Altersvorsorge: Richtig für die Rente sparen

05. November 2009
Investmentfonds als Anlageidee: Zwei Drittel brauchen später über 2000 Euro im Monat Quelle: FotoliaBild vergrößern
Investmentfonds als Anlageidee: Zwei Drittel brauchen später über 2000 Euro im Monat Quelle: Fotolia
von Martin Gerth

Wie Anleger maßgeschneidert Vermögen für den Ruhestand aufbauen, welche Sparpläne die besten Renditen bringen.

Peter Edingers Job ist mit dem eines Kfz-Mechanikers vergleichbar. Er repariert – allerdings nicht Autos, sondern Depots privater Anleger. Bei fast jedem Kunden stößt der Finanzberater aus Bielefeld auf Lecks und Unwuchten in der Altersvorsorge. Gerade griff er einem gut verdienenden 35-jährigen Juristen unter die Arme, dessen Sparraten mit 120 Euro monatlich viel zu mickrig kalkuliert waren. 85 Prozent seines Nettogehalts von derzeit 3900 Euro hätte er sich so im Ruhestand niemals sichern können. Edinger riet ihm, die gerade erst abgeschlossene Rentenversicherung zu kündigen, und machte sich an die Arbeit.

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Hohe Ansprüche ans Einkommen im Alter, aber immer ein latent schlechtes Gewissen, dass man zu wenig dafür tut – das kennen viele. Wunsch und Wirklichkeit klaffen bei der Altersvorsorge oft weit auseinander: Zwei Drittel der Sparer brauchen im Alter nach eigener Einschätzung 2000 Euro und mehr pro Monat. Fast die Hälfte aber legt weniger als 200 Euro monatlich für die Altersvorsorge an, ein Viertel der Sparer sogar nur weniger als 100 Euro.

100 Euro reichen nur für 368 Euro Rente

Das aber dürfte bei den meisten kaum für einen finanziell sorglosen Ruhestand reichen. 100 Euro monatlich über 30 Jahre in einen Sparplan mit vier Prozent Rendite eingezahlt, summieren sich auf 69 636 Euro. Die reichen gerade mal für 368 Euro pro Monat Privatrente. Nach 25 Jahren wäre das Vermögen aufgezehrt.

Tabelle: Sparen in Eigenregie
Tabelle: Sparen in Eigenregie

Oft sparen die Deutschen nicht nur zu wenig, sie legen ein Großteil ihres Geldes auch noch zu schlechten Konditionen an. Zu viel Kapital versauert mickrig verzinst auf Sparbüchern, Tagesgeld- und Girokonten. Von 4,4 Billionen Euro Geldvermögen, die die Deutschen angespart haben, sind dies immerhin 39 Prozent. Nach Abzug der Inflation verlieren sie damit jeden Tag Geld. Momentan sieht es so aus, als würde sich daran wenig ändern. Laut Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands wollen 59 Prozent der Anleger ihr Geld vor allem in Sparbüchern und Termingeldern parken – trotz Niedrigzinsen.

Wie aber sammeln Anleger das Geld für den Lebensabend am besten an? Über eine Lebensversicherung, durch eine staatlich geförderte Riester-Rente oder doch lieber durch einen selbst gewählten Fondssparplan?

Struktur ins Depot

„Die Auswahl der Instrumente richtet sich bei vielen Anlegern immer noch zu sehr nach dem Zufallsprinzip“, sagt Vermögensberater Edinger. Je nachdem, wer welche Tipps gegeben habe, ob Bankberater, Versicherungsvertreter oder ein Nachbar, ist das Vermögensportfolio gestrickt. Es fehle in der Regel ein individueller Altersvorsorgeplan. Der sei aber nötig, um Struktur ins Depot zu bringen.

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Kommentare | 22Alle Kommentare
  • 04.12.2009, 12:55 UhrBernd Wucherpfennig

    Wer was für die Rente tuen will, mache einen grossen bogen um jede Volksbank/Raiffeisenbank. Dort wird angeraten, was für die bank die höchste Provision bringt. Kundeninteressen treten da in den Hintergrund. So mir geschehen mit DG Fonds, die heute nahezu wertlos sind. Meine Ersparnisse sind weg, für die Rente sieht's schlecht aus, geschehen durch marode DG Fonds, aufgelegt von der DG bank (heute DZ bank).

  • 11.11.2009, 22:22 Uhrvolksbankenmasche

    Volksbanken und Sicherheit

    Wenn eine Volksbank über die Presse verbreiten lässt, dass bei ihr die Welt
    in Ordnung sei, muss man wissen, dass es die Volks- und Raiffeisenbanken
    waren, die schon in den 1990er Jahren ihren Kunden mit den berüchtigten
    DG-Fonds Geldanlagen verkauft haben, mit denen viele Anleger in die Pleite
    getrieben wurden.

    Wer z.b. im Jahr 1992 in eine ''sichere Anlage'' in ''wertbeständige
    immobilien'' für eine ''zukunftsorientierte Altersvorsorge'' (alles
    Originalzitate aus den Verkaufsunterlagen und beratungsgesprächen)
    investiert hat, der hat seinen kompletten Einsatz verloren und nie auch nur
    einen Cent Ausschüttung erhalten.

    Das eingesetzte Geld ist in den genossenschaftlichen Kanälen ''versickert''.
    So lässt sich's leben - die bankvorstände und berater der Volksbanken haben
    fette Provisionen erhalten - vielleicht ist das der Grund, warum sie der
    Presse erzählen, die Welt sei in Ordnung. Für die geplünderten Anleger
    sieht's jedenfalls anders aus.

    Merke: Wenn eine Volksbank eine ''sichere'' Anlage verkauft, bedeutet das
    lediglich, dass die bank ''sicher'' was dran verdient. Wenn der Anleger nichts
    mehr zurückbekommt von dem, was er seiner bank im guten Glauben anvertraut
    hat, dann ist für die Volksbank ''die Welt in Ordnung''.

  • 06.11.2009, 11:09 UhrRoland Zangerl

    Ein Jurist zahlt i.d.R. in das Versorgungswerk für Rechtsanwälte ein. Wenn das der Fall ist, dann ist er nicht Riester förderberechtigt!?

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