Ferienimmobilien: Schnäppchen für Hauskäufer in Mittelmeerländern

Ferienimmobilien: Schnäppchen für Hauskäufer in Mittelmeerländern

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Bauprojekt in Los Alcazares

Die Mittelmeerländer stecken in der Schuldenkrise, die Häuserpreise fallen. In Griechenland und Spanien finden Käufer schon jetzt günstige Feriendomizile, in Italien ist Abwarten angesagt. Höhere Steuern drohen überall.

Drei lange Jahre hat Vera Stadler auf diesen Moment gewartet. Die 52-Jährige sucht in Griechenland nach dem richtigen Fleckchen Erde für ihr Feriendomizil. Ruhig gelegen sollte es sein, ein paar Olivenbäume und Meerblick soll es haben.

Doch es will nicht klappen: Mal ist unklar, welchem Onkel vom Onkel des Verkäufers das Grundstück überhaupt gehört, mal lastet noch eine Hypothek auf Grund und Boden, das nächste besichtigte Haus ist weder genehmigt noch erdbebensicher. Erst als an jeder Straßenecke Schilder auftauchen, kommt Stadler ihrem Ziel näher – „Grundstück zu verkaufen“. Jetzt steht die IT-Kauffrau aus Bayern auf einer Anhöhe in Perachora, blickt auf den Golf von Korinth und die kleinen Bergdörfer ringsherum. Sie hat zugeschlagen und nennt 10 000 Quadratmeter ihr Eigen. Gerade einmal 125 000 Euro musste sie dafür ausgeben – ein Schnäppchenpreis, selbst für Griechenland.

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Viele Griechen müssen derzeit Haus und Grundstück losschlagen. Geldnot und drohende Steuererhöhungen lassen ihnen keine andere Wahl. Für Immobilien außerhalb Athens zahlen Käufer inflationsbereinigt etwa acht Prozent weniger als im Vorjahr. „Gerade jetzt ist für den Ferienimmobilienkauf in Griechenland der richtige Zeitpunkt“, trommelt Christian Seyrer von G.I.S, einem Anbieter von Griechenland-Immobilien. Womöglich noch etwas zu früh: Dimitrios Kouros, Vorstand der Deutschen und Hellenischen Schutzgemeinschaft für Auslandsgrundbesitz, rechnet damit, dass „die Preise für Ferienimmobilien je nach Region noch um weitere 20 bis 30 Prozent fallen“.

Die Leute kaufen fast schon panisch

Rund eine Million Deutsche besitzen bereits eine Ferienimmobilie im Ausland, gut 25 Prozent verbringen ihren Urlaub in den EU-Staaten am Mittelmeer. In den vergangenen Monaten bekamen sie aus den Urlaubsparadiesen mehr Krisenschlagzeilen als Ansichtskarten zu lesen. Die Mittelmeerstaaten sind hoch verschuldet. Allein Griechenland steht mit rund 300 Milliarden Euro in der Kreide. An den Finanzmärkten werden Portugal, Italien, Griechenland und Spanien nach ihren Anfangsbuchstaben als PIGS, Schweine, gebrandmarkt. Ihnen drohen Staatsbankrotte, gegen die die Regierungen mit Sparprogrammen und Steuererhöhungen ankämpfen und zu deren Abwendung Europäische Union und Internationaler Währungsfonds einen 750-Milliarden-Euro-Rettungsschirm gespannt haben. Wie lange der hält, ist unklar (WirtschaftsWoche 20/2010).

Eigentümer von Mittelmeerimmobilien mussten schon seit Ausbruch der Finanzkrise 2007 Wertverluste hinnehmen. In Portugal und Griechenland zahlen Immobilienkäufer nach offiziellen und deshalb eher noch geschönten Zahlen heute bis zu acht Prozent weniger als vor drei Jahren, in Spanien brachen die Preise um 15 Prozent ein – einzig in Italien hielten Immobilien ihren Wert weitgehend.

Aus Angst vor Euro-Schwäche und drohender Inflation halten derzeit viele Anleger Ausschau nach Immobilien. Wer das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden will, sucht nach Ferienimmobilien. „Die Leute kaufen fast schon panisch, in der Angst, nicht mehr zum Zuge zu kommen“, sagt Reinhard Patzschke, Geschäftsführer der Berliner Revalue Immobilienberatung – und zitiert Fatalisten: „Wenn die Welt untergeht, kann ich wenigstens noch im eigenen Haus wohnen und aufs Meer schauen.“ Das gilt auch für Ostseeimmobilien (bsp. duenenpark.de, kaiservillen.de oder strandvillen-binz.de).

Griechenland: Wer neu baut, spart viel Geld

Rund 700 000 Deutsche suchen laut der Bonner Beratungsgesellschaft DHPG nach einer Immobilie im Ausland – zum Beispiel in den krisengeschüttelten Mittelmeerländern. „Es gibt in Griechenland manche ausländischen Käufer, die von den gesunkenen Preisen profitieren wollen“, sagt Tobias Just, Leiter Immobilienanalyse bei der Deutschen Bank. Die Griechen stört das nicht, im Gegenteil. Als Vera Stadler in ihre griechische Bankfiliale geht, um die Finanzierung zu besprechen, springt die Bankerin auf und fällt ihr um die Arme. „Danke, dass Sie hier investieren“, sagt sie.

Das Grundstück zu finden und baufertig zu machen war harte Arbeit. Das griechische Waldamt musste die Fläche freigeben – auf als Wald deklarierten Grundstücken, das können auch solche ohne Bäume sein, darf nicht gebaut werden. „Ein irrer Verwaltungsaufwand, für die Bürokratie in Griechenland braucht man unbedingt einen deutschsprachigen Partner.“ Auch die Verkaufsverhandlungen gestalteten sich „sehr lebhaft“. Das Grundstück war offensichtlich kleiner als angegeben: „Soll ich die Größe nachmessen?“, fragte Stadler den Verkäufer, erst dann lenkte der ein.

Weitere Fallstricke beim Immobilienkauf: „Viele Grundstücke sind nicht angemeldet, um Steuern zu sparen“, sagt Stadler. Grenzsteine gibt es häufig nicht: „Die Nachbarn sagen, dieser Olivenbaum ist die eine Grenze, jener die andere.“ Stadler baut jetzt einen 200 Quadratmeter großen Bungalow, mit Pool und großer Terrasse. An „griechischen Lösungen“, die beim Kauf einer Immobilie mitunter überraschen können, hatte sie kein Interesse. Sie wollte eine ordentliche Kanalisation – und nicht ein Loch im Boden.

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