Diebstahl: Einbrecher nutzen die dunkle Jahreszeit

Diebstahl: Einbrecher nutzen die dunkle Jahreszeit

Das Bundeskrimimalamt registriert eine wachsende Zahl von Wohnungseinbrüchen in Deutschland - vor allem in den Abendstunden des Winters. Jetzt wollen die Landesminister die Einbrecherbanden stoppen.

Schon die Kriminalstatistik 2012, die das Bundeskriminalamt (BKA) im Mai vorgestellt hatte, verzeichnete eine rasant steigendende Zahl von Wohnungseinbrüchen. Demnach stieg die Zahl der Einbruchdiebstähle um 8,7 Prozent auf 144.000. Vor allem am Tag haben der Statistik zufolge die Diebe und Diebesbanden vermehrt Einbrüche begangen. Ein Wohnungseinbruch endet für die Geschädigten meist fatal: nur 16 Prozent der Fälle werden aufgeklärt, der Schaden liegt oft bei mehreren tausend Euro - und selbst, wer versichert ist, erhält nicht automatisch vollen Schadenersatz. Die Politiker sind alarmiert. Nach Erscheinen der Kriminalstatistik forderte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich vom Bundeskriminalamt ein bundesweites Lagebild, das als Grundlage für Beratungen der Landesinnenminister dienen soll.

Wie die "Welt" berichtet, liegt die "Lagedarstellung Wohnungseinbruchdiebstahl 2012" nun vor. Aus dem Bericht geht der Zeitung zufolge hervor, dass die Einbrecher vermehrt in den Abendstunden des Winters zuschlagen, genauer zwischen 17 und 21 Uhr. Diese Angaben seien allerdings mit Vorsicht zu genießen, da tagsüber verübte Einbrüche von den Geschädigten oft erst viel später entdeckt würden.

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Klar ist, die dunkle Jahreszeit spielt den Einbrechern in die Hände, denn die frühe Dunkelheit macht es ihnen leichter. Zum einen können sie schneller feststellen, ob jemand zuhause ist, zum anderen bietet die Dunkelheit mehr Schutz vor Entdeckung. Zudem ist so ein Einbruch in der Regel schnell vorbei. Bevorzugt wird leicht tragbares von Wert entwendet, vor allem Bargeld, Schmuck, tragbare Computer und Kameras. Dem Bericht nach beträgt der durchschnittliche Schaden rund 4600 Euro.

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Einbrecher dringt in Wohnung ein

Bei der Lagedarstellung handelt es sich laut BKA um ein internes Papier, bei dem derzeit aber keine Veröffentlichung geplant sei. Vielmehr solle es als Grundlage für Beratungen zwischen Bund- und Länderministerien dienen, um geeignete Maßnahmen auszuarbeiten, um die steigende Zahl der Einbruchsdelikte zu stoppen. Ende November meldete sich deswegen bereits Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zu Wort. Er forderte Bund und Länder auf, intensiver im Kampf gegen Einbrecherbanden und überregionale Netze zusammenzuarbeiten. Bis Ende Oktober habe es dieses Jahr allein in Bayern 5127 Wohnungseinbrüche gegeben - neun Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „Wir nehmen diese ansteigenden Zahlen sehr ernst“, sagte Herrmann in München. Die Bilanz der vergangenen Jahre sei beunruhigend.

Auch in Bayern sind die Ballungsgebiete besonders betroffen. Dabei kommt Bayern im Bundesländer-Vergleich noch glimpflich davon. Nur vier Prozent aller Einbrüche in Deutschland werden laut Herrmann in Bayern begangen. Die Hochburgen der Einbrecher liegen hingegen in Berlin, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Gemessen an der Bevölkerungsdichte sind vor allem Berlin, Bremen, Hamburg sowie Rheinland und Ruhrgebiet besonders stark betroffen.

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Indizien sprechen dafür, dass die Fallzahlen noch schneller steigen könnten, als bisher angenommen. Vor allem in München gab es in den vergangenen vier Wochen besonders viele Einbrüche. Für dieses Jahr gehen die Behörden deshalb von einem Anstieg der Einbruchdiebstähle um 20 Prozent aus. Wohlstandsgefälle und die Sorglosigkeit vieler Bürger würden die Fallzahlen weiter steigen lassen, hieß es bei der Polizei.

Schon bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2012 rückten Einbrecherbanden aus Ost- und Südosteuropa ins Visier der Behörden. Dem neuen Bericht des BKA zufolge stammen aber immer noch 71 Prozent der Tatverdächtigen aus Deutschland. Die ausländischen Täter kommen überwiegend aus Bulgarien, Polen, Rumänien, Serbien und der Türkei, in anderen Regionen treten hingegen Täter anderer Herkunftsländer wie Moldawien, Ungarn oder auch Chile vermehrt in Erscheinung. Der dramatische Anstieg der Fallzahlen geht laut BKA dabei vor allem auf das Konto reisender Einbrecherbanden. Sie sind daher bei den regionalen Behörden zuvor nicht auffällig geworden. Die reisenden Tätergruppen schlagen gerne in der Nähe von Staatsgrenzen oder in der Nähe von Autobahnen zu, um sich schnell absetzen zu können. Bleibt zu hoffen, dass die Bund-Länder-Beratungen zumindest diesen Täterkreis auszubremsen versteht.

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