Charttechnik: Banken kippen ab

Charttechnik: Banken kippen ab

Bild vergrößern

Commerzbank-Taschenrechner

von Anton Riedl

Wiederholt sich das Muster an den Märkten wie 2008/2009, dann steht Aktien Schlimmes bevor. Vor allem Banktitel sind betroffen.

In der akuten Phase der Finanzkrise von Juli 2008 bis März 2009 wurden fast alle Aktien erwischt. Dax, Euro Stoxx und S&P 500 erlitten fast auf den Prozentpunkt genau gleiche Verluste.

Größere Abweichungen gab es in den Branchen: Am meisten büßten europäische Banken ein, der Stoxx Banken gab von Juli 2008 bis März 2009 um 70 Prozent nach. Wichtig für die aktuelle Krise: Keine Kurve gab schon so frühzeitig Warnsignal wie die Geldhäuser. Schon von Mai 2007 an verloren die Banken an Boden, obwohl die Aktienmärkte allgemein noch zulegten. (Insgesamt summierten sich die Verluste der Bankaktien – gemessen am Stoxx Banken – von Mai 2007 bis März 2009 auf 83 Prozent). Das heißt: Die auffallende aktuelle Schwäche des Stoxx Bankenindex dürfte auch jetzt wieder ein Menetekel sein. Charttechnisch hat der Bankenindex erste durch seine jüngsten Verluste eine große Wende nach unten abgeschlossen. Aus charttechnischer Sicht haben die Bankaktien damit eine neue Baisse-Phase erst begonnen. Um sich aus diesem Dilemma zu retten, müssten die Bankaktien aus dem Stand einen massiven Anstieg schaffen – danach sieht es derzeit keineswegs aus.

Anzeige

Gewinner gab es in der Finanzkrise Juli 2008 bis März 2009 am Aktienmarkt keine. Unter den klassischen Branchen hielten sich noch am besten Pharma (minus 25 Prozent – hier besonders Astra Zeneca, Glaxo, BMS) und Telekommunikation (minus 26 Prozent). Der Blue Chip, der am besten durch die Krise kam, war McDonald's. Unter den mittleren Werten hielten sich Fielmann und Douglas einigermaßen, unter den Spezialwerten Delticom und Morphosys.

Besonders anschaulich spiegelte sich die Krise im Rohstoffindex CRB. Seine Baisse von Juli 2008 bis März 2009 verlief im Gleichlauf mit den Aktienmärkten.

Und die Gewinner?

Eindeutig die Besitzer von Anleihen. Der Anleiheindex Rex Performance, in dem Kurse und Zinsenzahlungen verrechnet sind, startete genau im Juli 2008 eine Hausse, die zunächst bis März 2009 elf Prozent einbrachte brachte – und die sich dann weiter fortsetzte und aktuell bei einem Stand von 400 Punkten soeben in eine neue Aufwärtsphase übergeht.

Zweiter Gewinner waren Gold und Goldminenaktien. Allerdings kam es hier zunächst von Juli bis Oktober 2008 zunächst zu einem deutlichen Rückgang, bei dem Goldminen (gemessen am Amex Gold Bugs, dem heutigen Nyse Arca Index) sogar zwei Drittel an Wert verloren. Erst dann, nach der Pleite der Lehman-Bank, begann der Aufwärtstrend, der sich aktuell ebenfalls fortsetzt – vor allem Dank neuer Rekordnotierungen im Gold von rund 1570 Dollar. Aktuell sind die großen Aktienmärkte aus charttechnischer Sicht ernsthaft angeschlagen.

Dow Jones und S&P haben wichtige Trends gebrochen, wenngleich obere Wendeformationen noch nicht abgeschlossen sind – mit schnellen und starken Erholungen könnten sich diese Indizes noch retten. In Europa halten sich Auto, Chemie und Pharma noch vergleichsweise gut, hier hier könnte es bei kleinen bis mittleren Korrekturen bleiben. Banken, Versicherungen und Versorger sind dagegen eindeutig abgekippt.

Stabil im Aufwärtstrend (lediglich mit der Gefahr kleiner bis mittlerer Korrekturen) sind im Dax noch: Adidas, BASF, BMW, FMC, Fresenius, Henkel, Linde, Merck, Thyssen, VW. Aus technischer Sicht sind BMW und VW derzeit die besten deutschen Aktien. Die hohe Zahl stabiler Papiere dürfte dazu beitragen, dass der Dax insgesamt nicht widerstandslos nach unten durchrutscht. Im Seitwärtstrend (ohne klare Indikation, aber auch anfällig für Rückschläge) sind im Dax: Bayer, Daimler, Deutsche Börse, Lufthansa, Post, Telekom, Infineon, K+S, MAN, SAP, Siemens. Ernsthaft angeschlagen, aber gerade noch in der Seitwärtsbewegung (hier besteht die akute Gefahr weiterer Kursrückgänge) sind im Dax: Allianz, Beiersdorf, Deutsche Bank, Heidelcement, Münchener Rück. Klar im Abwärtstrend (allenfalls kurzfristige Erholungen sind möglich, die große Richtung zeigt nach unten) sind im Dax: Commerzbank, E.On, Metro, RWE.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%