Fondsinvestment: Rohstoffen droht harte Landung

Fondsinvestment: Rohstoffen droht harte Landung

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Blick in eine Kupfermine in Chile

von Martin Gerth

Rohstoffwerte schwächeln zurzeit. Nach einer Korrektur können Anleger mit Fonds wieder von steigenden Preisen profitieren.

Derzeit kommt es knüppeldick für Rohstofffonds: Erst rät die Investmentbank Goldman Sachs Anlegern, bei Rohstoffen Gewinne mitzunehmen, dann tritt Chinas Regierung zum wiederholten Mal mit Zinserhöhungen auf die Wachstumsbremse.

"Anleger befürchten in China eine harte Landung, was die Rohstoffnachfrage empfindlich schwächen würde“, sagt Joachim Berlenbach, Fondsberater des Schweizer Vermögensverwalters Earth Resource Investment Group. Das sind momentan keine guten Nachrichten für deutsche Anleger, die immerhin 4,4 Milliarden Euro in Rohstofffonds investiert haben.

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Die Korrektur an Rohstoffmärkten hat in diesem Jahr bereits ihre Spuren hinterlassen: Fonds mit Rohstoffaktien rutschten im Schnitt mit fünf Prozent ins Minus (2010: plus 32 Prozent). Zum Vergleich: Der Dax ist noch mit etwa sechs Prozent im Plus (2010: plus 15,7 Prozent). Besonders hart traf es Fonds, deren Manager hauptsächlich in Minenwerte investieren. So rutschte der von BlackRock gemanagte 1,8 Milliarden Euro schwere World Mining Fund 2011 mit 13,4 Prozent in die Miesen. Auch der auf Jahressicht beste Minenfonds, der Uram Mining Stock, büßte 8,3 Prozent ein (siehe Tabelle). „Minenbetreiber leiden momentan unter steigenden Energiekosten“, sagt Rohstoffexperte Berlenbach. Allerdings traue er insbesondere den Betreibern von Kupferminen im vierten Quartal wieder steigende Kurse zu. China baue derzeit seine Lager ab und müsse in einigen Monaten wieder aufstocken. Daran ändere auch ein geringeres Wachstum nichts.

Direktinvestments besser

Wie der Uram Mining Stock die Indizes für Rohstoffe und Minenaktien abhängte

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Portfolios, die direkt in Rohstoffe investieren, holten in diesem Jahr mehr raus als die Minenfonds; im Schnitt noch plus zwei Prozent. Deren Manager kaufen allerdings kein Eisenerz, Silberbarren oder Säcke mit Reis. Stattdessen nutzen sie Zertifikate und andere Indexpapiere, um von Gewinnen an den Warenterminmärkten zu profitieren.

Dabei fließt nicht immer das komplette Vermögen in Indexpapiere. Der LBBW Rohstoffe 1 R etwa steckt nur zwei bis drei Prozent des Geldes in ein wechselseitiges Bankgeschäft (Swap), bei dem eine Bank Anlegern die Wertentwicklung eines Rohstoffindex aus zehn Rohstoffen garantiert. 85 bis 90 Prozent des Fondsvermögens stecken dagegen in kurzlaufenden Anleihen, der Rest in Bargeld. Laut Investmentgesetz dürfen Investmentfonds in Deutschland selbst keine Warentermingeschäfte machen, daher nehmen sie Indizes und Swaps zu Hilfe, um mit Rohstoffen zu zocken.

Minenaktien unter Druck

Die besten aktiv gemanagten Fonds und Indexfonds, die in Rohstoffe und Rohstoff-Aktien investieren

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Der von der LBBW gestrickte Index schließt 10 von 19 Rohstoffen ein, die im DJ UBS Commodity Index vertreten sind. Alle drei Monate ändert die LBBW den Mix, je nachdem, welche zehn Rohstoffe sie gerade für attraktiv hält. Bisher hat das Konzept funktioniert: In den vergangenen zwölf Monaten lieferte der Fonds plus 32,1 Prozent ab.

Anleger, denen ein gestreutes Rohstoffportfolio zu langweilig ist, können auch in einzelne Sparten investieren, etwa in Agrarrohstoffe. Allerdings kommen sie auch hier nicht an Indexfonds vorbei, die mit Swaps arbeiten. Auf Jahressicht hat der Amundi S&P GSCI Agriculture mit plus 54,3 Prozent am besten abgeschnitten. Zum Amundi-Index-Portfolio gehören Weizen, Mais, Zucker, Soja, Baumwolle, Kaffee und Kakao. Fonds, die direkt in Agrarrohstoffe investieren, legen bei steigenden Agrarpreisen – wie 2010 – meist stärker zu als Portfolios, die Agraraktien kaufen. Allerdings treiben nicht nur langfristige Trends (wachsende Weltbevölkerung, Flächenverbrauch) die Agrarpreise. Wetterextreme, schwankende Lagerbestände oder Ausfuhrverbote sind schwer vorhersehbar, beeinflussen aber die Preise für Weizen, Reis oder Palmöl. Fonds mit Agrarrohstoffen sind daher nur etwas für sehr risikobereite Anleger.

Lieber auf Nummer sicher

Ruhiger lässt es sich mit Fonds schlafen, die in Agraraktien investieren. Die schwanken in der Regel weniger stark als die Rohstoffe selbst. Derzeit bester Fonds dieser Kategorie ist der DJE Agrar & Ernährung, der auf Jahressicht 22,3 Prozent zulegte.

Fondsmanager Jörg Dehning kommt ohne Swaps aus. Er investiert in Großgrundbesitzer, Agrarhändler, Landmaschinenbauer, Dünger- und Saatguthersteller sowie Lebensmittelkonzerne.

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