Finanzmarkt: Chinas Börse hofft auf die Politik

Finanzmarkt: Chinas Börse hofft auf die Politik

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Die Aktienkurse Fallen weiter -trotz Olympia

Die schwer getroffene China-Börse hofft auf Impulse von der Politik – nach den Olympischen Spielen.

Eine Finanzwette auf die Kommunistische Partei – das klingt absurd, könnte an Chinas Börse in den kommenden Monaten aber funktionieren. Der Grund: Nach den Olympischen Spielen dürfte Peking die Wirtschaft ankurbeln, meint die britische Fondsgesellschaft Henderson – zum Beispiel mit Subventionen und Steuersenkungen für schwächelnde Branchen sowie durch Lockerung der zeitweise eingeschränkten Kreditvergabe. „Vor den Spielen hat die Regierung wirtschaftspolitische Maßnahmen verzögert und den Fokus auf Olympia gelegt“, sagt William Fong, Fondsmanager bei Baring.

Erst mal aber geht’s weiter abwärts.

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Am Tag der olympischen Eröffnungsfeier brach der Leitindex Shanghai Composite um fünf Prozent ein, am folgenden Handelstag verlor er weitere fünf Prozent. Damit stieg das Kursminus seit dem Rekordhoch von Mitte Oktober auf 60 Prozent. In Shanghai kosten Aktien nun durchschnittlich das 14-Fache des für 2009 geschätzten Gewinns, vor dem Crash zahlten Anleger zeitweise mehr als doppelt so viel.

Dennoch ist das noch immer nicht billig, warnen Aktienstrategen des US-Brokers Lehman Brothers. Denn der langjährige Durchschnitt für China liegt bei zwölf, weshalb die Kurse fallen dürften, so Lehman. Noch erwarten Analysten von den Firmen 20 Prozent Gewinnplus für das kommende Jahr – angesichts sinkender Auslandsnachfrage ist das aber kaum zu schaffen. Ein Belastungsfaktor wiegt besonders schwer: Anleger fürchten den Überhang an Staatsaktien im Volumen von 60 Prozent der gesamten Börsenkapitalisierung.

Diese Aktien sind noch nicht im Handel, sondern liegen bei Behörden und Unternehmen. Seit 2005 können sie in handelbare Aktien umgewandelt werden. Um die Kurse anzukurbeln, setzte die Regierung damals durch, dass die Besitzer drei Jahre lang nur einen kleinen Teil auf den Markt werfen dürfen. Immer mehr Haltefristen laufen jetzt aus. Spekulationen von einem Regierungsfonds zum Kauf der Titel machen die Runde. Außerdem verlängern einige Unternehmen freiwillig die Haltefristen, um den Kurs zu stützen. Doch Timothy Fung, Aktienstratege bei Credit Suisse, ist skeptisch: „Das Problem der Staatsaktien lässt sich so bald nicht lösen.“ Für weitere Kursverluste spricht auch die schwache Weltwirtschaft, die auf den Exporten lastet. Außerdem wird die Inflation immer bedrohlicher: Im Juli legten die Erzeugerpreise um zehn Prozent zu, so schnell wie seit zwölf Jahren nicht. Schlecht für das Geschäft, denn teurere Ware lässt sich weniger gut verkaufen. Fondsmanagerin Gigi Chan von der britischen Threadneedle ist allerdings zuversichtlich, dass die Staatsführung die Teuerung dämpfen wird – durch die Aufwertung der Währung und Subventionen für Öl und Lebensmittel.

Pekings Führung hat starken Einfluss auf die Wirtschaft – und wird ihn nutzen, wenn die Weltkonjunktur lahmt. Die Gefahren sind aber beträchtlich: Geringere Auslandsnachfrage, schwächeres Gewinnwachstum und steigende Preise sind Gift für die Börse. Nur risikofreudige Anleger sollten einsteigen.

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