Anlage: Fondsmanager: Wer sein Geld wirklich wert ist

Anlage: Fondsmanager: Wer sein Geld wirklich wert ist

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Grafik: Vorsprung Weltweit (zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)

Nur wenige aktive Fondsmanager schaffen dauerhaft eine höhere Rendite als der Markt. Eine Exklusiv-Studie zeigt, wo die Profis ihr Geld wirklich wert sind.

Für Fondsanleger ist es die Gretchenfrage: Nun sag, wie hast du’s mit deinem Manager? Sollten Anleger sich einem Geldprofi anvertrauen, in der Hoffnung, dass dieser schlauer ist als die breite Masse der Investoren – oder sollten sie lieber doch günstige Indexpapiere kaufen, die stur und quasi automatisch einen Aktienmarkt abbilden?

Wenn es denn überhaupt Aktien sein sollen, spricht in diesen Zeiten viel dafür, entweder Einzeltitel oder Indexpapiere zu kaufen. Auch viele aktive Fondsmanager konnten sich nicht vorstellen, mit welcher Wucht die US-Bankenkrise die Märkte weltweit erschüttern würde. Er denke nicht, „dass eines der großen Geldhäuser in ernste Bedrängnis kommen und letztlich auch deutsche Kreditinstitute mitreißen würde“, sagte noch im Juni Henning Gebhardt, bei der Deutsche-Bank-Tochter DWS verantwortlich für deutsche Aktien. Eine fatale Fehleinschätzung: Gebhardt wurde zum Beispiel durch die Pleite von Lehman Brothers und den faktischen Zusammenbruch der Dax-Bank Hypo Real Estate widerlegt.

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Trotz erwiesener Schwäche vieler Fondsprofis investieren Anleger, sanft gedrängt von Bankberatern, die auf Gebühren aus sind, dennoch am liebsten in aktiv verwaltete Fonds. Von 700 Milliarden Euro in Publikumsfonds stecken nur 34,5 Milliarden deutsche Anlegergelder in Indexportfolios – gerade mal fünf Prozent.

95 Prozent des Fondsvermögens sind hierzulande also in den Händen von aktiven Portfoliomanagern, deren Kunden darauf vertrauen, dass die Profis nicht nur einen Tick besser sind als der Markt, sondern auch noch die Kosten für Verwaltung und Vertrieb wieder hereinholen. Wobei „besser als der Markt“ in Krisenzeiten wie diesen auch einen schmerzhaften Verlust von 20 Prozent und mehr bedeuten kann.

Bei Aktienfonds beträgt die Managementgebühr 0,75 bis 2,0 Prozent pro Jahr, hinzu kommt einmalig ein Ausgabeaufschlag von bis zu 6,5 Prozent auf das investierte Kapital. Börsengehandelte Indexfonds (ETF) hingegen sind deutlich kostengünstiger: Deren jährliche Gebühren liegen zwischen 0,15 und 0,75 Prozent, plus einmalig die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis (Spread), die ähnlich hoch ist wie die Jahresgebühr.

Für aktive Fondsmanager ist es nicht leicht, die gegenüber einem Index-Investment deutlich höheren Kosten zu rechtfertigen. Nur in 3 der 13 von Feri EuroRating Services im Auftrag der WirtschaftsWoche untersuchten Anlagesegmenten schafften es mehr als 50 Prozent der Geldprofis, ihren Börsenindex zu schlagen. In fünf Anlagekategorien waren nicht einmal 30 Prozent der Fondsmanager besser als der Markt.

Um herauszufinden, wo sich Fondsmanager besonders schwertun und wo es ihnen leichter fällt, ihren Index zu schlagen, ließen die Analysten von Feri die Zahlen von über 2200 Fonds durch ihre Datenbanken laufen. Untersucht wurde, wie Fonds in 13 wichtigen Märkten – von deutschen Aktien über Rohstoffpapiere bis hin zu Schwellenländer-Anleihen – in den vergangenen zwölf Monaten und über drei, fünf und zehn Jahre abschnitten. Zum Schluss wurde herausgefiltert, wie hoch der Anteil derjenigen Portfolios in einer Kategorie ist, die ihren jeweiligen Vergleichsindex schlagen konnten. Je höher diese Zahl, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Anleger mit einem aktiv geführten Fonds besser fährt als der Markt, dass sich die Investition in Bankspesen und Managementgebühren letztlich auszahlt.

Portfolios für lange Zeiträume lohnen sich meistens

Für alle Kategorien, in denen durchschnittlich mehr als 30 Prozent der Fondsmanager besser als der Markt sind, identifizierte die WirtschaftsWoche dann die besten aktiven Fonds der vergangenen Jahre. Portfolios mit deutschen Standardwerten, in die deutsche Anleger rund 30 Milliarden Euro gepackt haben, gehören nicht dazu: Lediglich 17,6 Prozent der aktiven Fondsmanager sind besser als der Dax (siehe Tabelle)

Selbst überdurchschnittlich erfolgreichen Managern wie Tim Albrecht, der den 230 Millionen Euro schweren DWS Deutschland lenkt, fällt es schwer, den Dax dauerhaft zu übertreffen. Deutlich größer ist die Chance bei weltweit anlegenden Aktienfonds, dass Anleger zumindest den Markt schlagen. Der französische Vermögensverwalter Edouard Carmignac holte mit dem Carmignac Investissement auf Zehnjahressicht im Durchschnitt immerhin 14,5 Prozentpunkte pro Jahr mehr heraus als der Aktienindex MSCI World.

Kein Zufall ist, dass Albrecht zeitweise dem Markt hinterherläuft und Carmignac dauerhaft oben schwimmt: In den deutschen Indizes Dax, MDax, SDax und TecDax sind nur 160 Aktien versammelt, nicht mal alle wichtigen Branchen sind ausreichend vertreten. Globale Fondsmanager dagegen können auf mehrere Tausend Aktien aller Branchen und Regionen zurückgreifen.

Doch nicht nur eine zu geringe Titelauswahl verhindert, dass Fondsmanager ihren Markt schlagen: Der Finanzökonom Martin Weber kritisiert, dass Fondsmanager meist nur geringfügig von ihrem jeweiligen Vergleichsindex abweichen dürfen. Der Erfolg des Fondsmanagers hängt also von der Freiheit ab, die ihm sein Umfeld lässt.

Die Besten bauen ihre Portfolios für lange Zeiträume. Notfalls nehmen sie auch in Kauf, dem Markt ein Jahr lang hinterherzulaufen. „Von Januar bis Oktober 2007 lag unser Magellan-Fonds, der auf Automobilaktien oder Fluglinientitel verzichtet, mit lediglich 27 Prozent im Plus, während der globale Schwellenländer-Index um 35 Prozent zulegte“, erinnert sich Fondsmanager Wojciech Stanislawski vom Pariser Vermögensverwalter Comgest. „In so einer Phase brauchen wir ein breites Kreuz, um unsere konservative Linie zu halten.“

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