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Ex-Minister im Interview: Herr Riester, was ist bloß aus Ihrer Rente geworden?

von Jens Hagen Quelle: Handelsblatt Online

Die Riester-Rente ist heftig in der Kritik. Zu hohe Gebühren, zu wenig Rendite, sagen Verbraucherschützer. Aber was denkt eigentlich der Erfinder, was denkt Walter Riester über seine Rente? Er verteidigt die Idee.

Walter Riester, als Bundesarbeitsminister 2001 im Bundestag: "Die Leute kennen mich noch von früher." Quelle: Reuters
Walter Riester, als Bundesarbeitsminister 2001 im Bundestag: "Die Leute kennen mich noch von früher." Quelle: Reuters

Herr Riester, werden Sie eigentlich häufig von fremden Menschen auf der Straße angesprochen?

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Ja, häufig. Aus meiner Erinnerung ist das aber niemals negativ. Die Leute kennen mich noch von früher, ich habe viele interessante Gespräche geführt.

Aktuell gibt es bestimmt auch mal kritische Töne.  Die private Altersvorsorge, die Ihren Namen trägt ist arg in Verruf geraten.

Es gibt häufig Phasen, da steht die Rente medial in der Kritik. Zu unrecht. Dann erhalte ich auch mal beleidigende Mails. Rentenfragen sind immer hoch emotional. Fakten spielen dann nicht immer eine Rolle. Vielfach fehlt auch Kenntnis des Themas.

Riester, Rürup und Lebensversicherung „Die Versicherer haben in der Altersvorsorge versagt“

Der Verbraucherschützer Axel Kleinlein gilt als schärfster Kritiker der Branche. Im Interview verrät er, warum Lebensversicherungen, Riester- und Rürup-Rente nichts taugen und mit welchen Allianz-Vorständen er sich duzt.

Riester, Rürup und Lebensversicherung: „Die Versicherer haben in der Altersvorsorge versagt“

Verbraucherschützer laufen Sturm gegen die „Riester“-Rente. Die Rendite sei inakzeptabel.  Man könne das Geld genauso gut in einen Sparstrumpf legen. Herr Riester, was ist nur aus Ihrer Rente geworden?

Der Vergleich mit dem Sparstrumpf ist falsch und albern. Eine verführerische und schlimme Argumentation.  Eine Rente ist etwas völlig anderes als ein Sparstrumpf. Eine Leibrente kann man grundsätzlich nicht mit Renditesparen vergleichen. Der Fokus liegt nicht auf hohen Zinsen, sondern auf einer Absicherung gegen das Risiko im Alter kein Geld mehr zu haben.

Ohne eine angemessene Rendite in der Ansparphase fällt die monatliche Rente aber ziemlich niedrig aus.

Wir sollten bei dieser Diskussion nicht vergessen, dass die Ansparphasen bei Vorsorgeprodukten sehr lang sind, in vielen Fällen 30 Jahre und mehr. In einem solchen Zeitraum wechseln sich Niedrigzinsphasen und Hochzinsphasen ab. Im Moment ist das Zinsniveau sehr niedrig, da haben Sie Recht. Daraus zu schlussfolgern, dass sämtliche Renditen am Ende der Ansparphase auf immer und ewig sehr niedrig ausfallen werden, ist aber nicht korrekt.

Experten erwarten, dass die Niedrigzinsphase sehr lange anhalten könnte.  Müsste die Regierung in einem solchen Falle ihre Förderung erhöhen? Schließlich sind Sie bei Einführung der Riester-Rente von ganz anderen Annahmen ausgegangen.

Ob die zitierten Experten Recht haben, weiß ich nicht. Was wir aber wissen: Für 2011 lag die Verzinsung auf Einlagen der Versicherungen bei 4,07 Prozent. Für 2012 werden 3,9 Prozent erwartet. Zum Vergleich: Bei zehnjährigen Bundesanleihen sank die Rendite im selben Zeitraum auf 1,8 Prozent; mittlerweile liegt sie sogar deutlich darunter. Daran sehen Sie, dass trotz der Niedrigverzinsung die Altersvorsorge noch recht attraktiv ist.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.08.2012, 20:14 Uhrgast

    Eine kleine Korrektur zur Aussage meines Vorredners. Das Beispiel im Interview war durchaus korrekt.
    Jahreseinkommen EUR 20.000 davon 4% = EUR 800,-
    Davon werden in Abzug gebracht bei Eheleuten 2x Grundzulage mit jeweils 154,- EUR (= 308,- EUR). Geht man un von 2 Kindern aus die ab 2008 geboren sind kommt pro Kind jeweils noch eine Kinderzulage von je 300,- EUR dazu. Macht in der Summe Zulagen von 908,- EUR - die auf 2 Verträge (Ehemann und Ehefrau) verteilt gutgeschrieben werden.
    Die Aussage, dass damit nur der Mindesteigenbeitrag zu leisten ist wäre auch korrekt, da die Zulagen höher sind als 4% des Jahreseinkommens.

    Noch eine Anmerkung zum Statement der Altersarmut. Ziel der Riesterrente ist nach meinem Wissen nicht die Bekämpfung von Altersarmut sondern eine Ausgleichsmöglichkeit für die Absenkung des Rentenniveaus.

    Vielleicht sollten wir es öfter mit drei Buchstaben versuchen die schon Goethe nannt: TUN
    Dinge selbst anpacken und sich darum kümmern und nicht immer bei allen Problemen nach dem Staat schreien.

  • 16.08.2012, 07:03 UhrRiester

    "60 Euro pro Jahr." Das stimmt schon mal nicht Herr R.! Wer nur den Mindestbeitrag zahlt bekommt keine Subvention vom Staat. Ich hab mal so einen Vertrag gesehen: da erwartet wird das man 4% vom Jahresbrutto einzahlt, was viele nicht bezahlen können, haben die Verträge mit niedrigeren Beiträgen. In diesen Fällen wird die Subvention auch nur anteilig gewährt oder im Extremfall gar nicht, da zu geringe Summen angespart werden.

    In vielen Fällen liegt die Verwaltungsgebühr über der Subvention des Staates. Also bekommen die nur ihren Eigenanteil.

    außerdem ist Riester eine Fehlallokation, da sie Altersarmut nicht verhindert. Ein Minijobberin kann eben nicht 4% des Jahresbruttos auch noch anlegen mit so wenig Einkommen. Massenweise haben stattdessen Beamte und Besserverdiener ihre Vorsorgeprodukte umgeschichtet hin zu den Staatstransfers der Riester. Ob ein Beamter im gehobenen und höheren Dienst einen Riester braucht? Ich meine nicht, der bekommt schon hohe Pensionen. Altersarmut wird so nicht verhindert.

    viele Geringverdiener sind mit lfd. Ausgaben vollends beschäftigt.

  • 15.08.2012, 21:26 UhrWahrheit29

    Der Ex-Gewerkschafter Riester hat sich zum Büttel der Banken machen lassen und diesen auf den Leim gegangen. Banken sind die einzigen die richtig gut daran verdienen. Der Namen Riester wird für lange Zeit für ein zweifelhaftes Finanzprodukt stehen. Riester hätte bei seinen Leisten bleiben sollen sprich sich um die Belange der Arbeitnehmer zu kümmern anstatt Banken fette Gewinne zukommen zu lassen und Arbeitnehmer an der Nase herum zu führen.

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