DAK-Untersuchung: Arzneien ohne Zusatznutzen werden zu oft verordnet

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DAK-Untersuchung: Arzneien ohne Zusatznutzen werden zu oft verordnet

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Eine DAK-Studie zeigt, dass zu häufig Medikamente ohne erwiesenen Zusatznutzen verschrieben werden.

Immer wieder werden Arzneimittel verschrieben, die einer wissenschaftlichen Bewertung nicht standhalten, kritisiert die Krankenversicherung DAK. Der Umsatz mit solchen Mitteln habe sich verzehnfacht.

Die Ärzte verschreiben einer Kassen-Studie zufolge zu häufig Medikamente ohne einen nachgewiesenen Zusatznutzen. "Die kritische wissenschaftliche Bewertung der Präparate würde ein anderes Verordnungsverhalten der Ärzte erwarten lassen", sagte der DAK-Chef Herbert Rebscher am Dienstag in Berlin. Das 2011 in Kraft getretene Arznei-Gesetz AMNOG habe die Verordnung solcher Medikamente deutlich verringern sollen. Dass dies nicht geschehen sei, liege möglicherweise an Informationsmängeln, sagte Rebscher.

Als ein Beispiel wird in der Studie der Universität Bielefeld im Auftrag der DAK das bei Multipler Sklerose eingesetzte Medikament Fampyra angeführt, das von Acorda Therapeutics entwickelt wurde und außerhalb der USA von der Firma Biogen Idec vertrieben wird. Der Umsatz verzehnfachte sich der Studie zufolge in den beiden Jahren nach der Prüfung, obwohl kein Zusatznutzen festgestellt worden sei.

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Seit 2011 werden Arzneien direkt nach ihrer Marktzulassung vom Gemeinsamen Bundesausschuss von Kassen, Ärzten und Kliniken auf ihren Mehrwert überprüft. Der Hersteller muss dazu ein Dossier vorlegen, der Ausschuss wiederum kann dafür wissenschaftliche Expertise in Anspruch nehmen. Wird ein Zusatznutzen im Vergleich zu einer herkömmlichen Therapie nicht nachgewiesen, wird ein Festbetrag festgelegt. Ist ein Mehrwert erwiesen, handeln Kassen und Hersteller einen Preis aus.

In 13 Fällen musste im Erhebungszeitraum bis zum Jahr 2013 bei den Preisverhandlungen die Schiedsstelle angerufen werden. Daraufhin zogen sieben Hersteller ihr Präparat vom deutschen Markt zurück. Zu Versorgungslücken sei es aber nicht gekommen, heißt es in der Studie. Ein vom Markt genommener Wirkstoff lasse sich bisher weitgehend schnell und problemlos durch andere Mittel ersetzen.

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DAK-Chef Rebscher stellte dem Gesetz insgesamt ein gutes Zeugnis aus, da weniger Geld für "Scheininnovationen" ausgegeben werde. Wie andere Kassenvertreter forderte er aber, der innerhalb eines Jahres mit dem Unternehmen auszuhandelnde Rabatt müsse rückwirkend vom Tag der Zulassung an gelten. Die Kassen beklagen, einige Firmen setzten den Preis anfangs zu hoch an.

Bislang wurde laut dem Verband forschender Pharma-Firmen (vfa) der Nutzen von 110 Arzneien bewertet, für 65 wurden Preisverhandlungen abgeschlossen, neun Mal entschied die Schiedsstelle. Zwölf Arzneien stünden in Deutschland nicht mehr zur Verfügung. Der Verband beklagt seinerseits, dass Medikamente mit Zusatznutzen Patienten oft nicht verordnet würden.

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