Branche in der Krise: Geschäft der Lebensversicherer bricht weiter ein

Branche in der Krise: Geschäft der Lebensversicherer bricht weiter ein

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Die Regierung will die Beteiligung der Kunden von Lebensversicherungen an deren Bewertungsreserven beenden

Die Probleme der Lebensversicherer gehen weiter: Im ersten Quartal des Jahres sank der Umsatz in wichtigen Bereichen um mehr als zehn Prozent. Ein Ende der Misere ist nicht in Sicht.

Die deutschen Lebensversicherer sind in der bitteren Realität angekommen. Das Neugeschäft bricht immer weiter ein. Allein im ersten Quartal dieses Jahres sank das Geschäft mit Policen, bei denen monatliche Raten gezahlt werden, um 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal eingebrochen. Das berichtet manager magazin online mit Verweis auf eine interne Mitteilung des Branchenverbandes GDV an seine Mitglieder.

Bereits im vergangenen Jahr sah das Neugeschäft düster aus, 2013 brachen die laufenden Beiträge um 13 Prozent ein. Sorgen bereitet den Versicherern, dass auch das Geschäft mit Einmalpolicen, bei denen keine laufenden Beiträge gezahlt werden, sondern eine einmalige hohe Einzahlung getätigt wird, zuletzt geschrumpft ist. Hier betrug das Minus 3,5 Prozent.

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Brisant ist auch die Zusammensetzung des Neugeschäfts. Laut manager magazin online resultieren nur noch zwei Drittel aus echten Neuverträgen. Der Rest kommt aus Policen, bei denen die Beitragssumme erhöht wurde. Auch insgesamt sind die abgeschlossenen Versicherungssummen deutlich zurückgegangen, sie liegen rund ein Fünftel unter dem Niveau des Vorjahresquartals.

Die Sorgen der Assekuranzen um das Neugeschäft sind bekannt. Bereits im März dieses Jahres kündigte die Finanzaufsicht BaFin an, dass sieben der gut 90 Lebensversicherer auf dem deutschen Markt ihr Neugeschäft in der nächsten Zeit ganz oder zu großen Teilen einstellen wollen.

Zuversicht sieht anders aus. Erst in der vergangenen Woche musste die Generali Versicherung einräumen, ihr Neugeschäft in der Lebensversicherungs-Sparte sei im Vergleich zum Vorjahr um die Hälfte eingebrochen.

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Versicherer selber machen gerne den demografischen Wandel für das Problem verantwortlich. Weniger Menschen schließen nahezu automatisch weniger Versicherungsverträge ab.

Allerdings ist das natürlich nur die halbe Wahrheit. Viel gravierender für die Versicherer ist die Niedrigzinsphase. Während Versicherte sich früher über Garantiezinsen von rund vier Prozent freuen konnten, gibt es jetzt gerade noch 1,75 Prozent, schon im kommenden Jahr soll die garantierte Verzinsung auf 1,25 Prozent sinken.

Einige Anbieter flüchten deshalb bereits in Policen, die ganz ohne garantierte Verzinsung auskommen. Kritiker warnen allerdings, damit würden sich die Assekuranzen selber aus dem Weg räumen. Denn der Garantiezins galt bisher als Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Vorsorgevarianten.

Ein Ende der Misere ist für die Versicherer nicht in Sicht. Auch die Ablaufrendite, also das, was am Ende ausbezahlt wird, werden immer geringer. Hinzu kommt die große Unsicherheit unter den Versicherten aufgrund der Diskussionen und Urteile zur sinkenden Beteiligung an den Bewertungsreserven sowie zum Widerrufsrecht.

So bröckelt nicht nur das Neugeschäft, die Grundpfeiler der Versicherungskonzerne werden an mehreren Seiten angesägt.

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