
Nach dem Verkaufsstart von Kfz-Versicherungen vor zwei Wochen strebt die expandierende Modekette C&A strebt jetzt auch ins Bankgeschäft. Im ersten Halbjahr 2007 werde die C&A Bank GmbH ihren Kunden zunächst Ratenkredite anbieten, kündigte der Leiter der C&A Money, Oliver Prill, heute in Düsseldorf an. Die neue Sparte Finanzdienstleistungen werde eine gleichberechtigte Produktlinie neben den Kerngeschäften Damen-, Herren- und Kindermode sein. „Wir wollen mittelfristig ein profitables und ertragreiches Geschäft aufbauen und der führende Einzelhändler bei Finanz- und Bankdienstleistungen werden“, betonte Prill. Erstes Produkt der neuen Bank namens C&A Money solle ein Ratenkredit sein, danach seien auch Kreditkarten, Dispositionskredite und Spareinlagen möglich. "Wir wollen mit den künftig angebotenen Krediten nicht in erster Linie Kleidung finanzieren,“ sagte Prill. Das Finanzgeschäft solle zum neuen Standbein der Handelsgruppe werden und könne bei Erfolg auch im europäischen Maßstab ausgebaut werden. Derzeit gilt KarstadtQuelle als Nummer eins im Finanzgeschäft der Handelsbranche. Vorbild Großbritannien Die Vorbilder für die C&A-Offensive sitzen auf den britischen Inseln. In Großbritannien spielt der Handel längst eine größere Rolle bei einfachen Finanzprodukten wie Ratenkrediten und Kreditkarten. Die führende Handelskette Tesco gilt dabei als Vorreiter. Filialen will C&A nur an neun von 380 deutschen Standorten testen. Dort sollen speziell geschulte Textilverkäufer arbeiten. „Wir wollen nur einfache volumenorientierte Produkte verkaufen“, erläuterte Prill. Die Bank sei „kein Marketinggag“. Anlass für die Gründung sei die Erkenntnis gewesen, dass Kooperationen mit anderen Banken zu teuer gekommen wären, sagte Prill. Vor allem die Kundengewinnung sei mit der eigenen Bank billiger: C&A setzte auf die Million Menschen, die täglich in die Filialen strömten. Das mache Werbung weitgehend überflüssig. Ein Großteil der Serviceaufgaben werde ausgelagert, im IT-Bereich setze die Bank auf Standard-Software. Die Produkte müssten einfach sein und der Kunde müsse sie ohne größeren Beratungsbedarf verstehen, betonte Prill, der bei C&A die neue Dienstleistungssparte aufbaut. Zuvor war er bei der Royal Bank of Scotland für das Konsumentengeschäft verantwortlich. Keineswegs habe C&A das Ziel, eine Hausbank zu ersetzen. Banklizenz bereits beantragt Erweitern will die Textilkette das Versicherungsangebot. Seit September bietet C&A mit der zur Zurich-Gruppe gehörenden DA Direkt Autoversicherungen an. Das laufe besser als geplant, sagte Prill. Auch Hausrat-, Reise-, Rechtsschutz- oder Tierversicherungen seien künftig denkbar. Beim Bundesanstalt für Finanzaufsicht beantragte C&A inzwischen eine Banklizenz. Nach dem Verkaufsstart werde das Unternehmen alle halbe Jahre den Kunden ein neues Produkt anbieten. Vorstellbar sei eine Ausweitung des Versicherungsgeschäftes unter anderem auf die Bereiche Hausrat, Reise und Tiere sowie bei Bankdienstleistungen auf Kreditkarten und Sparanlagen. C&A wächst überdurchschnittlich Auch im Kerngeschäft sieht sich C&A stark. Der Umsatz der Gruppe in Deutschland sei per Ende September um fünf Prozent gestiegen und damit stärker als im Branchendurchschnitt, sagte C&A-Marketingchef Ralf Rothberger. Im kommenden Jahr werde C&A wie 2006 allein in Deutschland 50 Filialen eröffnen. Ende 2006 will die Kette europaweit rund 1050 Kaufhäuser betreiben. 2005 hatte die Gruppe den Umsatz europaweit um vier Prozent auf 5,2 Milliarden Euro gesteigert. In Deutschland boomt das Geschäft mit Ratenkrediten. Längst ist das Segment nicht mehr auf ausländische Nischenanbieter wie Santander Consumer oder die Citibank beschränkt. Die Deutsche Bank ließ sich den Kauf des Ratenkredit- Spezialisten Norisbank im Sommer 420 Millionen Euro kosten. Die zur Allianz gehörende Dresdner Bank bietet zusammen mit dem französischen Partner Cetelem Ratenkredite an.








