Siemens: Relativ solide

Während US-Konkurrent General Electric die Anleger das Fürchten lehrte, gehört die Siemens-Aktie zu den solideren im Dax. Mit dem Kraftwerksbau, der Medizintechnik und der Umwelttechnologie hat der Konzern drei relativ aussichtsreiche Sparten, die 2009 und 2010 noch relativ stabile Umsätze und Gewinne abwerfen sollten. Auch die Refinanzierung dürfte – falls die Finanzkrise andauert – einfacher zu bewerkstelligen sein als in den meisten anderen Dax-Konzernen.
Siemens hat vergleichsweise wenig Schulden und eine ziemlich solide Bilanz, die Korruptionsaffäre ist bereinigt. Zwar dürften Umsatz- und Gewinnziele zunehmend schwerer zu erreichen sein. Doch das preist der Markt bereits ein: Mit einem Börsenwert von 44 Milliarden Euro (zuzüglich neun Milliarden Euro Netto-Schulden) ist der Konzern nicht teuer. Falls die Welt nicht untergeht, sollte Siemens zu den besseren Dax-Papieren gehören. Große Sprünge sind aber nicht zu erwarten.
ThyssenKrupp: Schlimmes Jahr

Nahezu sämtliche Geschäftsfelder des Konzerns geraten im globalen Wirtschaftsabschwung unter Druck, besonders hart aber schlägt der dramatische Einbruch der Automobilindustrie in Nordamerika und Europa durch. ThyssenKrupp liefert Autobauern nicht nur den Stahl, sondern ist auch ein bedeutender Automobilzulieferer. Gut ein Fünftel vom Umsatz kam zuletzt von Abnehmern aus der Automobilindustrie. Die bisher angekündigten Produktionskürzungen dürften daher nicht ausreichen, um dem Nachfrageeinbruch zu begegnen. Vorsorglich hat der Vorstand weitere Produktionskürzungen nicht ausgeschlossen.
Anleger sollten sich nicht darauf verlassen, dass nach dem scharfen Kursrückgang von 46 auf zeitweise zwölf Euro das Schlimmste ausgestanden sei. Mit Blick auf den synchronen globalen Abschwung, der sich 2009 vermutlich noch verschlimmern wird, erscheint auch ein Test des Kurstiefs von 2003 möglich. Das wären Kurse von weniger als zehn Euro. Fazit: Noch keine Aktie für einen langfristigen Einstieg, aber mit gutem Potenzial in Zwischenerholungen.
zum aktuellen ThyssenKrupp-Kurs
VW: Aufgeblasen

Was ist ein Autokonzern dieser Tage wert? Nun, wer sich VW anschaut, denkt: eine ganze Menge. 94 Milliarden Euro bringen die Wolfsburger an der Börse auf die Waage. Diese Bewertung ist allerdings schon seit zwei Jahren kein Maßstab mehr, ist doch der Kurs der VW-Aktie wegen des Porsche-Einstiegs erheblich verzerrt. Orientieren können sich Anleger an der Bewertung der Vorzugsaktien – weil Porsche nur an den stimmberechtigten Stämmen interessiert ist, was deren Kurs treibt. Die Stammaktien repräsentieren rund drei Viertel aller VW-Aktien, sie sind an der Börse gut 90 Milliarden Euro wert.
Gemessen am Wert der Vorzüge von nur 3,6 Milliarden Euro, die rund ein Viertel aller VW-Aktien ausmachen, dürften die VW-Stämme nur 11 Milliarden Euro schwer sein – ein Abschlag von 85 Prozent auf den aktuellen Kurs wäre also gerechtfertigt. Nur wer glaubt, Porsche würde zu noch höheren Kursen seine Beteiligung aufstocken (was unwahrscheinlich ist), bleibt dabei. Ansonsten: verkaufen, zumal kommendes Jahr zweistellige Absatzeinbrüche zu erwarten sind.















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Alle Kommentare lesen28.01.2009, 14:39 UhrAnonymer Benutzer: Klaus
An Justin: Gemeint ist wohl der in der Tat äußerst kritisch beäugte
Superfund (also nicht "Superfonds") ! Die dubiosen Papiere dieses Anbieters sind auch über diverse banken in Deutschland vertrieben worden. Fachleute rätseln seit langem, wie diese Leute ihre behauptete Performance hingekriegt haben wollen. Als Vermögensberater kann ich nur allen Anlegern empfehlen, diese Papiere sofort zu verkaufen.
28.01.2009, 14:33 UhrAnonymer Benutzer: Justin
Apropos neue Finanzskandale: Die seit Jahren sehr kritisch bewertete Fondsfirma "Superfonds" soll kurz vor der Pleite stehen.
Die von einem früheren Polizisten geleitete Geldsammelstelle soll nach insiderangaben mit Schneeballgeldern erstaunlich gute Ergebnisse vorgetäuscht haben. Angeblich ist in Kürze mit Hausdurchsuchungen un Verhaftungen durch die Wiener Staatsanwaltschaft zu rechnen !!!
28.12.2008, 01:49 UhrAnonymer Benutzer: laotse
Tja Grassus, die Anleger werden wiederkommen, aber nicht nach Deutschland. 70% Chance bei fast 30% staatlichen Sofortabzügen verträgt sich mit 100% Risiko so schlecht. 2009 wird das Todesjahr für Aktienkäufe deutscher Privatanleger. Möglicherweise auch das der politischen Verursacher.