Betriebsrente: Deutsche Pensionsfonds haben sich bewährt

KommentarBetriebsrente: Deutsche Pensionsfonds haben sich bewährt

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WirtschaftsWoche Redakteur Martin Gerth

Deutsche Pensionsfonds gelten wegen ihrer niedrigen Aktienquote als Langweiler. In der Finanzkrise haben sie sich aber bewährt – anders als ihre angelsächsischen Vorbilder. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Martin Gerth.

Rezession und Börsencrash haben bei deutschen Pensionsvermögen Spuren hinterlassen. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Watson Wyatt Heissmann büßten die Pensionspläne der 23 untersuchten Dax-Unternehmen im vergangenen Jahr neun Milliarden Euro ein. Das sind fünf Prozent der Pensionsverpflichtungen. 2007 erwirtschafteten die Dax-Pensionspläne noch 15 Milliarden Euro Gewinn.

Die Verluste sind ohne Frage schmerzlich, aber nichts im Vergleich zu den Einbußen ausländischer Pensionsfonds. So schmolz das Vermögen des kalifornischen Pensionsfonds Calpers von Juli 2008 bis Januar 2009 um 26,6 Prozent. Der Einbruch ist nicht verwunderlich, hatte Calpers im Januar noch 53,5 Prozent seines Portfolios in Aktien investiert. Auch kontinentaleuropäische Pensionsfonds mit höherer Aktienquote gerieten unter die Räder: 23,3 Prozent Minus machte 2008 der norwegische Pensionsfonds, der sich aus Einnahmen aus dem Ölgeschäft speist. Das norwegische Parlament hatte dem Ölfonds vor Beginn der Finanzkrise todesmutig eine von 40 auf 60 Prozent erhöhte Maximalquote für Aktien zugestanden.

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Von solch riskanten Quoten sind deutsche Pensionsfonds weit entfernt – zum Glück für die Beschäftigten. Watson Wyatt Heissmann schätzt die Aktienquote bei den Pensionsplänen der Dax-Unternehmen auf 15 bis 20 Prozent.

Für diese vorsichtige Anlagepolitik wurden die deutschen Geldmanager oft belächelt. Die Lobbyisten vom Deutschen Aktieninstitut forderten mehrfach Investments mit höheren Aktienanteil nach angloamerikanischen Vorbild – vor allem als die Börse noch brummte.

Modern ist nicht immer besser

Jetzt zeigt sich, dass die langweiligen Investitionen deutscher Pensionsfonds in Festverzinsliche näher am Puls der Börse waren als die vermeintlich modernen Konzepte aus den USA und Großbritannien. Gerade weil die Arbeitnehmer in Deutschland häufig keinen Einfluss darauf haben, wie ihre Pensionsgelder angelegt werden, schlafen sie besser, wenn die Vermögensverwalter nicht allzu sorglos mit Aktien, Hedgefonds, Rohstoffen oder Hypothekenanleihen jonglieren.

Weniger Risiko im Depot macht für die künftigen Betriebsrentner aus einem weiteren Grund Sinn: Unternehmen sagen ihren Mitarbeitern Betriebsrenten immer öfter nicht mehr in einer bestimmten Höhe zu. Vielmehr zahlt der Arbeitgeber lediglich vorher festgelegte Beträge in einen Anlagetopf. Wie viel Rente der Fonds über die gezahlten Beiträge hinaus abwirft, bleibt offen.

Bei zu viel Risikopapieren im Depot könnte der nächste Börsencrash jede Rentenrechnung über den Haufen werfen.

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