Anlagestrategie: Das familienfreundliche Wertpapierdepot

Anlagestrategie: Das familienfreundliche Wertpapierdepot

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Familie

von Heike Schwerdtfeger

Eine Familie mit einer weitgehend schuldenfreien Wohnung, einer Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherung möchte mit mittlerem Risiko 50.000 Euro rentabel anlegen, aber auch flexibel bleiben.

Der Zusammenbruch der isländischen Kaupthing-Bank ist dem Ehepaar noch präsent. Sie wollen deshalb nicht mehr alles bei einer Bank anlegen. Zugleich soll das Geld aber auch nicht von der Inflation aufgefressen werden. Rolf Tilmes, Professor an der EBS Business School Wiesbaden und Vorstand des deutschen Finanzplaner-Verbands (FPSB), rät dem Paar, sich mit den Risiken einzelner Produkte vertraut zu machen – am besten schon, bevor es sich beraten lässt.

Beispielsweise so: Hätte es Anfang 2007 einen Betrag von 10.000 Euro in einen europäischen Aktienfonds angelegt, wären jetzt nur noch etwa 5200 Euro übrig. Nicht jeder hält so etwas aus. Andererseits wäre mit 10.000 Euro vor 20 Jahren in einen solchen Fonds im Schnitt eine Rendite von 4,2 Prozent möglich gewesen, der Betrag auf 22.769 Euro gestiegen.

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„Der Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko lässt sich auch durch die beste Finanzinnovation nicht auflösen“, sagt Tilmes. Wer mehr will, muss mehr riskieren, risikolose Rendite gibt es nicht, auch nicht bei Bundesanleihen. Der Finanzplaner bleibt deshalb bei einer Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Immobilien. So soll auf Dauer das Gesamtrisiko der Anlage verringert werden.

Zwei Töpfe für alle Lebenslagen

Das 50.000-Euro-Familiendepot

Das 50.000-Euro-Familiendepot

Tilmes mag es plakativ: Er empfiehlt den Eheleuten zwei Töpfe fürs Geld. In den einen kommen 30.000 Euro. Die müsse die Familie „mental wegpacken“ und für die Altersvorsorge möglichst 20 Jahre nicht anrühren. 20.000 Euro werden im zweiten Topf kurzfristiger angelegt. Die Rahmenbedingungen für die Topf-Strategie seien in der Familie ideal. Ein sicherer Job und ein solides Einkommen decken den Lebensunterhalt und lassen noch Luft für weitere monatliche Sparraten.

Für den langfristigen Topf rät Tilmes zur Anlage in günstigen und gut gemischten Indexfonds, sogenannten Exchange Traded Funds. Sie bauen einen Index nach und kosten deshalb jährlich nur etwa ein Drittel dessen, was ein Fonds kostet, den ein Fondsmanager nach individuellen Vorstellungen bestückt. Empfehlenswert sind die Indexfonds vor allem für Aktien. Die Familie investiert in Aktien weltweit und in Schwellenländern. Die können zwar heftig fallen, wenn westliche Investoren in Krisen Geld abziehen, haben langfristig aber Vorteile: Die Staaten sind weniger verschuldet und haben eine junge Bevölkerung.

Gold und Schwellenländer

Vorsicht: Einige ETF-Anbieter sparen sich allerdings die mühsame Bauarbeit und nutzen Derivate, um den Index abzubilden. Dass hier viel schiefgehen kann, zeigt der Fall eines ETF-Händlers der Schweizer UBS, der gerade zwei Milliarden Dollar verzockte. Fallen Partner bei Derivategeschäften aus, findet der Anleger in seinem Fondsdepot dann nicht die Aktien, die er erwartet, sondern womöglich Ansprüche an andere Banken. Empfehlenswerter sind ETFs wie die hier vorgestellten, in denen tatsächlich die Aktien der Indexmitglieder verpackt sind. Selbst wenn die Fondsgesellschaft pleitegeht, gehören die Papiere als Sondervermögen dem Anleger.

Gold sollten Anleger nicht als ETF, sondern physisch kaufen und lagern. Die Lebensversicherung schließlich, die die Familie abgeschlossen hat, dürfte nur wenig Rendite bringen: Versicherer leiden besonders unter den niedrigen Zinsen. Die magere Rendite aber ist zumindest garantiert – und bei einer Kündigung heute wäre der Verlust zu hoch. Besser ist es, Beiträge zu reduzieren und die Police, weil Versicherer primär in Anleihen investieren, als Anleihekomponente im Depot zu lassen. Zusätzlich wandert nur noch ein Schwellenländer-Anleihefonds ins Portfolio.

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