Anlagestrategie: Das risikoarme Depot für Doppelverdiener

Anlagestrategie: Das risikoarme Depot für Doppelverdiener

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Doppelverdiener-Ehepaar

von Heike Schwerdtfeger

Die Kinder sind aus dem (abbezahlten) Haus, die Eltern möchten 100.000 Euro möglichst risikoarm anlegen und von 2020 an ein Zusatzeinkommen zur Altersrente haben. Eine Anlage für Ältere, die nichts verlieren wollen.

Der Auftrag an den Geldmanager ist klar: Das Vermögen soll auf mittlere Sicht von sieben bis zehn Jahren erhalten werden. Er soll also mindestens einen Inflationsausgleich erzielen, wenn möglich, nach Steuern – und ein Schnaps obendrauf wäre auch willkommen. Diese Latte hängt nicht arg hoch. Auf gewohnte Muster könnten Anleger dabei jetzt aber nicht mehr zurückgreifen, sagt Christian Kreuser, Leiter Vermögensverwaltung und Vorstand der Berliner Quirin Bank. Die Folgen der Schuldenkrise in Euro-Land würden noch über Jahre die Märkte beschäftigen. „An Gold als Anlageklasse etwa müssen sich die Anleger gewöhnen“, sagt er.

Das Hauptproblem vieler Anleger sieht auch er in dem schleichenden Vermögensverzehr durch den negativen Realzins (nominale Rendite minus Inflationsrate). „Die Staaten können sich ohne hohe Inflation entschulden. Sie zwingen Großanleger wie Versicherer und Banken mit gesetzlichen Regelungen, weiterhin in Staatsanleihen zu investieren. Das hält die Renditen niedrig“, erklärt Kreuser und nennt das Phänomen „finanzielle Repression“. Sie hat für die Staaten den Vorteil, dass ihnen das Volk nicht auf die Barrikaden steigt, weil die Inflation Renten und Löhne auffrisst, und auf ihre Schulden müssen sie, anders als bei Inflation, nicht höhere Zinsen zahlen. Die Repression trifft aber Vermögende wie dass Ehepaar. Kreuser skizziert die Konsequenzen: „In dem Umfeld historisch niedriger Zinsen kann der Anleger keinen risikolosen Vermögensaufbau erreichen.“ Damit dämpft er auch zu optimistische Erwartungen an Vermögensverwalter wie Quirin. Im Jahr 2010 erzielte das Haus sechs Prozent plus für Kunden. In diesem Jahr liegt die Vermögensverwaltung mit einem Prozent im Minus – so mancher crashgebeutelte Anleger dürfte davon träumen.

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Konservativer als Staatspapiere

Das 100.00-Euro-Doppelverdienerdepot

Das 100.00-Euro-Doppelverdienerdepot

Die Berater der Quirin Bank sind sogenannte Honorarberater, sie müssen Anleger nicht in unpassende Produkte locken, um Provision zu schinden. Stattdessen zahlen Anleger monatlich 75 Euro und bekommen dafür Beratung und Produktverkauf gratis. Kreuser hält sein Pulver zurzeit noch trocken, packt viel in Tagesgeld und Zinspapiere von Unternehmen. Die gelten inzwischen als konservativer als die meisten Staatspapiere, weil viele Unternehmen wenig Schulden haben und die weiter abbauen. Mager verzinste Bundesanleihen mit einem Inflationsschutz hält Kreuser allerdings trotzdem für angemessen, zumal sie täglich verkauft werden können. Der Markt ist sehr liquide – auch ein Vorteil in turbulenten Zeiten.

Bislang fing eine 15-prozentige Goldposition in der Quirin-Vermögensverwaltung manche Kursverluste bei anderen Anlagen auf. „Solange Weltwährungen wackeln und die Schuldenkrise uns noch zehn Jahre beschäftigen wird, bleibt Gold ein Stabilitätsanker im Depot“, sagt Kreuser.

Er setzt in der Vermögensverwaltung zudem den offenen Immobilienfonds Wertgrund WohnSelect ein (DE000A1CUAY0), der erst im vergangenen Jahr gestartet ist. Kreuser gefällt die Spezialisierung des Fonds auf deutsche Wohnimmobilien. Andere offene Immobilienfonds konzentrieren sich hingegen eher auf Büro-, Einzelhandels-, Hotel- und Logistikimmobilien. Eine Konjunkturflaute kann hier die Leerstände weiter vergrößern.

Substanz gesucht

Die Doppelverdiener, die im abbezahlten Haus wohnen, brauchen keinen weiteren hohen Immobilienanteil. Eine kleine Dosis als Substanzanlage bekommen sie beispielsweise über den Mischfonds Pioneer Substanzwerte ins Depot. Der Fondsmanager investiert in Aktien von Immobiliengesellschaften, wenn er sie für vielversprechend hält. Aktuell ist das nicht der Fall, der Fonds investiert vor allem in Landwirtschaft, Pharma und Gold.

Ein Großteil des Depots der eher risikoscheuen Anleger sollte derzeit flüssig bleiben: „Heute kann keiner sagen, ob der Dax nicht wieder auf 3600 Punkte fallen wird wie beim letzten Crash“, meint Kreuser. Anleger sollten etwa nicht erwarten, dass die Schwellenländer wachsen, wenn der US-Konsument sich mit seinen Ausgaben stark zurückhält und die US-Wirtschaft schwächelt. Auch China als größten Rohstoffnachfrager der Welt gelte es weiter zu beobachten. Bei Aktien und Rohstoffen bleibt Kreuser zunächst, wegen Befürchtungen über eine schlechtere Weltkonjunktur, an der Seitenlinie, besonders bei Depots, deren Besitzer im Notfall nicht noch über 20 Jahre auf ihr Geld warten wollen.

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