Merck: Offene Flanke

Wie 2008 dürften Pharmaaktien im neuen Jahr wieder ihre Defensivqualitäten ausspielen. Auch bei Merck ist der Absatz wichtiger Arzneimittel kaum abhängig von der jeweiligen Konjunkturlage. Entscheidend sind vielmehr Zulassungen zentraler Medikamente, wie sie Merck gerade für seinen Hoffnungsträger Erbitux (gegen Krebs) in der EU bekommen hat. Dank der Übernahme der Schweizer Serono profitiert Merck zudem vom Wachstumsmarkt Biotechnologie, der etwa doppelt so stark zulegt wie das klassischen Pharmageschäft.
Offene Flanke ist allerdings die Spezialchemie, hier macht Merck etwa ein Drittel seiner Umsätze. Vor allem der wichtige Absatz von Flüssigkristallen für Flachbild-Fernseher dürfte angesichts klammer Konsumenten rückläufig sein und den Aktienkurs im weiteren Jahres?verlauf dämpfen. Ein Wiedereinstieg sollte sich erst um 50 Euro lohnen.
Metro: Kauf’ ich euch ab

Noch läuft das Weihnachtsgeschäft recht gut, die deutschen Einzelhändler sind positiv überrascht; der befürchtete Konsumeinbruch fand zumindest an den ersten Adventswochenenden nicht statt. Doch an der Börse gehandelt wird 2009 – und da summieren sich auch bei der Metro die Fragezeichen. Der einstige Goldesel Cash & Carry-Märkte könnte vor allem im Ausland weit unter den Erwartungen zurückbleiben. Sogar beim langjährigen Wachstumstreiber, der Media-Markt/Saturn-Gruppe, zeichnen sich erste Bremsspuren ab.
Zwar expandieren die Ingolstädter nach wie vor, flächenbereinigt aber geht ihr Umsatz zurück. Und Kaufhof-Galeria sowie Real-Märkte sind ohnehin zwei ewige Baustellen. Der Konsument kommt von allen Seiten unter Druck, und wenn erst alle Arbeitszeitkonten geplündert und alle Zeitarbeiter gekündigt sind, fällt es sehr schwer, sich noch Metro-Wachstum vorzustellen.
Münchener Rück: Fast konstant

Relativ gut schlug sich im Jahr 2008 das Papier des Konzerns, der Weltspitze im Rückversicherungsgeschäft ist und mit Tochter Ergo auch den zweitgrößten deutschen Erstversicherer hinter der Allianz bildet. Unter starken Schwankungen hielt die Aktie zum Jahresende ihr Ausgangsniveau, während der Dax um 40 Prozent absackte. Das hat Gründe: Mit der Konzentration auf profitables Großkundengeschäft statt Wachstum um jeden Preis hat Münchener-Rück-Chef Nikolaus von Bomhard eine klare Strategie ausgegeben, die am Kapitalmarkt gut ankommt.
Der Prämienüberschuss ist seit fünf Jahren mit rund 36 Milliarden Euro fast konstant, allerdings werden Abschreibungen wegen der Finanzkrise den im Vorjahr erreichten Jahresüberschuss von 3,9 Milliarden Euro voraussichtlich um rund die Hälfte drücken. Die Finanzkrise dürfte die Kapitalerträge weiter belasten, Versicherer mit regelmäßigen Zuflüssen leiden aber nicht so stark wie Banken. Großinvestoren, die sich aus Bankaktien verabschiedet haben, aber im Finanzsektor kaufen wollen, haben die Aktie auf ihrer Liste. Private Anleger dürfen das Papier als Beimischung halten, zumal der Konzern auch in Krisenzeiten Geschäfte machen wird – auch in Zeiten wirtschaftlicher Turbulenzen müssen sich Unternehmen gegen echte Wirbelstürme und andere Naturkatastrophen absichern.
zum aktuellen Kurs der Münchener Rück















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Alle Kommentare lesen28.01.2009, 14:39 UhrAnonymer Benutzer: Klaus
An Justin: Gemeint ist wohl der in der Tat äußerst kritisch beäugte
Superfund (also nicht "Superfonds") ! Die dubiosen Papiere dieses Anbieters sind auch über diverse banken in Deutschland vertrieben worden. Fachleute rätseln seit langem, wie diese Leute ihre behauptete Performance hingekriegt haben wollen. Als Vermögensberater kann ich nur allen Anlegern empfehlen, diese Papiere sofort zu verkaufen.
28.01.2009, 14:33 UhrAnonymer Benutzer: Justin
Apropos neue Finanzskandale: Die seit Jahren sehr kritisch bewertete Fondsfirma "Superfonds" soll kurz vor der Pleite stehen.
Die von einem früheren Polizisten geleitete Geldsammelstelle soll nach insiderangaben mit Schneeballgeldern erstaunlich gute Ergebnisse vorgetäuscht haben. Angeblich ist in Kürze mit Hausdurchsuchungen un Verhaftungen durch die Wiener Staatsanwaltschaft zu rechnen !!!
28.12.2008, 01:49 UhrAnonymer Benutzer: laotse
Tja Grassus, die Anleger werden wiederkommen, aber nicht nach Deutschland. 70% Chance bei fast 30% staatlichen Sofortabzügen verträgt sich mit 100% Risiko so schlecht. 2009 wird das Todesjahr für Aktienkäufe deutscher Privatanleger. Möglicherweise auch das der politischen Verursacher.