Betriebliche Altersvorsorge: Was die verschiedenen Betriebsrenten bringen

Betriebliche Altersvorsorge: Was die verschiedenen Betriebsrenten bringen

von Niklas Hoyer und Heike Schwerdtfeger

Chancen und Risiken unterscheiden sich je nach Art der Betriebsrente.

Direktzusage

Arbeitnehmer bekommen direkt vom Arbeitgeber eine Betriebsrente zugesagt. Die Direktzusage ist die bedeutendste Art der betrieblichen Altersvorsorge in Deutschland. Die Höhe hängt vom Einkommen und der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab.

Einzahlungen sind in unbegrenzter Höhe steuerfrei. Rutscht der Arbeitgeber in die Insolvenz, springt der Pensions-Sicherungs-Verein ein. Arbeitgeber müssen für ihre Verpflichtungen Rückstellungen in der Bilanz bilden, was die Direktzusage zunehmend unbeliebt macht. Dafür profitieren sie von flexibleren Anlagemöglichkeiten und können mitunter renditestärker anlegen, als dies bei Betriebsrenten der Fall ist, die Lebensversicherer steuern. Allerdings trägt auch das Unternehmen die Risiken, wenn etwa die Aktienkurse fallen.

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Direktversicherung

Bei einer Direktversicherung schließt der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer eine Lebensversicherung ab und lagert damit auch die Geldanlage an den Versicher aus. Die Beiträge übernimmt je nach Ausgestaltung der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer oder aber beide zahlen einen Teil. Läuft der Vertrag lang genug, kann der Arbeitgeber den Anspruch des Arbeitnehmers nicht mehr widerrufen (Unverfallbarkeit). Für neu abgeschlossene Verträge, die durch den Arbeitgeber finanziert werden, war das bislang meist nach fünf Jahren der Fall.

Laufende Verzinsung wichtiger bAV-Versicherer

  • Allianz

    Laufende Verzinsung 2014: 3,60 Prozent

    Veränderung gegenüber 2013: 0,00 Prozentpunkte

    Quelle: Towers Watson bAV Kompakt

  • Generali

    Laufende Verzinsung 2014: 3,60 Prozent

    Veränderung gegenüber 2013: -0,30 Prozentpunkte

    im Spezialkollektivgeschäft

    Quelle: Towers Watson bAV Kompakt

  • AXA

    Laufende Verzinsung 2014: 3,40 Prozent

    Veränderung gegenüber 2013: -0,25 Prozentpunkte

    Quelle: Towers Watson bAV Kompakt

  • R+V AG

    Laufende Verzinsung 2014: 3,40 Prozent

    Veränderung gegenüber 2013: -0,20 Prozentpunkte

    Quelle: Towers Watson bAV Kompakt

  • Alte Leipziger

    Laufende Verzinsung 2014: 3,35 Prozent

    Veränderung gegenüber 2013: 0,00 Prozentpunkte

    Quelle: Towers Watson bAV Kompakt

  • Gothaer

    Laufende Verzinsung 2014: 3,30 Prozent

    Veränderung gegenüber 2013: -0,20 Prozentpunkte

    Quelle: Towers Watson bAV Kompakt

  • ERGO

    Laufende Verzinsung 2014: 3,20 Prozent

    Veränderung gegenüber 2013: 0,00 Prozentpunkte

    Quelle: Towers Watson bAV Kompakt

  • SwissLife

    Laufende Verzinsung 2014: 3,00 Prozent

    Veränderung gegenüber 2013: -0,30 Prozentpunkte

    Quelle: Towers Watson bAV Kompakt

  • Zurich

    Laufende Verzinsung 2014: 3,00 Prozent

    Veränderung gegenüber 2013: 0,00 Prozentpunkte

    Quelle: Towers Watson bAV Kompakt

Mit einer neuen Richtlinie der Europäischen Union, die innerhalb von vier Jahren in deutsches Recht umgesetzt werden muss, soll die Anwartschaft auf die Rente schon nach drei Jahren nicht mehr verfallen, sofern der Arbeitnehmer beim Ausscheiden mindestens 21 Jahre alt ist. Bei einer Schieflage des Lebensversicherers würde die Auffanggesellschaft Protektor einspringen. In aller Regel greift der Pensions-Sicherungs-Verein nicht.

Die Einzahlung ist für den Arbeitnehmer und seinen Arbeitgeber frei von Steuern und Sozialabgaben. Erst im Ruhestand sind die Auszahlungen dann steuer- und beitragspflichtig. Das gilt für die Direktversicherung, sowie Pensionsfonds und Pensionskasse aber nur bis zum Betrag von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung, also aktuell bis zum Höchstbetrag von 2856 Euro pro Jahr. Die Beitragsbemessungsgrenze steigt 2015, dann liegt der Höchstbetrag für Einzahlungen ohne Steuern und Sozialversicherungsbeträge bei 2904 Euro. In manchen Fällen können weitere 1800 Euro pro Jahr steuerfrei eingezahlt werden.

Pensionskasse

Die Pensionskassen sind eigene Versorgungseinrichtungen und ähneln Lebensversicherern. Sie werden von der BaFin kontrolliert und müssen relativ risikoarm anlegen. In der Praxis kaufen sie vor allem Bankpapiere und Anleihen. Arbeitnehmer haben einen rechtlichen Anspruch gegen die jeweilige Kasse, bei Finanzproblemen der Kasse auch gegen den Arbeitgeber. Rutscht dieser in die Insolvenz, steht der Arbeitnehmer im schlimmsten Fall allein da. Der Pensions-Sicherungs-Verein sichert die Pensionskassen nicht ab.

Weitere Artikel

Pensionsfonds

Arbeitgeber können Ansprüche auf Pensionsfonds auslagern. Diese erst 2002 eingeführten Fonds dürfen riskanter als etwa Pensionskassen anlegen; sie können im Extremfall sogar ausschließlich in Aktien investieren. Die Finanzaufsicht BaFin überwacht die Fonds. Damit die Betriebsrenten trotz der liberalen Vorschriften ausreichend geschützt sind, springt bei Insolvenz des Arbeitgebers der Pensions-Sicherungs-Verein ein.

Unterstützungskasse

Läuft die Betriebsrente über eine Unterstützungskasse, hat der Arbeitnehmer keine rechtlichen Ansprüche gegen diese Kasse. Im Fall einer finanziellen Schieflage muss er sich mit Ansprüchen an den Träger, also seinen Arbeitgeber, wenden. Die Unterstützungskassen unterliegen keinen speziellen Anlagevorschriften und keiner staatlichen Aufsicht. Sie können ihr angesammeltes Kapital sogar für Darlehen an den Arbeitgeber nutzen. Rutscht der Arbeitgeber in die Insolvenz, springt der Pensions-Sicherungs-Verein ein.

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