dass sie kompliziert und teuer ist, wird durch das Flosbach-Papier nicht beseitigt. Riester bleibt ein bürokratisches Monstrum. Mit einem Riester-Vertrag zu sparen, lohnt sich eben nicht für jeden – anders als es die Finanzbranche propagiert. Die komplexe Struktur aus Sparvertrag und Versicherung plus bürokratische Vorgaben produziert vor allem Kosten. Um eine anständige Rendite zu erzielen, müssen die Sparer zäh sein. Wer nicht 90 Jahre oder älter wird, hätte sein Geld besser anders angelegt. Was die Politik als Ausgleich für die gekürzte Rente gut gemeint hat,  ist eben nicht gut gemacht.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 13.02.2012, 12:16 UhrAnonymer Benutzer: rama

    60€ Eigenbetrag und dafür 154€ Zulage ist zumindest schon mal eine gute Anlage.Ob es da vom Anbieter noch Zinsen zusätzlich gibt oder nicht ist da schon egal. Und ob einem die Finanzbranche für 60€Jahresverträge nachrennt, kann ich mir nicht so richtig vorstellen.

  • 10.02.2012, 18:17 UhrAnonymer Benutzer: frodobeutin

    Da war der zuständige Redakteur wohl schon in Karnevalsstimmung, denn mindestens 60 Euro ”monatlich”muß gewiß niemand zahlen; sondern eher 60 Euro "jährlich”. Diese Info dürfte Bezieher von Hartz 4 hoffentlich aufatmen lassen, denn 60 Euro pro Monat dürfte nicht nur für arbeitslose Menschen schwer aufzubringen sein.

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