Altersvorsorge: Rürup-Rente mit Tücken und Unterschieden

Altersvorsorge: Rürup-Rente mit Tücken und Unterschieden

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Bert Rürup ist der Namensgeber der Rurüp-Rente, die sich vor allem an Selbstständige wendet

Beim Abschluss einer Rürup-Rente sollten Sparer genau die Konditionen prüfen: Schon bei der garantierten Auszahlung könne es zu Unterschieden von bis zu 100 Euro kommen, wie die Stiftung Warentest heute in Berlin berichtete.

Wer 6.000 Euro im Jahr einzahlt, bekommt bei 25 Jahren Laufzeit im besten Fall eine Garantierente von 821 Euro im Monat heraus. Im schlechtesten Fall sind es nur 722 Euro. Hochgerechnet auf 25 Jahre Rentenbezug wäre das ein Leistungsunterschied von rund 30.000 Euro.

Die Stiftung Warentest hat 38 Rürup-Rentenverträge für Männer und Frauen getestet. Das Qualitätsurteil „sehr gut“ haben drei Produkte erhalten, nämlich die Basisrente/RBA von CosmosDirekt, das Angebot E-R1 B von Europa und die Basisrente/BA3 der Debeka. „CosmosDirekt zahlt unserem männlichen Musterkunden nach 25 Jahren Einzahlung eine garantierte Rente von 821 Euro“, sagte der Chefredakteur der Zeitschrift „Finanztest“, Hermann-Josef Tenhagen.

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Auch bei den Angeboten für Frauen, die wegen der längeren Lebenserwartung eine niedrigere monatliche Rente bekommen, führt CosmosDirekt mit 741 Euro Garantierente das Testfeld an. Weitere elf Anbieter bekamen von der Stiftung Warentest das Prädikat „gut“, drei wurden jedoch nur mit „ausreichend“ bewertet.

Wie hoch die Rente tatsächlich sein wird, hängt von den erwirtschafteten Überschüssen der Versicherer ab. Wirtschafte zum Beispiel die Debeka künftig so gut wie in den vergangenen Jahren, erhöhe sich die garantierte Rente für den Stiftung-Warentest-Modellkunden von 799 auf 1.237 Euro, erklärte der Abteilungsleiter Finanzdienstleitungen bei Warentest, Stephan Kühnlenz.

Die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt, wurde 2005 eingeführt. Im Vergleich zur Riester-Rente, für die es Zulagen vom Staat gibt, wird sie nur steuerlich gefördert. Für viele Selbstständige, die keine Riester-Rente abschließen können, ist sie jedoch die einzige Möglichkeit, mit staatlicher Hilfe für das Alter zu sparen. Als Ergänzung zur privaten Altersvorsorge sei die Rürup-Rente außerdem für gut verdienende Angestellte und Beamte zu empfehlen, sagte Tenhagen.

Vertragsabschluss gut überdenken

Insgesamt raten die Finanz-Experten jedoch davon ab, spontan einen Vertrag abzuschließen. „Ein Rürup-Vertrag ist eine echte Lebensentscheidung“, betonte Tenhagen. Das Geld sei endgültig festgelegt und stehe nur noch für die Altersvorsorge zur Verfügung. „Im Krisenfall kündigen, die Einzahlung entnehmen und die Förderung zurückzahlen ist nicht möglich“, erklärte er.

Hauptzielgruppe der Rürup-Rente sind Selbstständige und Freiberufler. „Sie sollten sich die Beiträge jedoch langfristig leisten können“, betonte Kühnlenz. Denn viele Versicherer bieten eine Beitragsfreistellung erst nach mehreren Jahren Laufzeit an. Wenn ein Sparer seine Beiträge vorher nicht mehr zahlen könne, sei das bereits eingezahlte Geld weg, warnte Kühnlenz.

Auch variierende Beitragszahlungen sind in der Regel nicht möglich. „Nicht einmal die Hälfte der Angebote erlaubt es den Kunden, zusätzliches Geld zu den gleichen Bedingungen in den Vertrag einzuzahlen“, kritisierte Tenhagen. Auch der Wechsel zu einem Anbieter mit besseren Konditionen sei im Regelfall nicht möglich.

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