Altersvorsorge: Wolfgang Schäuble will späteren Rentenbeginn

Altersvorsorge: Wolfgang Schäuble will späteren Rentenbeginn

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will die Rente flexibilisieren.

Die Gesellschaft wird immer älter, deshalb will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die gestiegene Lebenserwartung in der Rentenformel stärker berücksichtigen. Die Altersgrenze zum Rentenbeginn soll flexibler werden.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich angesichts der Alterung der Gesellschaft für einen späteren Rentenbeginn in Deutschland ausgesprochen. Er glaube, es mache relativ viel Sinn, die Lebensarbeitszeit und die Lebenserwartung in einen fast automatischen Zusammenhang auch in der Rentenformel zu bringen, sagte Schäuble am Mittwochabend in Berlin. Die Altersgrenze sollte auch stärker flexibilisiert werden. Auch müsse das  Erwerbspotenzial in Deutschland erhöht werden. 

„Wir müssen uns auf die demografische Entwicklung vorbereiten“, um die sozialen Sicherungssysteme zu stabilisieren, sagte Schäuble. Da werde das größte Problem das Gesundheitssystem sein. Dies werde Deutschland in nächster Zeit noch „bitter schwer“ gesellschaftlich beschäftigen. Er verwies unter anderem auf die Kostenexplosion. Dies dürfe nicht tabuisiert werden.

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Dasselbe gelte für das Thema Pflege. Die Altersvorsorge und das Rentensystem könnten trotz der Niedrigzinsen gehalten werden, wenn das Drei-Säulen-Modell aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge erhalten bleibe.

Altersvorsorge: So viel Rente darf der Standardrentner erwarten

  • Zur Prognose

    Die Prognosen beziehen sich auf den sogenannten Standardrentner, der 45 Jahre Beiträge gezahlt und immer das Durchschnittseinkommen der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verdient hat. Die angegebene Bruttostandardrente versteht sich vor Steuern. Das Sicherungsniveau vor Steuern gibt das Verhältnis der Renten im Vergleich zum Durchschnittseinkommen der beitragszahlenden Beschäftigten abzüglich der durchschnittlichen Sozialversicherungsbeiträge an.

     

    Quelle: Rentenversicherungsbericht 2015, Deutsche Rentenversicherung Bund, Stand: November 2015

     

  • 2010

    Beitragssatz zur GRV: 19,9 %

    Bruttostandardrente: 1224 Euro monatlich

    Sicherungsniveau vor Steuern: 51,6 %

  • 2016

    Beitragssatz zur GRV: 18,7 %

    Bruttostandardrente: 1372 Euro monatlich

    Sicherungsniveau vor Steuern: 47,7 %

  • 2020

    Beitragssatz zur GRV: 18,7 %

    Bruttostandardrente: 1517 Euro monatlich

    Sicherungsniveau vor Steuern: 47,6 %

  • 2025

    Beitragssatz zur GRV: 20,4 %

    Bruttostandardrente: 1680 Euro monatlich

    Sicherungsniveau vor Steuern: 46,0 %

  • 2029

    Beitragssatz zur GRV: 21,5 %

    Bruttostandardrente: 1824 Euro monatlich

    Sicherungsniveau vor Steuern: 44,6 %

Auch die Industrieländer-Organisation OECD hatte Deutschland jüngst empfohlen, das gesetzliche Renteneintrittsalter weiter anzuheben. Bisher soll es bis zum Jahr 2029 stufenweise auf 67 steigen. Ohne Reformen würden die Rentenausgaben bis zum Jahr 2060 um mindestens 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen, warnte die OECD. Durch eine Koppelung des Rentenalters an die Entwicklung der Lebenserwartung könnte die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen gestärkt werden, so die OECD.

Geringe Innovationsausgaben als Folge der Alterung

Der Chef des ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat die geringe Wachstumsdynamik in Deutschland auch auf die Alterung der Gesellschaft und mangelnde strukturelle Reformen zurückgeführt. Die Zahl der Firmengründungen sei seit dem Jahr 2000 um 40 Prozent gesunken. Im Hochtechnologiebereich habe sich die Zahl sogar halbiert, ebenso die Zahl der Firmenausgründungen.

Rentenprognosen für 2040

  • Zur Studie

    Die vorliegenden Berechnungen stammen aus der Studie "Rentenperspektiven 2040" von Prognos. Die Prognosen beziehen sich jeweils auf zwei Kreise im Vergleich zum Bundesdurchschnitt. Berechnet wurden jeweils die durchschnittliche Bruttorente für sechs typisierte Erwerbsbiografien. Erwerbslücken aufgrund von Kindererziehungszeiten weisen in diesem Beispiel zwei Erwerbsbiografien auf. Gerechnet wurden die Prognosewerte ohne Inflationsanpassung, das heißt nach dem Preisniveau in Euro aus dem Jahr 2015 um die Zahlen mit heutigen Werten vergleichbar zu machen. Nominal dürften die zukünftigen Renten und Einkommenshöhen 2040 entsprechend höher liegen. Der Kaufkraftvergleich steht im Zentrum der Betrachtung.

    Stand: 12.11.2015

  • Eckrentner - Prognose für 2040

    Bruttorente (€)Bruttorentenniveau
    167838,90 %

  • Entwicklungsingenieur (m)

    Kreise/BundBruttorente (€)Rentenkaufkraft (€)Bruttorentenniveau
    Hamburg2726238333,5 %
    Schwerin2291234333,6 %
    Bund259734,0 %

  • Lohnbuchhalter (m)

    Kreise/BundBruttorente (€)Rentenkaufkraft (€)Bruttorentenniveau
    Halle2045215835,8 %
    Saalekreis2191246334,4 %
    Bund232436,9 %

  • Elektroinstallateur (m)

    Kreise/BundBruttorente (€)Rentenkaufkraft (€)Bruttorentenniveau
    Berlin1451136935,3 %
    München1452111334,4 %
    Bund145635,4 %

  • Verkäuferin mit zwei Kindern (w)

    Kreise/BundBruttorente (€)Rentenkaufkraft (€)Bruttorentenniveau
    Hildesheim LK1083117452,0 %
    Konstanz LK1086102650,9 %
    Bund109550,8 %

  • Teamleiterin ohne Kinder (w)

    Kreise/BundBruttorente (€)Rentenkaufkraft (€)Bruttorentenniveau
    Hohenlohekreis2579265834,1 %
    Merzig-Wadern2391243935,5 %
    Bund236633,6 %

  • Sozialpädagogin mit zwei Kindern (w)

    Kreise/BundBruttorente (€)Rentenkaufkraft (€)Bruttorentenniveau
    Bonn1611150642,1 %
    Köln1620147341,8 %
    Bund161239,7 %


Ein Grund dafür sei auch, dass sich die Zahl der 30- bis 45-Jährigen im selben Zeitraum um 25 Prozent reduziert habe, die oft die Gründer stellten. Dies sei ein Faktor für die „bescheidene Wachstumsdynamik". Auch die geringen Innovationsausgaben des Mittelstandes stagnierten, was ebenfalls Folge der Alterung sei.

Folgen der Niedrigzinsen

Auch die ultra-niedrigen Zinsen belasten Versicherer und das Rentensystem. Erneut warnte Schäuble vor den dauerhaften Folgen der niedrigen Zinsen. "Eine lange Phase mit Null- und Negativzinsen ist keine vernünftige Situation". Der Bundesfinanzminister warb erneut für einen Ausstieg der Notenbanken aus der Politik des ultralockeren Geldes.

Je mehr Wachstum angekurbelt und Strukturreformen vorangetrieben würden, desto mehr werde die Europäische Zentralbank (EZB) aus ihrer Überforderung befreit. Per Saldo schadeten die Maßnahmen, weil die geldpolitische Volatilität Verbraucher und Unternehmen zunehmend verunsichere. Die Notenbanken sollten in ihrer Verantwortung möglichst einen Weg aus der Politik des billigen Geldes finden. 


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