Edelmetall: Bund spart Silber bei Gedenkmünzen

Edelmetall: Bund spart Silber bei Gedenkmünzen

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10-Euro-Silbergedenkmünze des Bundes: 600 Jahre Universität Leipzig

von Frank Doll und Annina Reimann

Von 2011 an werden neue 10-Euro-Gedenkmünzen des Bundes wohl mit einem geringeren Gewicht und einem geringeren Silberanteil aufgelegt. Zieht der Silberpreis weiter so stark an, könnte selbst das nicht reichen.

Es kommt, wie es kommen musste: Silbermünzen des Bundes sollen ab 2011 weniger Gewicht und weniger Silber haben. Der für die Umsetzung noch ausstehende Kabinettsbeschluss der Bundesregierung dürfte reine Formsache sein. Die Bundesbank informierte die Filialen in einem Brief bereits über das Vorhaben: "Das Bundesministerium der Finanzen beabsichtigt, dem Bundeskabinett die Anpassung der Legierung der deutschen 10-Euro-Gedenkmünzen von 925er auf 625er Silber sowie eine Reduzierung des Gewichtes von 18 Gramm auf 16 Gramm ab dem Jahr 2011 vorzuschlagen", heißt es darin. Ein Sprecher der Bundesbank bestätigte wiwo.de die Echtheit des Briefes.

Entsprechend verringerte sich ab 2011 die reine Silbermenge in der Münze von 16,65 Gramm auf 10 Gramm. In Euro ausgedrückt nimmt der innere Wert der Münze gemessen am aktuellen Silberpreis von 8,38 Euro auf 5,03 Euro ab.

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Schlangen bei der Bundesbank

Die 10-Euro-Gedenkmünze in bisheriger Prägung gewann zuletzt auch bei Anlegern immer mehr Liebhaber. In Filialen der Bundesbanken bilden sich am Tag der Ausgabe neuer Münzen regelmäßig lange Schlangen. Schließlich kann jedermann Papierzehner in Silberzehner ohne Gebühr und ohne den bei Silber üblichen Mehrwertsteuerzuschlag bei Banken und in Bundesbankfilialen tauschen. Diese sind gesetzliches Zahlungsmittel und können nicht unter ihren Nennwert von zehn Euro fallen. Es besteht also kein nominales Verlustrisiko.

Zugleich erhalten Anleger mit dem Silberzehner aber eine kostenlose Option auf den Silberpreis. Diese zieht, wenn der Materialwert des Silbers den Nennwert der Münze erreicht oder übersteigt. So übersteigt zum Beispiel allein der Materialwert (abgesehen vom Sammlerwert) der 5-Mark-Gedenkmünze, die zwischen 1953 und 1979 aufgelegt wurde, ihren Nennwert (5 Mark = 2,53 Euro) aktuell um fast 40 Prozent. Bis der Materialwert der aktuellen 10-Euro-Gedenkmünze den Nennwert übersteigt, müsste Silber in Euro nur noch um gut 19 Prozent zulegen. Berücksichtigt man aber, dass beim alternativen Kauf von Silberbarren und Silberanlagemünzen wie dem Wiener Philharmoniker oder Maple Leaf noch Mehrwertsteuer aufgeschlagen wird (19 Prozent für Barren, 7 Prozent bei Anlagemünzen), dann reichte schon ein Silberpreisanstieg zwischen ein Prozent (gegenüber Barren) und elf Prozent (gegenüber Münzen), um den Silberkauf beim Bund attraktiver zu machen als beim Edelmetallhändler. 

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