Ecoreporter-Siegel: Strengeres Siegel für Nachhaltige Geldanlagen

Ecoreporter-Siegel: Strengeres Siegel für Nachhaltige Geldanlagen

Banken, Anlageberatungen und Finanzprodukte werden künftig mit einem neuen Siegel ausgezeichnet, das zeigen soll, welche Produkte streng nachhaltig sind.

Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen, erläutert: "Wir brauchen mehr Transparenz bei Nachhaltigen Geldanlagen. Noch immer schrecken viele private wie institutionelle Anleger mangels verlässlicher Orientierung davor zurück, ökologische, soziale und ethische Kriterien am Finanzmarkt zu berücksichtigen." Das neue Siegel soll Anlegern sofort sagen, welche Anbieter auf Ethik und Ökologie der Produkte achten und ob sie ihr Nachhaltigkeitsversprechen halten.

Das Siegel sei ein wichtiger Schritt vorwärts, insbesondere für Anleger, die strenge Kriterien zugrunde legen möchten, sagte Schick. "Es wird bis in die Bücher hinein geschaut, bis in interne Protokolle und Arbeitsanweisungen", erklärt Jörg Weber von dem Dortmunder Brancheninformationsdienst ECOreporter, der das Siegel in Zusammenarbeit mit dem Institut für nachhaltiges, ethisches Finanzwesen (INAF) entwickelt hat.

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Bislang haben fünf Unternehmen und Produkte das Siegel erhalten: die Bank für Kirche und Caritas aus Paderborn, die Steyler Bank aus Sankt Augustin, die GLS Bank aus Bochum, die MehrWert Finanzberatung aus Bamberg und die Stufenzinsanleihe des Bremer Windkraftunternehmens Energiekontor. Ein Jahr behalten die genannten nun das Nachhaltigkeitssiegel. In Zukunft wird nicht damit gerechnet, dass mehr als zehn bis zwölf Banken das Siegel erhalten werden, weil die Kriterien sehr streng sind und sich auf den Kern des Bankgeschäfts beziehen. Die Kriterien seien sehr streng, und sie beziehen sich auf den Kern des Bankgeschäfts. Es gehe beispielsweise um die eigenen Anlagen einer Bank, um ihre Kredite, um ihre Kundenberatung - und alle diese Bereiche müssen nachhaltig sein. Es reiche für das Siegel also nicht aus, wenn eine Bank oder Anlageberatung wenige Produkte aus ihrer Palette als nachhaltig deklariere und auf Recyclingpapier umstelle oder eine Solaranlage auf das Dach ihrer Firmenzentrale setze. Finanzprodukte würden nur mit dem Siegel ausgezeichnet, wenn nachweisbar sei, dass sie jenseits der Finanzwelt einen positiven Effekt erzielten, etwa indem sie fairen Handel förderten oder den Klimawandel bremsten.

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1 Kommentar zu Ecoreporter-Siegel: Strengeres Siegel für Nachhaltige Geldanlagen

  • Grundsätzlich ist es begrüßenswert, wenn auch von journalistischer Seite Beiträge zur Diskussion um Standards im Nachhaltigen Finanzsektor eingebracht werden. Hier scheint sich Jörg Weber aber mit Siegeln gleich für Produkte,Banken und unabhängige Anlageberatung etwas übernommen zu haben - da sollten zumindest qualifizierte Ratingagenturen mit im Boot sein.

    Ein Qualitätssiegel für Anlageprodukte, dass sowohl unterschiedliche Produkte als auch Anlagestrategien über einen Kamm schert anstatt differenziert Aspekte darzustellen und ggfls. bei einer Gesamtbewertung die Gewichtung der angewandten Kriterien transparent darzustellen mag aus Vermarktungsgründen für die Anbieter interessant sein, allerdings wird dadurch einer wenig hilfreichen Nivellierung von Anlageinstrumenten Vorschub geleistet, die sich auf einem niedrigen Niveau einpendeln wird, um möglichst alles abdecken zu können. Die Problematik wird im Forum Nachhaltige Geldanlagen schon seit vielen Monaten kontrovers diskutiert. In Fachzeitschriften wie Ökotest oder Finanztest aber auch in anderen Ländern werden längst wesentlich differenzierte Bewertungsmethoden angewendet. Ein Einheitssiegel spiegelt auch nicht die unterschiedlichen Ansprüche von Anlegerseite wider.

    Noch fragwürdiger sind die Kriterien für das Qualitätssiegel im Bereich Anlageberatung. Hier wird vorausgesetzt, dass nur solche Organisationen ein Siegel bekommen können, für die mindestens 8 Beratungskräfte arbeiten. Das diskriminiert Beratungskräfte, die in Netzwerken statt Einheitsorganisation arbeiten und hat mit Kompetenz in Sachen nachhaltiger Anlageberatung nichts zu tun.

    Das zitierte Institut für nachhaltiges, ethisches Finanzwesen wurde erst kürzlich von Herrn Weber mitgegründet. Seriösität sieht anders aus.

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