Anlage: 130/30-Zertifikate ohne Dividende

Anlage: 130/30-Zertifikate ohne Dividende

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Zertifikate unter der Lupe: Mit neuen Ratings sollen Anleger die Papiere besser einschätzen können.

130/30-Zertifikate bieten selten mehr als Aktien. Die Zertifikate-Industrie deckt das Trend-Thema 130/30-Strategie mit zahlreichen Neuemissionen ab.

Vorreiterin für Neuemissionen ist die Merrill Lynch Bank . Sie hat auf alle 80 Dax- und MDax-Aktien solche Zertifikate im Programm; alle mit Laufzeit bis Juni 2009, sodass Gewinne steuerfrei wären.

Die Zertifikate funktionieren nach folgendem Prinzip: Zunächst werden 100 Prozent des Anlagebetrags in eine Aktie investiert. Dazu wird via Termingeschäft mit einem Volumen von 30 Prozent der Anlagesumme der entsprechende Vergleichsindex verkauft („Short“), also etwa der Dax bei einem 130/30-Zertifikat auf E.On oder der MDax bei einem Schein auf Krones. Durch diesen Verkauf entsteht ein Erlös von 30 Prozent der Anlagesumme. Dieser fließt wieder in die Aktienposition („Long“), die damit auf 130 Prozent anschwillt. Unterm Strich hat das Zertifikat einen leichten Hebel auf den Aktienkurs, der durch eine Short-Spekulation auf den Vergleichsindex finanziert wird.

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Beispiel: Der Dax verlor in den vergangenen zwölf Monaten neun Prozent. Dagegen kamen E.On-Aktien auf ein Kursplus von 12 Prozent. Ein 130/30-Zertifikat auf E.On hätte sich wie folgt verhalten: Das Aktienergebnis wird um 30 Prozent erhöht, es wächst also auf 15,6 Prozent. Dazu kommt ein Gewinn aus dem Indexgeschäft, schließlich ist der Dax ja gesunken. 30 Prozent von neun Prozent ergeben zusätzliche 2,7 Prozentpunkte. Unterm Strich gewinnt das Zertifikat 18,3 Prozent – ein deutlicher Vorsprung gegenüber den 12 Prozent der Aktie. Allerdings: Rechnet man die in dieser Zeit gezahlte Dividende vom 3,35 Euro mit ein, steigt das Ergebnis des Aktieninvestments auf 15,1 Prozent – der Vorsprung des Zertifikats wird knapper.

Vollends ins Minus rutscht ein Zertifikat, wenn die Aktie den Index nicht schlägt. Infineon etwa verloren in den vergangenen zwölf Monaten 60 Prozent. Die Rechnung sähe dann so aus: Das Minus aus der Aktienkomponente erhöht sich durch den Hebel auf 78 Prozent. Die 2,7 Prozent aus der Index-Komponente können den Verlust nur noch leicht auf 75,3 Prozent verringern.

Fazit: Nur routinierte Stock-Picker, die überzeugt sind, dass ihre Aktie den Index schlägt, haben bei 130/30-Zertifikaten eine Chance. Wenn möglich, eine Aktie mit wenig Dividende wählen. Dann kann der Vorsprung im Zertifikat letztlich umso größer ausfallen – wenn die Spekulation aufgeht.

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