Börsenkommentar: Fingert hier jemand an den Kursen?

Börsenkommentar: Fingert hier jemand an den Kursen?

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Die Börse (New York Stock Exchange) an der New Yorker Wall Street.

Mehrfach wurden die Börsen in den vergangenen Wochen auf recht wundersame Weise gerettet. So mancher Anleger reiht sich ein in die Front der Verschwörungstheoretiker.

Schon vergessen? Vor ein paar Monaten redete die ganze Welt davon, dass wir uns von den USA und ihren Börsen abkoppeln könnten, dass Chinesen und Inder die Börsenwelt retten. Wir haben das nie so richtig geglaubt (WirtschaftsWoche 1/2008), und es sieht so aus, als ob wir richtig lagen. Der Dax hängt weiter im Schlepptau der Wall Street.

Dort aber scheinen einige Leute ein falsches Spiel zu treiben. Immer, wenn es kritisch wird, sickern positive Nachrichten durch. Oder es wird von Banken oder der US-Regierung wieder eine Initiative gestartet – zur Rettung von Eigenheimbesitzern, zum Ankauf fauler Anleihen, zur Stützung angeschlagener Finanzdienstleister. Wenn alles nicht fruchtet, hält Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Fed, eine kleine Rede, die wieder ein bisschen mehr Hoffnung auf Zinssenkungen macht. Das Timing der guten Meldungen ist perfekt. So mancher Anleger argwöhnt, US-Regierung, Fed oder zumindest die Wall-Street-Elite hätten hier die Hand im Spiel.

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Am vorvergangenen Freitag etwa sickerte erst kurz vor Börsenschluss durch, dass der US-Kreditversicherer Ambac, von dessen Wohlergehen die Bewertung vieler noch bei Banken liegender fauler Anleihen abhängt, gerettet werden soll. Spekulanten, die an der Börse auf sinkende Kurse gesetzt hatten, bekamen kalte Füße. Zeit, den Rettungsplan zu prüfen, sich Gedanken zu machen, ob er wirklich aus der Finanzkrise führt (tut er nicht), hatten die Shorties nicht mehr.

Wer sich nicht mit großen Baisse-Positionen ins Wochenende traute, mussten diese schleunigst auflösen, also kaufen. Die Kurse der Finanztitel schossen nach oben, die Börsen schlossen positiv. Ähnlich desaströs für die Shorties verlief zunächst das Gezerre um die beiden quasi-staatlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac. Beide mussten wegen der miesen Lage auf dem US-Häusermarkt erschütternde Zahlen melden, wurden von Analysten herabgestuft, erholten sich dann doch wieder.

Warum? Weil sie künftig weniger Sicherheits-Rückstellungen für Verluste bilden müssen, also noch mehr Geld in den maroden US-Häuserfinanzierungsmarkt pumpen dürfen. Das könnte anderen Banken zwar nutzen. Was Fannie und Freddie aber davon haben, wenn sie künftig noch mehr Schrott aufkaufen dürfen oder müssen, bleibt das Geheimnis derjenigen, die zunächst wie im Rausch ihre Aktien kauften. Anleger dürften in den kommenden Wochen besser fahren, wenn sie statt auf halbgare Hilfsaktionen auf Fakten schauen, die nicht auf die Schnelle zu beeinflussen sind. Auf US-Konjunkturdaten zum Beispiel. Die aber sahen zuletzt ganz und gar nicht gut aus.

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