Altersvorsorge: Riestern kann sich wieder lohnen

Altersvorsorge: Riestern kann sich wieder lohnen

von Niklas Hoyer

Zum Jahresbeginn haben sich einige Regeln der Riester-Rente geändert, vor allem Wohn-Riester wird attraktiver. Wir stellen die Neuerungen vor und zeigen, ob sich dadurch an der grundsätzlichen Frage „Lohnt sich Riester?“ etwas ändert.

Seit Jahresanfang stehen Riester-Sparer etwas besser da. Mehrere Änderungen beleben die Konkurrenz unter den Riester-Anbietern. Sparer dürften davon profitieren.

- Leichterer Wechsel zwischen Anbietern...

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So soll der Wechsel zwischen Riester-Verträgen kostengünstiger werden. Der alte Anbieter darf nun maximal 150 Euro Gebühr verlangen, der neue Anbieter darf eventuelle Abschluss- und Vertriebskosten auf maximal die Hälfte des übertragenen Guthabens berechnen. Schließlich wurden die Einzahlungen oft schon beim alten Anbieter mit solchen Gebühren belastet. Großer Haken: Die neuen Regeln greifen nur für neu abgeschlossene Verträge. Sieht ein bestehender Vertrag also höhere Gebühren für aussteigende Kunden vor, bleibt es dabei.

Doch nicht nur während der Sparphase sollen Anbieterwechsel erleichtert werden. Auch später, zu Rentebeginn, sollen Kunden mehr Auswahl und damit im Idealfall eine höhere Rente bekommen. Grundsätzlich gilt für alle Riester-Vertragsformen (außer Wohn-Riester), dass im Anschluss an die Sparphase eine lebenslange Rente gezahlt wird. Bei Riester-Rentenversicherungen stehen deren Konditionen schon zu Vertragsbeginn fest. Bei Fonds- und Banksparplänen ist aber oft noch völlig offen, wie die Rente später gezahlt wird und welcher Versicherer einspringt.

...auch kurz vor der Rentenphase

Damit Riester-Kunden trotz dieser Unsicherheit ein gutes Rentenangebot bekommen, sollen sie mehr Auswahl haben. Spätestens drei Monate vor Beginn der Rentenauszahlung müssen Anbieter ihren Kunden nun ein oder mehrere Renten-Angebote vorlegen. Damit bekommen die Sparer Zeit, sich von anderen Anbietern ein Konkurrenzangebot einzuholen. Sie können dann beantragen, dass ihr Guthaben zu diesem Anbieter übertragen wird und die Rente fortan von dort kassieren. Wichtig: Selbst bei Fonds- und Banksparplänen schließen die Anbieter für ihre Kunden zu Rentenbeginn eine Rentenversicherung ab, die dann die Zahlung der lebenslangen Rente sicherstellt. Häufig finanzieren die Banken und Fondsgesellschaften die ersten Rentenjahre noch selbst aus dem angesparten Guthaben. Einen Teil des Guthabens nutzen sie aber für diese Rentenpolice, die dann zum Beispiel die Renten ab dem 85. Lebensjahr und bis zum Lebensende übernimmt. Die Konditionen der genutzten Rentenpolice spielen deshalb eine große Rolle.

Vertragsabschlüsse sinken DGB fordert Abkehr von Riester-Rente

In Deutschland werden weniger Riester-Verträge abgeschlossen. Das Instrument schütze nicht vor Altersarmut, urteilt der DGB - und fordert eine grundsätzliche Überprüfung des Konzepts.

Quelle: dpa

- Leichterer Wechsel zu Wohn-Riester

Weitere Verbesserungen gibt es bei Wohn-Riester, einer Variante der Riester-Förderung, die Sparern das mietfreie Wohnen in der eigenen Immobilie erleichtern soll. Wohn-Riester selbst gibt es eigentlich in zwei Vertragsformen, entweder als geförderte Bausparverträge oder als Immobilienkredite. Zusätzlich ist es aber möglich, von einem üblichen Riester-Vertrag auf Wohn-Riester umzusatteln: Sparer nutzen dabei ihr in klassischen Vertragsarten (Rentenversicherung, Bank- oder Fondssparplan) aufgebautes Vermögen, um dieses in eine selbstbewohnte Immobilie zu stecken.

Diese Wechsel vom klassischen Riester zu Wohn-Riester werden nun erleichtert. Bislang war es nur möglich, Guthaben unmittelbar für den Bau oder Kauf einer selbstbewohnten Immobilie zu nutzen. Einzig zu Beginn der Auszahlungsphase - also zu Rentenbeginn - konnten Sparer aus ihrer Riester-Rentenversicherung, dem Fonds- oder Banksparplan angespartes Geld zur Abzahlung eines laufenden Immobilienkredits einsetzen. Wurde gegen diese Regeln verstoßen, verlor der Sparer rückwirkend seinen Anspruch auf die staatliche Förderung (Zulagen und Steuervorteile).

Seit Jahresanfang ist es nun jederzeit möglich, Geld zu entnehmen und dieses in einen laufenden Immobilienkredit zu stecken, ohne die Förderung zu gefährden. Auch den seniorengerechten Umbau der eigenen Immobilie können Sparer über ihr Riester-Guthaben finanzieren. Wollen Riester-Sparer ihr Geld für ihre Immobilie nutzen, können sie entweder das komplette Guthaben nutzen oder einen Teil. Wird nur ein Teil eingesetzt, müssen im alten, klassischen Riester-Vertrag aber wenigstens 3000 Euro verbleiben. Bislang gab es für die Höhe der Entnahmen deutlich kompliziertere Regeln.

Achtung: Die Wohn-Riester-Förderung greift nur für selbstbewohnte Immobilien. Daher müssen Eigentümer bei Aus- oder Umzug aus der Immobilie sich beraten lassen, um ihren Anspruch auf Förderung nicht zu verlieren.

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