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Erben in Deutschland: 2,6 Billionen Euro zu vererben

von Rebecca Eisert

Mehr als 7,7 Millionen Deutsche werden im laufenden Jahrzehnt eine Erbschaft machen. Ausgesorgt haben damit aber die wenigsten.

Testament Quelle: dpa
Testament Quelle: dpa

Die Studie Erben in Deutschland bis 2020 ist ein wahres Feuerwerk der Zahlen rund um den Erbfall. Welche Teile Bevölkerung werden erben? Was werden sie erben? Wer darf mit einer großen, wer mit einer bescheidenen Erbschaft rechnen? Und wie und wofür werden sie es verwenden? Reiner Braun vom Deutschen Institut für Altersvorsorge hat sich dem Thema auf 120 Seiten angenommen.

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Bis 2020 wird es also in 7.7 Millionen Haushalten zu Todes- und in Folge davon Erbfällen kommen. Dadurch werden 2,6 Billionen Euro den Besitzer wechseln. „Es ist die einkommensstärkste und vermögendste Erbengeneration, die Deutschland je gesehen hat“, sagt der Autor der Studie. Der Grund: In den kommenden neuneinhalb Jahren erreicht die Generation der  „Wirtschaftswunderkinder“ die Altersgrenze von 70 plus. Sie konnten weitgehende ungebremst von Wirtschaftskrisen ein beträchtliches Vermögen aufbauen, das sie nun an ihre Ehepartner, Kinder und Kindeskinder weitergeben werden.

Die Erbschaftsillusion

Das auf den ersten Blick riesige Erbvermögen ist aber sehr ungleich verteilt. „Die großen Erbschaften konzentrieren sich auf wenige Fälle. Die oberen zwei Prozent aller Hinterlassenschaften vereinen etwa ein Drittel des gesamten Erbschaftsvolumens“, stellt Braun fest. Weiterer Fakt: Ostdeutsche Haushalte vererben grundsätzlich weniger. Die Vermögen fallen bescheidener aus, seltener werden  Immobilien weitergereicht und deren Wert liegt ein Stück unter dem, der westdeutschen Bauten. Bezogen auf die gesamte Republik handelt es sich bei rund der Hälfte des Erbschaftsvermögens um Immobilien (47%), knapp gefolgt von Geldvermögen (43%) und einem geringen Anteil von Sachwerten (10%). Das sind die nackten Zahlen.

Ausgeben oder sparen?

Darüberhinaus hat sich Braun mit der spannenden Frage beschäftigt, wie die Erben mit dem erlangten großen oder kleinen Vermögen umgehen. Im Kern lautet die Frage. Alles auf den Kopf hauen oder doch lieber in den Sparstrumpf strecken? Die Autoren des Studie trennen schärfen:  Da gibt es den rationalen Bewahrer, den Treuhänder, die Überraschten und den Selbstverwirklicher (siehe Bildergalerie). Alle Gruppen – und das ist neu – geben jedoch öfter zu, dass man mit der Erbschaft eigene Träume verwirklicht hat. 2011 gaben dies 42 Prozent an, 2001 nur 24 Prozent.

16 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.06.2011, 12:57 UhrAnonymer Benutzer: AJ

    Der einzige Gewinner ist: Der Staat! Wenn demnächst billionen vererbt werden, dann kassiert berlin kräftig mit. Die goldene Gründergeneration stirbt weg und hinterlässt es hilflosen Erben und dem deutschen Finanzamt, die diese Vermögen in 1-2 Generationen vernichten werden.
    Und dann?
    Schon heute werden Milliarden vernichtet durch Scheidung - Heirat - Scheidung. Wenn dann noch die Generation der kinderlosen Yuppies den Löffel abgibt, dann freut sich Papa Staat noch mehr.
    Außerdem steht bald zu befürchten, daß sich die Regierenden in berlin sich intensiver mit Steuern auf Vermögen und Erbschaften beschäftigen werden. Der Finanzbedarf ist aufgrund der Euro-Krise unersättlich. Und Steuern und vorallem Abgaben auf die Lohneinkommen sind ausgereizt. Wir werden uns noch sehr wundern ...
    Die großen Vermögen werden weiter wachsen, aber vorallem die Zahl jener, die kein Vermögen haben! Dann gibt es nichts mehr zu vererben ...

  • 17.06.2011, 12:27 UhrAnonymer Benutzer: Millionär Ernst Prost

    @Hägar Schmidt:
    Hiermit setze ich Sie umgehend zu meinem bedingten Universalerben ein. Mit der bedingung, dass die Erbschaftssteuer zum Erbzeitpunkt 100% beträgt. Herzlichen Glückwunsch.

    PS: Sollten Sie sich nicht auch dafür einsetzten, dass alle Gewinne aus Lotterien, Quizshows, Glücksspielen etc. ebenfalls zu 100% besteuert werden? Zeit wär´s, sind diese Geschenke in D. doch absolut steuerfrei. Überhaupt sollten alle nicht erarbeiteten Zuwendungen jeder Art umgehend vom Staat eingezogen werden. Das wäre doch nur gerecht!
    MFG LM

  • 16.06.2011, 23:54 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    @Easterling: ich bin mir nicht mehr so sicher ob ich meinen Vorschlag einer 100%-igen Erbschaftssteuer nicht ernst meine.

    Ernsthaft. Aus welchem Grund um alles in der Welt soll einer Millionen geschenkt bekommen, und der andere mit nichts anfangen?

    Wir leben in einem Sozialstaat mit einer permanenten Umverteilungsmentalität. Wir sind sogar so weit, dass wir leistungsschwache Frauen per Quote in die Topmanagement-Positionen katapultieren. Eine grüne Minderheit peinigt die Mehrheit mit Ökosteuern. Umverteilung, Subvention und Gleichmachereit so weit das Auge reicht.

    Aber wie sieht es auch mit der Erbchaftsgerechtigkeit????

    Da werden viele doch ganz vorsichtig und zitieren sogar Afrikaner als noch ungerechter behandelt. Allerdings reicht deutsche Legislative nicht wirklich bis Kongo, und bei Ökosteuern, Ökostromsubventionen etc. müssen wir offenbar auch nicht warten, bis ein weltweiter Konsens in der Sache erreicht wird?

    ich sehe keinen Grund warum wir nicht wieder einmal mit einem guten beispiel für den Rest der Welt voran gehen und eine 100%ige Erbschaftssteuer einführen sollten. Ernsthaft: mehr Gleichberechtigung geht kaum.

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