_

Edelmetalle: Euro-Anleger sollten beim Goldpreis cool bleiben

von Christof Schürmann

Spekulanten haben den Goldpreis in Dollar auf ein Allzeithoch getrieben. Euro-Anleger sollte der Hype nicht scheren.

Entwicklung des Goldpreises seit April 2001
Entwicklung des Goldpreises seit April 2001

Was hat der Mensch im verregneten Wuppertal davon, wenn in Miami die Sonne scheint? Nichts. Genauso wenig profitiert ein Frankfurter Anleger davon, wenn in New York der Goldpreis auf Allzeithoch steigt. Eine Unze kostet rund 1060 Dollar – so viel wie nie zuvor, allerdings nur in der US-Währung: In Euro liegt der Unzenpreis zehn Prozent unter seinem Top. Der Grund: Im vergangenen halben Jahr ist der Dollar gegenüber dem Euro stärker abgesackt, als Gold in Dollar gestiegen ist.

Anzeige

Das Spiel läuft so: Spekulanten verschulden sich in Dollar zu maximal einem Prozent Zinsen und legen ihr Geld entweder in höherverzinsten Währungen an, oder wetten auf steigende Preise von Aktien, Rohstoffen und Edelmetallen. Häufig kaufen sie dabei nicht physisch, sondern an den Terminbörsen, wo sie mit geringem Einsatz auf künftige Preise wetten können. "Hauptursache des jüngsten Goldpreisaufschwungs ist ein starker Anstieg der Käufe an der US-Terminbörse. Investoren haben inzwischen rund 745 Tonnen mehr Gold gekauft, als sie auf Termin verkauft haben", sagt Jochen Hitzfeld, Goldspezialist bei UniCredit in München.

Gold profitiert von Dollarschwäche

Die 745 Tonnen entsprechen knapp einem Drittel der gesamten Jahresproduktion aller Goldminen – entsprechend groß ist der Einfluss auf den Unzenpreis. "Gold ist vor allem stark, weil der Dollar schwach ist. Der Anstieg erklärt sich aus spekulativen Anlagen, Gold ist zuletzt also nicht in feste Hände gegangen. Deshalb drohen Rückschläge", warnt Eugen Weinberg von der Commerzbank.

Viel weniger wichtig sind physische Käufe: Im Hauptabnehmerland Indien sind trotz beginnender Hochzeitssaison die Importe um 90 Prozent eingebrochen. "Die Inder sind preissensitiv, ihre Schmucknachfrage trägt deshalb derzeit nichts zum Goldanstieg bei", so Hitzfeld.

Zu diesem Artikel
20 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.03.2010, 17:10 UhrAnonymer Benutzer: Dirk

    Fabian will die Welt +5%
    Auch sehr lehrreich ist der Film über Fabian und das Geldsystem.
    Wer dann auch endlich versteht was Fiatgeld ist, dann wird er sich seine Goldbarren nicht mehr vermiesen lassen.
    Gold ist das einzige echte Geld, der Rest ist bloss eine Verwässerung des selben.

  • 12.11.2009, 10:27 UhrAnonymer Benutzer: Gold ist keine Blase

    immer wieder kommen die selbsternannten "Experten" ins Gespräch mit Aussagen wie "Gold kann man nicht essen", (kann man Papierwerte essen?) "Gold bringt keine Zinsen", oder der Goldpreis aktuell sei eine blase.
    ich denke, es ist gut, alternative Standpunkte in den Medien zu haben. Es ist wichtig, alle Aspekte zu betrachten. Aber wenn das Ausscheidungsorgan erklärt, es wurde eine blase in einer Region unterhalb der Gürtellinie ausgemacht, dann werden diejenigen, die solchen Ratschlägen folgen, noch früh genug ordentlich angeschmiert sein.

  • 26.10.2009, 19:34 UhrAnonymer Benutzer: Peter

    Einfach mal bei YouTube oder GOOGLE nach "Federal Reserve bank" recherchieren. besonders gut auch der Autor J. Edward Griffin. Es ist schon längst bekannt, dass die US $ gar keine Dollars sind, sondern Federal-Reserve Noten. Die FED ist genau so "Federal" wie Federal Express oder burger King. Sie ist in Wahrheit ein privates bankenkartell (Rothschilds, JP Morgan, Rockefeller etc.), die wertloses Papier drucken: FiAT MONEY.

    Die blase wird bald platzen - dann hat nur noch das einen Wert, was man anfassen kann: immobilien, Edelmetalle, Antiquitäten, Kunstgegenstände, Grundstücke und so weiter. Man kann natürlich auch weiterhin an Papiergeld, Aktien oder Sparbücher glauben - einen Heizwert hat all das auf jeden Fall.

Alle Kommentare lesen

Blogs

Kurze Erholung läuft
Kurze Erholung läuft

Bei 6200 gelingt dem Dax eine Stabilisierung. Sie kann die Notierungen bis in den Juni hinein steigen lassen. ...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.