Altersvorsorge: Nur mit Riestern reicht die Rente

Altersvorsorge: Nur mit Riestern reicht die Rente

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Die Renten steigen in diesem Jahr im Osten sehr viel stärker als im Westen. Das Hauptproblem bilden aber nach wie vor die unzureichenden Rentenbezüge von knapp 21 Millionen Deutschen.

Ost- und Westrenten sind noch immer nicht angeglichen. Das Hauptproblem bleiben aber 21 Millionen Deutsche, deren Rente nicht reichen wird. Im Schnitt fehlen 800 Euro im Monat, geht aus einer neuen Studie hervor.

Die Renten steigen in diesem Jahr im Osten deutlich stärker als im Westen. Für die rund vier Millionen ostdeutschen Rentner gibt es zur Jahresmitte eine Erhöhung um 3,29 Prozent. Die etwa 16 Millionen Ruheständler im Westen Deutschlands müssen sich mit einem Mini-Aufschlag von 0,25 Prozent begnügen. Die Zahlen gab das Bundesarbeitsministerium in Berlin bekannt. Solch einen großen Unterschied hatte niemand erwartet.

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Zum 1. Juli erhöht sich damit eine Monatsrente von 800 Euro im Westen um zwei Euro, im Osten um 26,32 Euro. Bei einer Rente von 1200 Euro beträgt der Aufschlag drei Euro gegenüber 39,48 Euro für Ostrentner. Das Rentenniveau im Osten klettert von bislang 88,8 Prozent auf dann 91,5 Prozent des West-Wertes.

Als Gründe dafür nennt das Ministerium den stärkeren Anstieg der Löhne 2011 im Osten. Zudem wurde die Rentenanhebung im Westen zusätzlich durch einen Abschlag im Zusammenhang mit der Rentengarantie gedämpft, die 2010 eine Rentenkürzung verhinderte. Die Renten fielen durch die Rentengarantie rechnerisch zu hoch aus, im Westen mehr als im Osten. Dieser Überhang wurde im Westen nun mit der Erhöhung teilweise verrechnet. Im Osten war dies bereits im vergangenen Jahr abgeschlossen.

Bezüge Renten steigen im Osten stärker als im Westen

Mehr Geld für ostdeutsche Rentner: Zur Jahresmitte können die Ruheständler mit einer deutlichen Erhöhung ihrer Bezüge rechnen. Im Westen Deutschlands gibt es hingegen nur einen Mini-Aufschlag.

Die Renten im Osten steigen mehr als im Westen. Quelle: dapd

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte, die für die Rentenanpassung maßgebliche Lohnentwicklung sei im Osten "merklich höher" als im Westen ausgefallen. Sie freue sich für die ostdeutschen Rentner, "dass sie beim Rentenwert nun so deutlich aufholen können". Im Westen zeichne sich erst 2014 "wieder ein spürbares Plus ab".

Die Arbeitgeber forderten umgehend eine Reform: "Es ist an der Zeit, dass der Gesetzgeber für ein einheitliches Rentenrecht sorgt", so die Arbeitgebervereinigung BDA. Es sei "nicht vermittelbar", warum die Renten im Osten um mehr als drei Prozentpunkte stärker stiegen als im Westen, "obwohl die Löhne im vergangenen Jahr im Westen mit 2,6 Prozent um 0,4 Prozentpunkte stärker gewachsen sind als im Osten mit 2,2 Prozent".

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kündigte umgehend an, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Zwei Jahrzehnte nach der Einheit sei es nicht mehr hinnehmbar, dass die Rentner im Osten noch immer einen deutlichen Rückstand aufholen müssten, sagte er der "Rheinischen Post". "Es ist fällig, dass in West und Ost endlich gleiche Renten gezahlt werden. Deswegen wird eine Bundesregierung unter meiner Führung die Angleichung der Renten herbeiführen", sagte Steinbrück.

Doch selbst wenn Verteilungsgerechtigkeit zwischen Ost und West hergestellt würde: Kernproblem bleibt, dass den Bürgern ohne ausreichende private Altersvorsorge im Alter empfindlichen Einkommenseinbußen drohen. Rund 21 Millionen Menschen in Deutschland sorgen einer aktuellen Studie zufolge nicht ausreichend für ihr Alter vor - also etwa jeder vierte Bundesbürger. Die Folgen dürften sich als fatal erweisen.

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