Anlagestrategie: Das Wagnisdepot für Studenten

Anlagestrategie: Das Wagnisdepot für Studenten

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Studentin

von Heike Schwerdtfeger

Das Einkommen aus dem Nebenjob reicht für Essen und Trinken. Was also machen, wenn plötzlich eine 10.000-Euro-Erbschaft kommt? Wer jung ist und starke Nerven hat, kann risikoreicher und langfristiger investieren.

Die 24-jährige BWL-Studentin hat durch das Studium einen engen Draht zur Wirtschaft. Konjunkturzyklen und Finanzkrisen sind ihr nicht fremd, Aktien interessieren sie. Damit schwimmt sie gegen den Trend – laut Shell-Jugendstudie halten nur zwölf Prozent der 12- bis 25-Jährigen Aktien für etwas Sinnvolles. Gegen den Strom schwimmen zu können ist schon mal eine gute Voraussetzung für Börsenerfolg. „Die Herde bekommt an der Börse selten recht“, weiß Susan Levermann, ehemals Fondsmanagerin beim deutschen Branchenführer DWS und Autorin des Buchs „Der entspannte Weg zum Reichtum“, in dem sie die wichtigsten Analysemethoden für Aktien erklärt. Wer einen Börsenerfolg erzielen wolle, müsse sich mitunter auch gegen die Masse stellen und Schwächephasen durchstehen.

Levermann ist erst Mitte 30, hat schon früh Milliardengelder gemanagt und ist dann aus der Fondsbranche ausgestiegen. Trotz der Krise am Aktienmarkt ist sie überzeugt, dass die junge Anlegerin, für ihren Mut, Aktien zu kaufen, belohnt wird – mit Rendite und mit Erfahrung.

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„Wer richtig viel Zeit hat, kommt an Aktien nicht vorbei. Das unternehmerische Wagnis, sich mit Eigenkapital an einem Unternehmen zu beteiligen, wird über die lange Frist belohnt“, sagt Levermann. Sie glaubt allerdings auch, dass es an den Börsen über Jahre bestenfalls in großen Schwankungen seitwärts gehen wird, weil es zu viele Schuldenexzesse gab. „Wer Aktien gründlich analysiert, wird auch in solchen Phasen Perlen finden, mit denen sich Geld verdienen lässt“, sagt Levermann.

Das 10.000-Euro-Wagnisdepot

Das 10.000-Euro-Wagnisdepot

Perlen sind für sie Unternehmen mit hohen Gewinnmargen, Kapitalrenditen und Eigenkapitalquoten. „Sie sorgen für Stabilität in unruhigen Zeiten.“ Die spanische Telefónica etwa glänzt mit einer Dividendenrendite von zwölf Prozent. Ein Anleger, der zum jetzigen Kurs kauft, bekäme bei unveränderter Ausschüttung jährlich diese Rendite. Derzeit zahlen Aktionäre für das Unternehmen das 7,6-Fache des für 2011 erwarteten Jahresgewinns – nicht viel. Die dafür maßgebliche Kennziffer, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), liegt beispielsweise für die deutschen Standardwerte aus dem Index Dax auf einem langfristigen Schnitt von 12,0. Auch die Rentabilität ist mit einer Gewinnmarge (Ebit) von 27,1 Prozent üppig. Die Eigenkapitalquote liegt mit 24 Prozent auf dem Schnitt der 50 größten Euro-Land-Unternehmen. Der deutsche Technologiekonzern Siemens wird attraktiv durch sein breites Produktspektrum, die aktuelle Dividendenrendite von 4,8 Prozent, das niedrige KGV von 8,3 sowie eine Eigenkapitalquote von 31,1 Prozent.

Als Goldanteil im Depot eignet sich der kanadische Minenbetreiber Barrick Gold. Goldförderer haben selbst bei einer möglichen Korrektur des Goldpreises um einige Hundert Dollar noch einen Puffer. Denn die Gesamtkosten einschließlich der Investitionskosten in neue Projekte liegen pro geförderter Unze im Branchenschnitt bei 1100 Dollar, während die Unze derzeit für 1784 Dollar verkauft wird. Entsprechend gut fallen die Gewinne aus.

Grundsätzlich ist Levermann erst mal skeptisch, sie erwartet, dass die Unsicherheit von den Finanzmärkten auf die Realwirtschaft überspringt: „Gesunkene Risikobereitschaft an den Aktienmärkten macht sich, mit einer gewissen Verzögerung, als sinkende Investitionsbereitschaft bei den Unternehmen bemerkbar.“

Auf langfristige Trends setzen

Auch Aktienrenditen werden künftig begrenzt sein, denn „wo man auch hinblickt, überall trifft man auf Limits“, sagt Levermann, von den Verschuldungsquoten der westlichen Staaten bis hin zur CO2-Konzentration in der Atmosphäre. „Wir müssen lernen, wieder mit weniger auszukommen“, sagt Levermann, die heute für das Carbon Disclosure Project arbeitet. Es soll im Auftrag von rund 500 Großinvestoren die CO2-Emissionen von Unternehmen und ihre Maßnahmen gegen Umweltverschmutzung transparenter machen.

Wer sehr langfristig anlegt, sollte dies im Auge behalten. Die französische Veolia, die auf Wasseraufbereitung und Abfallverwertung setzt, ist insofern eine gute Wahl. Barrick Gold gehört inzwischen dem Globalen Nachhaltigkeits-Aktienindex von Dow Jones an, weil die Fördermethoden des Minenkonzerns als fortschrittlich gelten. Und selbst Siemens hat sich bereits einen grünen Anstrich verpasst, etwa weil man sich von der Beteiligung am Atomkonzern Areva getrennt hat.

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