Elektronische Gesundheitskarte: Krankenkassen wollen Zahlungen einstellen

Elektronische Gesundheitskarte: Krankenkassen wollen Zahlungen einstellen

Die elektronische Gesundheitskarte bringt bisher kaum etwas und hat schon rund eine Milliarde Euro verschlungen. Die Krankenkassen wollen das Plastikkärtchen vorerst nicht mehr finanzieren.

Rund eine Milliarde Euro hat sie bereits gekostet, seit dem Jahreswechsel muss sie verpflichtend bei jedem Arztbesuch vorgelegt werden: die elektronische Gesundheitskarte. Während einige Versicherte offenbar immer noch keine Karte haben, ist bei den Krankenkassen ein heftiger Streit um das Plastikkärtchen entbrannt.

Denn die Kassen wollen die Karte, auf der bisher lediglich wenige Stammdaten wie Name oder Adresse des Patienten gespeichert sind, nicht länger finanzieren. Das berichten die "Rheinische Post" und "Spiegel Online".

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Geplant war, dass die Kassen für jeden Patienten pro Jahr 1,09 Euro an die Karten-Betreibergesellschaft Gematik zahlen. Da die Kassen unzufrieden sind mit der schleppenden Umsetzung und der Blockadehaltung einiger Ärzte, hat der GKV-Spitzenverband diese Zahlung in Höhe von rund 57 Millionen vorerst geblockt.

"Dem Verwaltungsrat ist der Kragen geplatzt. Wenn Versichertengelder ausgegeben werden, muss auch etwas geschehen", erklärte ein GKV-Sprecher gegenüber der "Rheinischen Post". Bei der nächsten Sitzung des Verwaltungsrats Ende nächster Woche soll über das weitere Vorgehen beraten werden. Auch das Bundesgesundheitsministerium wird sich mit dem Fall beschäftigen müssen. Laut "Spiegel Online" wird dort bereits an einer Verordnung gearbeitet, um die Kassen doch noch zur Kasse zu bitten.

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Eigentlich war vorgesehen, dass auf der Gesundheitskarte auf Wunsch des Patienten eine Reihe von Datensätzen mit Patienteninfos gespeichert werden. So könnte jeder Arzt mögliche Allergien, die Blutgruppe oder Röntgenbilder eines Patienten einsehen.

Während die Befürworter loben, gerade im Notfall oder bei fremden Ärzten sei so eine schnellere und bessere Behandlung möglich, warnen Kritiker vor Datenschutzproblemen. Sensible Patientendaten müssten weiterhin streng vertraulich behandelt werden.

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