Finanzministerium in Sorge: Lebensversicherern droht Schieflage

Finanzministerium in Sorge: Lebensversicherern droht Schieflage

Laut einem Zeitungsbericht sorgt sich die Bundesregierung um die Stabilität der Lebensversicherer. Ein internes Papier des Finanzministerium zeigt Gefahren, aber auch Lösungsstrategien auf.

Die anhaltend niedrigen Zinsen sicherer Staatsanleihen könnten einige Lebensversicherer einem Bericht des "Handelsblatts" zufolge in existenzbedrohende Schwierigkeiten bringen. In einem Papier des Bundesfinanzministeriums werde die Schieflage von Instituten nicht ausgeschlossen, berichtete das Blatt am Donnerstag unter Berufung auf das Protokoll einer Sitzung von Mitgliedern des Finanzausschusses des Bundestags mit dem parlamentarischen Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk Ende Oktober.

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"Es könne nicht ausgeschlossen werden, "dass einzelne Unternehmen künftig in Schwierigkeiten geraten", heißt es da. Vor allem für "das schwächste Fünftel" der Anbieter bestünden bei einer dauerhaft niedrigen Verzinsung von Staatsanleihen erhebliche Risiken, zitierte das "Handelsblatt" aus dem Protokoll.

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"Für diese Unternehmen reichen die vorhandenen Kapitalanlagen in dem zugrunde gelegten Szenario ab 2018 nicht mehr aus, um neben den versicherungstechnischen Rücklagen auch die Eigenmittelanforderungen zu decken." Die Rendite der Kapitalanlage sinke schneller als die durchschnittliche Zinsverpflichtung gegenüber dem Kunden: Derzeit müssen die Anbieter Neukunden über die Laufzeit des Vertrages einen Garantiezins von 1,75 Prozent gewähren. Bei Verträgen, die vor dem Jahr 2000 abgeschlossen wurden, sind es sogar noch vier Prozent Zinsen.

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Zugleich müssen die Versicherer die Kundengelder in besonders sichere Anlageformen wie etwa Bundesanleihen investieren - diese bringen derzeit aber lediglich knapp 1,5 Prozent Rendite. So zahlen die Versicherer mehr aus, als sie bekommen. In der Folge sinke spätestens ab dem Jahr 2018 bei einer "signifikanten Anzahl der Unternehmen die Risikotragfähigkeit", zitiert das "Handelsblatt" aus dem Protokoll.

Um des Problems Herr zu werden, erwägen Finanzministerium und die Finanzaufsicht BaFin, die Versicherer durch eine weitere Absenkung oder zeitweise Aussetzung des Garantiezinses zu entlasten, schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf Regierungskreise. Das Risiko einer Pleite soll so reduziert und die Stabilität des Finanzsystems gesichert werden. Die Versicherungsnehmer würden dann allerdings noch geringere Zinsen bekommen, als heute.

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