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Berufsunfähigkeits-Policen: „Ein Fake, ein einziger Blödsinn“

von Thomas Schmitt Quelle: Handelsblatt Online

Viele Deutsche können sich wegen hoher Kosten nicht vor Berufsunfähigkeit schützen. Die Bundesregierung möchte das ändern. Doch Experten halten die Pläne für untauglich. Womit Versicherte jetzt rechnen müssen.

Michael Franke, Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg. Fotoquelle: Franke und Bornberg / Neuenhausen
Michael Franke, Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg. Fotoquelle: Franke und Bornberg / Neuenhausen

Viele Handwerker haben einen harten Job. Irgendwann machen der Rücken oder die Gelenke nicht mehr mit. Maurer oder Maler werden deshalb viel schneller berufsunfähig als Mathematiker oder Ingenieure.

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Gerade für Handwerker wäre daher eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine feine Sache. Doch oft bekommen Menschen in Berufen mit starker körperlicher Belastung gar keinen vernünftigen Schutz. Und wenn eine Versicherung doch dazu bereit ist, dann ist der Vertrag oft so teuer, dass viele ihn gar nicht erst abschließen.

An diesem Problem möchte die Regierung gerne etwas ändern. Deshalb plant sie, den Abschluss von Berufsunfähigkeitspolicen stärker zu fördern. Doch nach Ansicht von Experten wird das nun denkbar falsch umgesetzt.

Die Folge könnte sein: Denen, die solch eine Versicherung brauchen, bringt die neue Förderung wohl nichts. „Die Vorschläge sind ein Fake, ein einziger Blödsinn“, schimpft dementsprechend Michael Franke, der Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg GmbH in Hannover.

„Die im Gesetzentwurf gestellten Anforderungen verhindern das wichtigste Ziel: die Verfügbarkeit geförderter Vorsorge für möglichst viele Verbraucher, insbesondere für Verbraucher mit erhöhter Invalidisierungswahrscheinlichkeit“, sagt der Branchenkenner.

Wer den falschen Beruf ausübt, muss beim Versicherungsschutz demnächst mehr bezahlen. Für Handelsblatt Online hat das Analysehaus Morgen & Morgen (M&M) analysiert, wo die Beiträge steigen und wer demnächst weniger zahlen muss. Die gute Nachricht zuerst: Für die meisten Berufsgruppen wird der Schutz günstiger. Von den 145 Berufen stellte M&M nur bei 30 Berufen eine Verteuerung fest. Die Analyse zeigt vor allem, dass „gute“ Risiken, also Berufe mit einer niedrigen Berufsunfähigkeitswahrscheinlichkeit überproportional profitieren.

„Gewinner sind ganz klar die Berufe mit dem geringsten Risiko. So zahlt unseren Auswertungen nach ein Notar beispielsweise für einen 5-Sterne-BU-Tarif mit 1.500 Euro BU-Rente monatlich nur um die 50 Euro. Während ein Dachdecker für eine gleichwertige BU-Rente mit über 200 Euro richtig tief in die Tasche greifen muss“, so Stephan Schinnenburg, Geschäftsführer von Morgen & Morgen.

Bild: dpa

Er hat eine Stellungnahme zum Entwurf des Gesetzes zur Verbesserung der steuerlichen Förderung der privaten Altersvorsorge (Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz – AltvVerbG) verfasst. Doch ob seine Kritik gehört wird? Da hat er wenig Hoffnung.

Versicherungspolicen Der überschätzte Schutz vor Berufsunfähigkeit

Das Risiko einer Berufsunfähigkeit wird übertrieben. Die Versicherung ist kostspielig – und längst nicht für jeden ein Muss. Wer die Police braucht und wie er die richtige findet.

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Schon heute sei die Berufsunfähigkeitsversicherung für körperlich Tätige kaum mehr bezahlbar, stellt Franke fest. Nun komme die Regierung mit Vorgaben, die willkürlich erschienen und in die falsche Richtung gingen. Was die Regierung nun festschreiben wolle, biete ein Großteil der angebotenen Berufsunfähigkeitsversicherungen bereits, so Franke.

"Nicht immer werden die guten Bedingungen eingehalten."

Wenn die Regierung sinnvolle Vorgaben in dieser Versicherungssparte machen wolle, müssten diese wesentlich umfangreicher sein. Der Grund: Die Branche ist findig und entdeckt schnell „Schlupflöcher“. Zudem zeige seine 16jährige Erfahrung, dass solche Vorgaben zumindest jährlich überarbeitet werden müssten, um „Umgehungen“ in Grenzen zu halten.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 15.01.2013, 13:25 UhrUnderfrange

    Warum zieht dieser gutbetuchte Herr nun den gesamten Berfsstand in noch lange vor einer möglichen Einfühung in den Dreck
    Soll hier mal wieder auf den so großen Verdienst der Verkäufer abgelenkt werden damit nicht jeder feststellt was die Regierung verzapft?
    Die Arbeit und der Aufwand, die Kosten und das Know-How um eine Berufsunfähigkeitsrente zu verkaufen ist nicht jedermans Sache. Dewegen aber von obern herunter den Berufsstand des Vetreters so zu diskreditiere sollte verboten werden.
    Natürlich leben die Vertreter (ich bin keiner) von ihrer Arbeit, ihrem Einkommen..... warum auch sollten die etwas umsonst machen?
    Keiner gent zum Bäcker oder Metzger und verlangtort sein Mittagsessen umsonst......

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