China: Weltbank warnt vor Platzen der Blase

China: Weltbank warnt vor Platzen der Blase

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Luftaufnahme der Hong Kong Island in China

von Matthias Kamp

In ihrem vierteljährlichen Bericht zur wirtschaftlichen Lage in China äußert sich die Weltbank besorgt zur Entwicklung am Immobilienmarkt. Eine Korrektur hätte weit reichende Folgen für die chinesische Wirtschaft.

Normalerweise äußert sich die Weltbank in ihrem alle drei Monate erscheinenden Lagebericht zur chinesischen Wirtschaft diplomatisch bis vorsichtig. Doch bei der Präsentation des neuesten Reports heute in Peking findet Louis Kujis, Senior Economist der Washingtoner Organisation in Peking, deutliche Worte. Wer nach Makrorisiken in der chinesischen Wirtschaft suche, so Kujis, „braucht sich nur den Immobilienmarkt anzuschauen.

Seit einem Jahr versuchen die chinesischen Behörden den überhitzten Markt für Häuser und Wohnungen mit geldpolitischen Maßnahmen und administrativen Eingriffen abzukühlen. Doch die Preise kennen nur eine Richtung: nach oben. Zuletzt sind die Immobilienpreise in 66 der 70 größten chinesischen Städte erneut gestiegen. Die Aktivität in den großen Metropolen habe zwar etwas nachgelassen, so Weltbank-Ökonom Kujis, dafür entfalteten die Schritte der Regierung zur Dämpfung des Immobiliensektors in kleineren, den so genannten Tier-2- und Tier-3-Städten, kaum Wirkung. Wer sich ein Bild von der Blase machen will, braucht nur in Provinzstädte wie Dalian, Changsha oder Zhengzhou fahren. Hunderttausende Wohnungen – fast alle leer aber verkauft – prägen die Szenerie.

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Erhöhte Risiken

Mittelfristig vergrößere die Rolle der Lokalregierungen am Immobilienmarkt die Risiken weiter, so die Weltbank. In China nehmen Kreis-, Stadt- und Gemeindeverwaltungen seit einiger Zeit in großem Stil Kredite auf, um damit Häuser und Wohnungen zu bauen. „Die weit verbreitet Nutzung von Immobilien als Geldanlage trägt ebenfalls zur Erhöhnung des Risikos bei“, sagt Kujis. Wegen der Kapitalverkehrskontrollen und der niedrigen Einlagezinsen der Banken haben Chinas Bürger nur wenige Möglichkeiten zur Geldanlage. Die Risiken, mahnt die Weltbank könnten zu einer „abrupteren“ als von der Regierung beabsichtigten Korrektur am Immobilienmarkt führen.

Ein Einbruch des Häuser- und Wohnungsmarktes hätte weit reichende Folgen für die chinesische Wirtschaft. Branchen wie die Stahl-, Zement- und Aluminiumindustrie tragen erheblich zum Wachstum in China bei und würden bei einer Korrektur des Immobilienmarktes schwer unter Druck kommen. Auch müsse mit erheblichen Auswirkungen auf den Bankensektor gerechnet werden, warnt die Weltbank. Zwar haben Chinas Geldhäuser sehr viel weniger Immobilienkredite in ihren Büchern als die amerikanischen Banken vor der Finanzkrise. Bauunternehmen sowie Stahl-, Zement- oder Glasproduzenten haben dagegen in den letzten Jahren Kredite in erheblichem Umfang aufgenommen. Angesichts solcher Entwicklungen müssten die chinesischen Behörden ihre restriktive Geld- und Fiskalpolitik beibehalten, resümiert Kujis.

Auch der Ökonom Nouriel Roubini, der bereits die Finanzkrise 2008 vorhergesagt hatte, warnte kürzlich vor Risiken der chinesischen Wirtschaft. China könne sein investitionsgetriebenes Wachstum nicht mehr lange fortsetzen. Darum werde es – vermutlich nach 2013 – zu einer „scharfen Verlangsamung“ kommen, so Roubini.

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