Autoversicherung: So trotzen Versicherte den steigenden Prämien

Autoversicherung: So trotzen Versicherte den steigenden Prämien

, aktualisiert 11. November 2011, 15:34 Uhr
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Stopschild: Versicherte können Prämienerhöhungen mit einem Wechsel kontern. Bis Ende des Monats können die meisten Autofahrer ihre Police kündigen.

von Jens HagenQuelle:Handelsblatt Online

Die Beiträge für KFZ-Policen steigen rasant. Trotzdem kann der Wechsel des Anbieters lohnen. Kunden haben noch bis Ende des Monats dafür Zeit. Wie Autofahrer Kosten sparen und von Leistungen profitieren.

Autofahren ist mittlerweile ein teures Vergnügen. Die Kosten für Anschaffung und Unterhalt eines Autos in Deutschland sind seit 1995 um mehr als 40 Prozent gestiegen, meldet der ADAC. Die allgemeinen Lebenshaltungskosten stiegen im gleichen Zeitraum nur um knapp 25 Prozent. Vor allem der Spritpreis macht den Autofahrern zu Schaffen. Der Preis für Superbenzin hat sich längst über der Marke von 1,50 Euro pro Liter festgesetzt.

Von unerwarteter Seite kommen jetzt neue Belastungen. Das Preisniveau für Autopolicen steigt zum 1. Januar 2012 im Vergleich zum Jahresbeginn durchschnittlich um fünf Prozent. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Unternehmensberatung Nafi für Handelsblatt Online.

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Die Mehrzahl der Autofahrer dürfte davon betroffen sein. Die Marktführer Allianz und Huk Coburg haben bereits durchschnittliche Erhöhungen für Bestandskunden im einstelligen Prozentbereich verkündet. „Einige Tarife anderer Anbieter verteuern sich sogar um mehr als 20 Prozent“, sagt Nafi-Geschäftsführerin Ivana Höltring. Die schneereichen Winter der vergangenen Jahre haben steigende Unfallzahlen gebracht. Bei steigenden Kosten lassen sich die niedrigen Prämien, die den Kunden ein für die Branche ruinöser Preiskampf brachte, kaum noch rechtfertigen.

Trotz tendenziell steigenden Prämien kann der Wechsel des Anbieters lohnen. Denn einige Tarife werden trotz höherer Schadenszahlen im Schnitt um mehr als zehn Prozent günstiger. Autofahrer müssen ihren Versicherungsschutz ohnehin regelmäßig anpassen, um die Leistungen dem Bedarf anzupassen. Noch bis Ende November haben die meisten Versicherten die Möglichkeit, ihren bisherigen Versicherer zu kündigen und zum Jahresbeginn zu einem anderen Anbieter zu wechseln.

Das Sparpotenzial bei einem Wechsel kann bis zu 75 Prozent betragen, wie ein Tarifvergleich von Nafi belegt. Die Suche nach der passenden Police ist nicht einfach. Nur wer für die individuellen Risiken den günstigsten Tarif ermittelt, macht ein gutes Geschäft.

Nadel im Heuhaufen

Die Gesellschaften bieten hunderte Rabattvarianten. Nicht nur das Parken in einer sicheren Garage oder die Wahl eines Fahrzeugtyps mit statistisch niedrigen Schadenaufkommen wird honoriert. Einige Anbieter gewähren Rabatte für die Mitgliedschaft in Autoclubs, absolvierten Fahrtrainings oder wie die Admiral bei einem vorzeigbaren Punktekonto beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg. Vorteile haben auch ökologische Fahrzeuge. Die DEVK hofiert Fahrer von Elektroautos oder Fahrzeugen mit niedrigem CO2-Ausstoß, die auch noch eine Bahncard besitzen und weniger als 15.000 Kilometer im Jahr fahren mit einem Abschlag von rund zehn Prozent.


Wie Autofahrer günstige Anbieter finden

Da die Angebote auf eigene Faust kaum vergleichbar sind, nutzen viele Wechselwillige Vergleichsrechner im Internet. Verbraucherschützer warnen aber vor unseriösen Angeboten. Viele Tools dienen als Datensammler für Makler. Nutzer können nicht sicher sein, dass bei den Ergebnislisten vieler Vergleiche tatsächlich das günstigste Angebot vorne liege, warnt beispielsweise Peter Grieble, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Hinter vielen Vergleichsportalen stecken Versicherungsvermittler, die Provisionen von den Versicherungen kassieren. Dann besteht die Gefahr, dass vor allem Ergebnisse gelistet werden, die für die Vermittler selbst lukrativ sind. Eine von Erfolgsprämien unabhängige Alternative ist beispielsweise der vielfach gut bewertete Vergleich http://www.nafi-auto.de.

Bei der Jagd nach der günstigsten Police sollten Besitzer teurer Karossen Policen mit schwachen Leistungen meiden. In der Haftpflicht bietet etwa jeder zweite Tarif aktuell Deckungssummen bei Personenschäden von mehr als acht Millionen Euro. Fast jede Police erstattet Sachschäden von maximal 100 Millionen Euro.

Bei Kaskoschutz sollten Besitzer von Neuwagen auf eine Neupreisentschädigung achten. Bei Totalschaden, Diebstahl oder Brand ersetzen einige Versicherer nicht den niedrigeren Zeitwert des Fahrzeuges, sondern den Kaufpreis. 70 Prozent der Tarife leisten im ersten Jahr nach dem Kauf, 25 Prozent auch im zweiten Jahr.

Soliden Schutz vereinbaren

Kundenfreundliche Versicherer verzichten in ihren Bedingungen auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit. Persönliche Nachlässigkeiten wie das Überfahren einer roten Ampel oder das Telefonieren am Steuer werden bei der Schadenregulierung dann nicht geprüft. 90 Prozent aller Tarife haben aktuell diesen Einschluss.

Nach der Terminologie der Versicherer können sich Kunden kaum orientieren. Fast alle Gesellschaften bieten inzwischen Tarife mit mindestens zwei Leistungskategorien an. Der Schutz verbessert sich vom „Basis-“ über den „Standard-“ zum leistungsstärksten „Premiumtarif“.


Junge Fahrer zahlen mehr, alte weniger

Das Problem: Der Leistungsumfang unterscheidet sich je nach Versicherer. So bietet beispielsweise der Basistarif der Huk-Coburg eine Deckungssumme bei Personenschäden in der Haftpflicht in Höhe von 12 Millionen Euro. Der Standardtarif „Plus“ der Asstel deckt dagegen solche Schäden nur bis zu einer Summe von acht Millionen Euro. Bei der Einstiegsvariante verzichtet die Huk bei der Schadenregulierung auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit und erstattet bei Ersatzteilen und Lack auf einen Abzug wegen der altersbedingten Abnutzung. Die Asstel verzichtet bei ihrem Plus-Tarif auf solche kundenfreundlichen Bedingungen. 63 Prozent aller Tarife bietet diesen Schutz.

Für Überraschung dürfte in diesem Jahr die Einordnung in die Schadenfreiheitsstaffel sorgen. Allianz, HUK, HDI, VGH und ÖSA rechnen statt wie bisher mit 25 Staffeln bei neuen Tarifen mit 35. Vor allem junge Fahrer könnten von der Neuerung profitieren. Im ersten Jahr werden sie in der SF-Klasse 1/2 eingestuft. Im alten System mussten sie meist 140 Prozent der Prämien zahlen.

In der neuen Staffel sinkt die Quote bei der Huk auf 75 Prozent und bei der Allianz auf 70 Prozent. „Die Reduzierung wird von dem Risikomerkmal eines niedrigen Alters nicht vollständig wett gemacht“, sagt Höltring. „In einer Musterberechnung zahlt ein 19-jähriger bei der Huk im neuen Tarif knapp 500 Euro weniger“.

Senioren zahlen demnächst mehr

Die Rechnung dafür müssen die Älteren zahlen. „Wer ohne Unfall fährt, braucht mit der neuen Regelung viel länger, um die günstigste Schadenfreiheitsklasse zu erreichen“, sagt Hajo Köster, Justiziar beim Bund der Versicherten. Nach seinen Angaben fahren 80 Prozent der Deutschen in der alten Staffel 25 und darüber.

Draufzahlen müssen vor allem Senioren, nicht nur wegen der neuen Schadenfreiheitsstaffeln. In den neuen Tarifen steigt bei der Mehrzahl der Gesellschaften ab dem 65. Lebensjahr der Beitrag – meist in Stufen von fünf Jahren. Bei einigen Tarifen müssen gesetzte Fahrer mehr als 15 Prozent mehr zahlen als jüngere Versicherte.

Quelle:  Handelsblatt Online
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