Börsenmeinung: "Für Entwarnung noch zu früh"

Börsenmeinung: "Für Entwarnung noch zu früh"

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Olgerd Eichler, Fondsmanager der Frankfurter Mainfirst Bank

von Martin Gerth

Olgerd Eichler, Fondsmanager der Frankfurter Mainfirst Bank, glaubt an die USA und rechnet mit großen Problemen in Europa. Im Interview sagt er, warum er defensiv investiert.

WirtschaftsWoche: Herr Eichler, Börsenbeobachter sprachen angesichts der massiven Kursverluste in den vergangenen Tagen von einem Blutbad.

Eichler: Das wäre nicht meine Wortwahl. Für eine Entwarnung ist es jedoch zu früh. Schließlich hat sich die konjunkturelle Abkühlung seit Monaten angekündigt und sie wird mindestens noch bis zum Jahresende anhalten. Zudem waren die Gewinnschätzungen für die Unternehmen zu hoch.

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Ist die Party an den Aktienmärkten damit vorbei?

In diesem Jahr wird kaum noch etwas nach oben gehen, wir laufen in einen Seitwärtstrend. Andererseits rechne ich derzeit nicht mit einer globalen Rezession und einem weiteren dramatischen Kurssturz für den Dax von 20 Prozent und mehr.

Sind Sie da nicht zu optimistisch, schließlich muss US-Präsident Barack Obama in den kommenden zehn Jahren mehr als zwei Billionen Dollar einsparen. Das ist Gift für den US-Konsum.

Die US-Wirtschaft wird dieses Jahr zwar nur um 1,0 bis 1,5 Prozent wachsen, aber schließlich will Obama wiedergewählt werden, daher rechne ich mit staatlichen Maßnahmen, um die Konjunktur zu beleben. Anders als in Europa, wo sich die einzelnen Regierungen nicht einig sind, wie sie die Schuldenkrise mit Sparmaßnahmen anpacken sollen, ziehen in den USA Regierung und Notenbank an einem Strang.

Kann Europa ebenfalls eine Rezession abwenden?

Das wird schwer werden, denn die Staatspleite Griechenlands ist nicht mehr abzuwenden. Der Euro ist in seiner bisherigen Form nicht mehr zu halten. Ablesbar ist das am Misstrauen der Anleger gegenüber der europäischen Einheitswährung. Zudem wird es Italien und Spanien immer schwerer fallen, sich zu refinanzieren. Die Renditen der Staatsanleihen steigen weiter an. Südeuropa wird wohl in die Rezession taumeln.

Was bedeutet das für den europäischen Aktienmarkt?

Konjunktursensible Branchen wie Automobil, Stahl und Chemie werden weiter unter Druck bleiben. Wir bevorzugen momentan defensive Werte, beispielsweise Unilever, Novartis oder Vodafone. Eine Alternative zu Aktien sehe derzeit nicht, allenfalls noch solide Unternehmensanleihen. Rohstoffe dagegen sind eher kritisch zu sehen, wenn wie zu erwarten die Konjunktur lahmt.

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