Edelmetalle: Beim Silber sind weitere Verluste drin

Edelmetalle: Beim Silber sind weitere Verluste drin

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Silberbarren mit einem Gewicht von jeweils 1000 Gramm

von Christof Schürmann

Die heiße Luft aus Silber ist erst einmal raus. Das heißt aber nicht, dass der Unzenpreis trotz des massiven Einbruchs in den nächsten Wochen wieder steigt. Im Gegenteil.

Silber ist eine alte Währung. Vor rund 5000 Jahren gab es die ersten Versuche, das Edelmetall abzubauen. 550 vor Christi wurden schließlich die ersten Silbermünzen im östlichen Mittelmeerraum geprägt; 269 vor Christi  nahm das Römische Reich Silber in die Standard-Münzen-Prägung auf. Der kleine Bruder des Goldes zog auch immer Spekulanten an. Dass der Silberpreis mal wieder spekulativ getrieben ist und die sich beschleunigende Hausse bald Kleinzocker vom Sofa locken würde, war im April absehbar. Von August 2010 an war der Silberpreis bis Ende April um rund 200 Prozent nach oben geschossen. Je Unze erreicht der Preis knapp 50 Dollar.

Bankrott der Hunt-Brüder

Eine ähnliche, aber noch stärkere Hausse, hatte es zuletzt Ende 1979 bis Januar 1980 gegeben. 1973 hatten die Gebrüder Hunt begonnen, groß ins Silbergeschäft einzusteigen. Sie kauften Silber in den Folgejahren systematisch auf, um den Preis in die Höhe zu treiben. Im Januar 1980 steigt der Silberpreis in Reaktion auf die sowjetische Invasion in Afghanistan auf ein Rekordhoch von knapp 50 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Er hatte sich damit binnen weniger Monate verneunfacht. Die US-Terminbörse Comex verändert die Handelsregeln und verbietet vorübergehend den Kauf von Terminkontrakten, die auf weiter steigende Preise setzen. In den kommenden Monaten fällt der Silberpreis auf bis zu 15 Dollar. Die Gebrüder Hunt - Söhne des texanischen Öl-Tycoons Haroldson Lafayette Hunt Jr. - bleiben auf Milliardenverlusten sitzen und werden 1988 wegen versuchter Manipulation des Silbermarktes verurteilt. Sie müssen an ein peruanisches Mineralunternehmen 134 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen. Die Brüder erklären ihren Bankrott.

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Fast wie 1980

Aktuell gibt es viele Parallelen zu 1980. In Dollar hat Silber nun binnen zwei Wochen ein Drittel vom Top verloren, liegt seit Jahresanfang aber immer noch zehn Prozent im Plus. Die US-Terminbörsen wollten dem Gezocke nicht länger zusehen und dämmten die Spekulation ein. Sie zwangen Halter von Haussepositionen, die an den Börsen für solche Positionen zu hinterlegenden Gelder zu erhöhen. Zwischen dem 26. April und dem 10. Mai wurde diese Sicherheits-Marginum fünf Mal angehoben, um insgesamt 84 Prozent. Mit zwölf Prozent des Kontraktwerts liegt die Margin nun historisch hoch; weitere Erhöhungen sind – je nach Entwicklung des Silberpreises – nicht ausgeschlossen. Je 5000 Feinunzen wird nun eine Sicherheitsleistung  von 16000 statt zuvor 8700 Dollar verlangt. Auch in China erhöhte die Shanghai Gold Exchange die Marge auf die dort gehandelten Silber-Titel auf 19 von zuvor 18 Prozent.

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